Borussia Dortmund gegen Schalke - es ist das Bundesliga-Derby mit dem größten Knister-Faktor. Vor dem Spiel gab es Randale in der Dortmunder Innenstadt mit 150 Festnahmen, im Stadion der Borussen dominierten vor 80.645 Zuschauern die Königsblauen von Anfang an und fuhren einen verdienten 2:1-Auswärtssieg ein. BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte große Personalsorgen und veränderte deshalb sein System: Statt Viererkette installierte er zwei Dreierketten, die letztlich nicht für die Sicherheit beim Meister sorgten, wie sich das der Coach erhofft hatte. Die Folge: Afellay erzielte die Schalker Führung, S04-Keeper Unnerstall, der den Vorzug vor Hildebrand bekam, erlebte eine sehr ruhige erste Halbzeit. Torschüsse gab der BVB in Hälfte eins nicht ab.
Als die Schalker direkt nach dem Wechsel durch Höger auf 2:0 erhöhten, schienen die Knappen frühzeitig auf die Siegerstraße einzubiegen. Das änderte jedoch Lewandowski, der die Klopp-Elf nach einer Standardsituation mit dem 1:2-Anschlusstreffer wieder ins Spiel brachte. Nun war es eine offene Partie, wobei die Schalker weiterhin die klarere Spielweise an den Tag legten und damit die Heimserie der Dortmunder ein Ende setzten. Zuletzt hatte der Meister im September 2011 zuhause gegen Hertha BSC (1:2) verloren und blieb dann 17-mal ungeschlagen.
Der Tabellenführer FC Bayern München ließ beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf nichts anbrennen und siegte 5:0. Zwar wurden die Westdeutschen von ihrem Publikum lautstark unterstützt, doch nach den ersten 45 Minuten war der Zug eigentlich schon abgefahren für die Meier-Elf. Die Münchner, die sieben deutsche Nationalspieler in ihren Reihen hatten, die beim 4:4 gegen Schweden auf dem Platz gestanden hatten, wiesen extrem viel Ballbesitz auf und verwerteten ihre Chancen eiskalt: Mandzukic mit seinem siebten Liga-Tor sorgte für die Führung, die Luiz Gustavo etwas kurios ausbaute.
Nach der Halbzeitpause versuchten es die Fortunen kurz mit dem Mute der Verzweiflung und beschäftigten nun auch FCB-Torwart Neuer, doch Müller machte nach klasse Spielzügen das 3:0 und 4:0. Rafinha setzte dann den Schlusspunkt. Am achten Sieg im achten Spiel - Bundesliga-Rekord - gab es für die Heynckes-Elf nichts zu rütteln, die an der Spitze weiterhin einsam ihre Kreise zieht.
Neben dem Revierderby und dem Auftritt der Bayern in Düsseldorf hatte auch das Duell zwischen Frankfurt und Hannover tabellarische Brisanz. Die Eintracht legte los wie die Feuerwehr und schnürte die 96er phasenweise ein. Zudem erzielte die Veh-Elf durch Matmour, der schon nach fünf Minuten traf, und Jung zwei blitzsaubere Tore. Die Slomka-Elf brauchten einige Zeit, um sich gegen den Wirbel der Hessen zu wehren und verkürzte noch vor der Pause durch Abdellaoue zum 1:2-Pausenstand. Auch im zweiten Durchgang blieb das Spiel rasant, die Frankfurter hätten mehrfach frühzeitig das dritte Tor machen können, die Hannoveraner mühten sich vergeblich um den Ausgleich. Erst als Meier mit dem Kopf zur Stelle war, war diese gute Partie endgültig gelaufen, 96 kassierte damit die dritte Saisonniederlage.
Gar nicht rund läuft es für den VfL Wolfsburg. Trainer Felix Magath war mit fünf Punkten aus sieben Spielen und einem Torverhältnis von 2:13 in die Saison gestartet. Durch das Fürther Last-Minute-Remis in Hoffenheim rutschten die Wölfe am Freitagabend auf den letzten Platz und konnten diesen auch nach dem Spiel gegen Freiburg nicht verlassen. Der VfL unterlag dem SC nach einem blutleeren Auftritt nur mit 0:2 und dürfte in dieser Verfassung ganz schwierigen Zeiten entgegengehen. Ausgerechnet der als Abwehrstabilisator eingeplante Naldo grätschte Jendrisek im Strafraum um, so dass Caligiuri per Elfmeter das verdiente Führungstor erzielen konnte. Während des gesamten Spiels mangelte es dem Spiel der Magath-Elf an zündenden Ideen, doch der Coach ließ Regisseur Diego die gesamten 90 Minuten auf der Bank schmoren. Zur Strafe gab es das 2:0 durch Schuster, der das Spiel damit entschied.
Aus Leverkusen entführten die Mainzer einen Punkt und belohnten sich damit für eine Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt. Die Werkself war im ersten Abschnitt haushoch überlegen, doch führte Bayer lediglich 1:0. Wieder einmal war es Kießling, der einen Kopfball knapp hinter die Linie setzte. Der zweite Abschnitt gehörte dann aber zunächst den Rheinhessen, die durch Szalai und den ehemaligen Leverkusener Risse das Spiel drehten. Castro verhinderte in der Schlussphase die erste Heimpleite der Westdeutschen mit dem 2:2-Endstand.
