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Karlsruher SC

Karlsruher SC

1
:
2

nach Verlängerung
1:1 (0:0)
Hinspiel: 1:1
Nach Hin- & Rückspiel: 2:3
Hamburger SV

Hamburger SV


KARLSRUHER SC
HAMBURGER SV
15.
30.
45.





60.
75.
90.

















105.

120.






Hamburg bleibt erstklassig - Karlsruhe in der 2. Liga

Müller reanimiert den Bundesliga-Dino in der Verlängerung

Das Relegationsrückspiel zwischen dem Karlsruher SC und dem Hamburger SV war ein echter Krimi. Bis in die Nachspielzeit schien der Bundesliga-Dino auszusterben - der KSC führte mit 1:0. Dann aber zeigten die Hanseaten erneut Comeback-Qualitäten und retteten sich in die Verlängerung. Hier war es dann eine Drei-Joker-Kombination, die das Tor zur Bundesliga brachte: Der eingewechselte Müller hielt den HSV in der höchsten deutschen Spielklasse.

Karlsruhe kompakt, Hamburg spielbestimmend

Rafael van der Vaart & Rouwen Hennings
Hamburgs Rafael van der Vaart (l.) verfolgt Karlsruhes Rouwen Hennings (r.).
© Getty ImagesZoomansicht

Nach dem 1:1 im Hinspiel tauschte Karlsruhes Coach Markus Kauczinski zweimal Personal: Auf der Sechs spielte Krebs für den gesperrten Peitz (10. Gelbe), auf der Zehn bekam Yamada den Vorzug vor Yabo (Bank). Hamburgs Trainer Bruno Labbadia musste seine Startelf zwangsläufig auf zwei Positionen wechseln: Rechtsverteidiger Diekmeier und Kapitän van der Vaart spielten für die jeweils gesperrten Kacar und Westermann (beide 5. Gelbe).

Die Marschroute des KSC war schon in den Anfangsminuten unschwer zu erkennen: Bei gegnerischem Ballbesitz zogen sich die Badener sofort kompakt zurück und lauerten in der eigenen Hälfte auf die Angriffe der Hanseaten. Nach der Balleroberung sollte es dann aber schnell mit überfallartigen Kontern nach vorne gehen. Der HSV hatte folglich viel Ballbesitz und gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe und zog das Spiel immer wieder bewusst in die Breite. Die Außenverteidiger Diekmeier und Ostrzolek schalteten sich dabei immer wieder abwechselnd offensiv mit ein. Erste Halbchancen resultierten meist nach Flügelangriffen: Ilicevic (5.), Olic (6.) und van der Vaart (11.) suchten den Abschluss.

HSV ohne Ideen gegen den KSC-Beton

Dieser Taktik blieben beide Mannschaften treu: Karlsruhe zog sich immer wieder wie eine Ziehharmonika zusammen und rührte vor dem eigenen Sechzehner Beton an. Aus einem 4-2-3-1- wurde schnell ein 4-5-1- oder 4-4-1-1-System. Für Hamburg wurde es dadurch zu einer Geduldsprobe: Immer wieder kursierte das Spielgerät mit vielen Kurzpässen in den eigenen Reihen. Weil die Hausherren aber immer wieder kompakt verschoben, blieb meist nur ein Seitenwechsel oder ein langer, diagonaler Ball nach vorne als einzige Optionen. Van der Vaart (26.) verbuchte eine weitere Halbchance, auf der anderen Seite prüfte Yamada, ob der bis dahin beschäftigungslose Torwart Adler noch nicht kalt war (28.).

Das KSC-Bollwerk bröckelte auch in Folge dessen nicht. Dem HSV fehlte es an Kreativität im Mittelfeld sowie an zündenden Ideen, um die gut harmonierende gegnerische Defensive aus den Angeln zu heben. Olic (34.) und Lasogga (39.) verzeichneten weitere Möglichkeiten. Kurz vor dem Pausenpfiff meldete sich auch nochmal Karlsruhe zu Wort: Gordon köpfte einen Freistoß aufs Tordach (45.+1). Torlos ging es in die Pause.

