Personal: Nach dem 0:3 in Bielefeld musste HSV-Trainer Pagelsdorf erneut seine Anfangsformation umstellen: Fischer und Länderspiel-Rückkehrer Mahdavikia kamen für den verletzten Groth und den rot-gesperrten Hertzsch ins Team. Auf Seiten der Gäste blieb der beim 0:1 in Frankfurt enttäuschende Tjikuzu draußen, Wiedener war dafür wieder von Anfang an dabei.
Taktik: Werder setzte wie gewohnt auf seine Vierer-Abwehrkette, in der diesmal Wiedener (links) und Frings die Außenpositionen besetzten. Marco Bode, zuletzt ebenfalls im Defensiv- Verband eingesetzt, stieß diesmal aus dem linken Mittelfeld phasenweise sogar als dritte Spitze mit nach vorn. Wegen des Ausfalls von Manndecker Hertzsch spielte der HSV ausnahmsweise mit klassischem Libero (Gravesen) hinter den Innenverteidigern Hoogma und Panadic, die ihre Gegenspieler Ailton und Pizarro übergaben. Bei Bodes Vorstößen agierte Fischer als dritter Manndecker. Im dreiköpfigen Angriff der Hamburger rochierten die Flügelstürmer Mahdavikia und Präger mehrfach. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Thomas Doll in der 57. Minute übernahm Mahdavikia dessen Position im zentralen Mittelfeld, Yilmaz kam als Rechtsaußen.
Spielverlauf: Dem SV Werder gehörten die ersten 20 Minuten des insgesamt enttäuschenden Nord- Derbys, danach übernahm der HSV zusehends die Initiative. Die wirklich klaren Chancen (Doll, Präger, Uysal) boten sich zudem schon vor der Pause ausschließlich den Hausherren. Der starke Torhüter Frank Rost verhinderte hier einen Bremer Rückstand. In der zweiten Hälfte verflachte das Geschehen vollends zum "Gekicke und Gegurke beider Mannschaften" (O-Ton Niko Kovac). Sieben Minuten vor Schluss hielt Rost das 0:0 fest, als Kovac in stark abseitsverdächtiger Position frei vor dem Werder-Gehäuse aufgetaucht war.
Fazit: Unterm Strich ein schmeichelhaftes Unentschieden für die Bremer, die schließlich in Bestbesetzung gegen eine Hamburger Rumpf-Elf angetreten waren. Namentlich das Offensiv-Trio mit Herzog/Ailton/Pizarro genügt in der am Samstag präsentierten Verfassung keinesfalls internationalen Ansprüchen. Thomas Gravesen Der Däne unterstrich seinen Ruf als Allrounder, überzeugte nach seinen jüngsten Vorstellungen im Sturm diesmal als Libero alter Schule.
Von Hans-Günter Klemm, Thiemo Müller und Michael Richter
| Hamburger SV |
|---|
![]() Aufstellung: Butt (3) - Gravesen (2) - Hoogma (4) , Panadic (3,5) - N. Kovac (3) - Fischer (3) , Hollerbach (3,5) - Doll (4) - Mahdavikia (4,5) , Präger (5) - Uysal (5,5) Trainer:
Pagelsdorf |
| Werder Bremen |