Im Samstagabendspiel behielt Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach mit 4:0 klar die Oberhand und entschied die für beide Mannschaften wegeweisende Partie zu seinen Gunsten. Nachdem die Gladbacher bei einem Lattenkracher von Nordtveit beim Stande vom 0:0 Pech hatten, war das Visier der Bremer Offensivspieler Petersen und Arnautovic schärfer eingestellt. Der Mittelstürmer köpfte ein Ecke ins lange Eck, der Österreicher schloss einen mustergültigen Konter unmittelbar vor der Halbzeitpause zum 2:0 ab. Im zweiten Abschnitt schafften es die Gladbacher nicht, in der Offensive für Impulse zu sorgen. Die Angreifer der Borussia hingen meist in der Luft, so dass die Schaaf-Elf den Vorsprung zum einen relativ mühelos verteidigte und dank Füllkrug noch einen Treffer nachlegte. Der Joker stand erst 99 Sekunden bis zu seinem Torerfolg auf dem Platz. Für den Endstand sorgte Juzunovic. Mit dem dritten Saisonsieg schieben sich die Werderaner ins Mittelfeld vor, Gladbachs Aufwärtstrend nach dem Sieg über Frankfurt ist bereits wieder gestoppt.
Im 15.000 Spiel der Bundesligaschichte zwischen Hoffenheim (wieder im Tor: Wiese) und der SpVgg Greuther Fürth erwischte der Aufsteiger am Freitagabend den besseren Start. Nachdem Edu und Sararer Chancen ausgelassen hatte, klingelte es auf der anderen Seite: Firmino köpfte ein. Die Fürther spielten weiter couragiert nach vorne und wurden mit Stiebers verdientem Ausgleich belohnt. Nach dem Wechsel wiederholte sich das Spiel: Fürth war das bessere Team, kassierte jedoch wieder den Rückstand. Pribs Ausgleich (84.) läutete eine verrückte Schlussphase ein, in der Joselu den Gastgebern, bei den Streker und Grifo ihr Bundesliga-Debüt gaben, mit seinem zweiten Tor (89.) den Sieg beschert zu haben schien. Doch mit der letzten Aktion des Spiel glichen die Fürther in der Nachspielzeit noch aus. Der eingewechselte Sobiech traf nach einer Ecke per Kopf zum 3:3 - und verleitete seinen Trainer Mike Büskens damit zu einem Jubelsprint über den halben Platz.
In einer zerfahrenen Partie holte sich der FC Augsburg beim deutlich verunsicherten 1. FC Nürnberg ein verdientes Remis. Viele Stockfehler auf beiden Seiten ließen im ersten Durchgang kaum Spielfluss aufkommen. Erst nach Wiederanpfiff kam etwas mehr Leben in die Partie - mit Chancenvorteilen sowohl in Quantität als auch Qualität für die Fuggerstädter. Die Nürnberger, die zumindest ihre Niederlagenserie stoppen konnten, mussten im zweiten Durchgang auf ihren Kapitän und Torhüter Schäfer verzichten, der wegen Achillessehnenbeschwerden passen musste. Vertreter Rakovsky musste zweimal in höchster Not retten. In der Tabelle hielten die Franken den Vorsprung auf Augsburg, wurden aber von den Fans mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet.
Bruno Labbadia erlebte eine erfolgreiche Rückkehr zu seinem Ex-Klub Hamburger SV. Von Beginn an präsentierte sich der VfB Stuttgart hellwach und in bestechender Form. Einzig die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. So entschied ein Treffer von Ibisevic die Partie zu Gunsten der Schwaben. In der Schlussphase rannte der HSV verzweifelt an, scheiterte aber mehrfach an dem glänzend aufgelegten Keeper Ulreich. Der VfB verschafft sich mit dem zweiten Saisonsieg Luft und springt mit nun neun Punkten ins Mittelfeld der Tabelle. Nach vier Spielen ohne Niederlage erwischte es die Hanseaten, die zuletzt schon vom Europapokal träumten.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Bayern München | 26:2 | 24 |
| 2 | ![]() | Eintracht Frankfurt | 19:11 | 19 |
| 3 | ![]() | FC Schalke 04 | 17:8 | 17 |
| 4 | ![]() | Borussia Dortmund | 18:11 | 12 |
| 5 | ![]() | Bayer 04 Leverkusen | 13:11 | 12 |
| 6 | ![]() | Hannover 96 | 16:13 | 11 |
| 7 | ![]() | SC Freiburg | 13:10 | 11 |
| 8 | ![]() | 1. FSV Mainz 05 | 9:10 | 11 |
| 9 | ![]() | Werder Bremen | 14:13 | 10 |
| 10 | ![]() | Hamburger SV | 9:11 | 10 |
| 11 | ![]() | Fortuna Düsseldorf | 6:8 | 10 |
| 12 | ![]() | VfB Stuttgart | 8:14 | 9 |
| 13 | ![]() | Borussia M'gladbach | 9:16 | 9 |
| 14 | ![]() | 1899 Hoffenheim | 13:17 | 8 |
| 15 | ![]() | 1. FC Nürnberg | 7:14 | 8 |
| 16 | ![]() | FC Augsburg | 5:11 | 6 |
| 17 | ![]() | SpVgg Greuther Fürth | 5:14 | 5 |
| 18 | ![]() | VfL Wolfsburg | 2:15 | 5 |
| 1. Kießling, Stefan | Bayer 04 Leverkusen | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 25 | |
| 2. Lewandowski, Robert | Borussia Dortmund | ![]() |
| Spiele: 31 | Tore: 24 | |
| 3. Meier, Alexander | Eintracht Frankfurt | ![]() |
| Spiele: 31 | Tore: 16 | |
| 4. Ibisevic, Vedad | VfB Stuttgart | ![]() |
| Spiele: 30 | Tore: 15 | |
| 5. Mandzukic, Mario | Bayern München | ![]() |
| Spiele: 24 | Tore: 15 | |