Hamburg macht auf, Joker Yabo trifft

Pierre-Michel Lasogga & Manuel Torres
Kampf um jeden Zentimeter Rasen: Hamburgs Pierre-Michel Lasogga (l.) gegen Karlsruhes Manuel Torres (r.).
© picture allianceZoomansicht

Nach Wiederbeginn versuchten beide Mannschaften mit mehr Zweikampfhärte ins Spiel zu kommen. An der taktischen Ausrichtung änderte sich hingegen nichts. Van der Vaart verbuchte die einzig nennenswerte Szene nach einem Gegenangriff (51.). Im weiteren Verlauf musste Hamburg die defensiven Schotten immer mehr öffnen, was Karlsruhe offensiv immer präsenter werden ließ: Gordon tippte eine Valentini-Hereingabe knapp neben den Pfosten (63.), Nazarov prüfte Adler aus der Distanz (68.), dann köpfte Gulde eine Nazarov-Ecke aus sieben Metern aufs Tor, doch Diaz rettete gerade noch auf der Linie (69.).

Beide Trainer reagierten nun mit personellen Wechseln. Dabei hatte Kauczinski ein goldenes Händchen und brachte Yabo (72.). Nur sechs Minuten später sollte sein Joker stechen: Hennings chippte ein Zuspiel direkt in den Strafraum in den Lauf von Yabo, der frei vor Adler auftauchte und zum 1:0 einschob (78.).

Diaz rettet den HSV in die Verlängerung

Marcelo Diaz
Marcelo Diaz rettet den Hamburger SV mit diesem Freistoßtreffer in die Verlängerung.
© Getty ImagesZoomansicht

Hamburg brauchte nun ein Tor für die Verlängerung und warf dementsprechend alles nach vorne: Lasogga scheiterte erst an Orlishausen (80.), dann am Pfosten (81.), Diekmeiers Nachschuss wurde neben den Kasten abgefälscht (81.). Dann köpfte Djourou eine Van-der-Vaart-Ecke aufs Tor, doch Gulde rettete für seinen geschlagenen Torwart (82.). Der in der selben Minute eingewechselte Cleber nickte einen Freistoß haarscharf am rechten Pfosten vorbei (86.). Der Druck wurde für den KSC nun immer größer. Rajkovic schoss schließlich Meffert aus kurzer Distanz an den Armansatz und bekam einen strittigen Freistoß zugesprochen. Diesen zirkelte Diaz aus 18 Metern zentraler Position passgenau in den linken Winkel - 1:1 (90.+1).

Verlängerung: Müllers Tor bringt den Klassenerhalt

Der Bundesliga-Dino blieb also zunächst am Leben und rettete sich in die Verlängerung, wo das nächste Kapitel eines spannenden Krimis weitergeschrieben wurde. Dieses kam allerdings ohne große Höhepunkte aus: Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld und gingen nur noch ein dosiertes Risiko ein. Im letzten Spieldrittel gab es auf beiden Seiten viele Fehlpässe zu sehen. Die beste Möglichkeit verzeichnete Nazarov, der vom linken Sechzehnereck nach innen dribbelte und knapp rechts vorbei schoss (103.).

Nicolai Müller
Das Tor zur Bundesliga: Hamburgs Nicolai Müller (l.) trifft zum 2:1 in der Verlängerung.
© Getty ImagesZoomansicht

Nach dem letzten Seitenwechsel ging das Belauern weiter. Beide Mannschaften hofften auf Lücken und Fehler im gegnerischen Defensivverbund. Ein Schlupfloch fand dann spät der eingewechselte Stieber, der Cleber in den Strafraum schickte. Der Innenverteidiger legte quer auf den mitgelaufenen Müller, der das Spielgerät aus kurzer Distanz zum 2:1 über die Linie drückte (115.). In dieser Szene stachen alle Joker Labbadias. Der KSC brauchte nun zwei Tore in fünf Minuten und bekam noch einen fragwürdigen Handelfmeter - Hennings traf den angelegten Arm von Djourou - zugesprochen. Hennings trat an, doch scheiterte der Toptorjäger im Unterhaus an Adler. Danach war Schluss.

Die 53. Bundesliga-Saison 2015/16 startet für Hamburg am Wochenende vom 14. bis 17. August 2015. Die 2. Liga beginnt für Karlsruhe bereits vom 24. bis 27. Juli 2015.

Bundesliga-Relegation, 2014/15, Relegation
Karlsruher SC - Hamburger SV 1:2 n.V.
Karlsruher SC - Hamburger SV 1:2 n.V.
Blick Richtung Bundesliga?

KSC-Coach Markus Kauczinski vor dem Relegations-Rückspiel (01. Juni) gegen den Hamburger SV.
© Getty Images

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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Karlsruher SC
Aufstellung:
Orlishausen (3)    
Valentini (3) , 
Gordon (2)    
Gulde (2,5)    
Max (3)    
G. Krebs (3)        
Meffert (3)    
Torres (4,5) , 
Yamada (3,5)    
Nazarov (3,5)    

Einwechslungen:
72. Yabo (2)     für Yamada
86. Kempe (3) für Max
89. Stoll (3) für G. Krebs

Trainer:
Kauczinski
Hamburger SV
Aufstellung:
Adler (2) - 
Diekmeier (3,5) , 
Djourou (3) , 
Rajkovic (3)    
Ostrzolek (3,5) - 
M. Diaz (2)        
van der Vaart (3)        
Olic (5)    
Holtby (4)    
Ilicevic (3,5)    
Lasogga (3,5)

Einwechslungen:
66. Stieber (3) für Holtby
77. N. Müller (2,5)     für Olic
86. Cleber (3)     für Ilicevic


Trainer:
Labbadia

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
Yabo (78., Rechtsschuss, Hennings)
1:1
M. Diaz (90. + 1, direkter Freistoß, Rechtsschuss)
1:2
N. Müller (115., Rechtsschuss, Cleber)
Gelbe Karten
Karlsruhe:
G. Krebs
(3. Gelbe Karte)
,
Meffert
(3.)
,
Gulde
(7.)
,
Gordon
(5.)
,
Nazarov
(4.)
HSV:
van der Vaart
(11. Gelbe Karte)
,
M. Diaz
(3.)
,
Rajkovic
(2.)
,
Beister
(1.)
,
Cleber
(5.)
,
Jiracek
(6.)

Besondere Vorkommnisse
Adler hält Handelfmeter von Hennings (120. + 3)
Hamburgs Ersatzspieler Beister (90./+2) und Jiracek (115.) sehen wegen unsportlichen Verhaltens die Gelbe Karte.

Spieldaten

Karlsruher SC       Hamburger SV
Tore 1 : 2 Tore
 
Torschüsse 19 : 33 Torschüsse
 
gespielte Pässe 358 : 724 gespielte Pässe
 
angekommene Pässe 231 : 590 angekommene Pässe
 
Fehlpässe 127 : 134 Fehlpässe
 
Passquote 65% : 81% Passquote
 
Ballbesitz 33% : 67% Ballbesitz
 
Zweikampfquote 47% : 53% Zweikampfquote
 
Foul/Hand gespielt 17 : 24 Foul/Hand gespielt
 
Gefoult worden 22 : 16 Gefoult worden
 
Abseits 0 : 1 Abseits
 
Ecken 5 : 12 Ecken
 

Spielinfo

Anstoß:
01.06.2015 19:00 Uhr
Stadion:
Wildparkstadion, Karlsruhe
Zuschauer:
27986 (ausverkauft)
Spielnote:  2
dramatischer Fight mit Tempo und Rasse.
Chancenverhältnis:
7:9
Eckenverhältnis:
5:12
Schiedsrichter:
Manuel Gräfe (Berlin)   Note 5
den Freistoß wegen Handspiels von Meffert vor dem 1:1 zu geben, war falsch. Auch den Handelfmeter für Karlsruhe hätte es nicht geben dürfen. Er machte sich damit eine bis dahin starke Leistung kaputt.
Spieler des Spiels:

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