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03.08.2012, 12:08

1974/75 - Mönchengladbach räumt ab

Tränen der Freude und des Abschieds

Deutschland feiert seine Helden. 20 Jahre nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 triumphiert die Nationalmannschaft wieder. Im eigenen Land besiegt das von Helmut Schön trainierte Team die Niederlande im Endspiel 2:1. Die fünf Gladbacher WM-Teilnehmer nehmen Anlauf zur dritten Deutschen Meisterschaft, während die sechs Bayern-Spieler den Schwung des Titels überhaupt nicht mitnehmen können.

Gruppenbild mit Pokal: Hennes Weisweiler mit seinem Torwart Wolfgang Kleff (li.) und Rainer Bonhof sowie Meisterschale und UEFA-Pokal.
Gruppenbild mit Pokal: Hennes Weisweiler mit seinem Torwart Wolfgang Kleff (li.) und Rainer Bonhof sowie Meisterschale und UEFA-Pokal.
© imagoZoomansicht

Abschied I: Hennes Weisweiler

Auf Empfehlung von Bundestrainer Sepp Herberger engagiert Borussia Mönchengladbach den im Rheinland bekannten Trainer Hennes Weisweiler zum 1. Juli 1964 von Viktoria Köln. Hart, direkt, kantig, aber immer eine ehrliche Haut: So lernen ihn die Gladbacher kennen. Weisweiler lässt offensiven, attraktiven Fußball spielen. Dafür hat er zu Beginn junge Spieler wie Günter Netzer oder - aus der eigenen Jugend - Jupp Heynckes zur Verfügung.

Die "Fohlenelf" spielt unbekümmert auf und steigt in Weisweilers erstem Jahr auf dem Bökelberg in die Bundesliga auf. Zusammen mit Mönchengladbach betritt auch der FC Bayern München 1965 die neue Bundesliga-Bühne. Eine Erfolgsgeschichte nimmt seinen Lauf in beiden Vereinen.

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Unter der Ägide Weisweiler verbessert sich Gladbach kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Von der Regionalliga führt der passionierte Skatspieler seine Mannschaft zur ersten deutschen Meisterschaft 1970. Vor dieser Saison gibt es für den ehrgeizigen Trainer nur ein Ziel, das er vehement ausgibt: "Wenn es in diesem Jahr nichts wird mit der Meisterschaft, dann bin ich weg!" Gladbach wird nicht nur Meister, sondern verteidigt seinen Titel ein Jahr später als erstes Team der Bundesliga. 1973 feiert Gladbach den Pokalsieg. Doch es gibt auch Nebengeräusche. Weisweiler, der es hasst zu verlieren, lässt schon mal seinen "Ziehsohn" Berti Vogts antreten, damit dieser den neben ihm stehenden Kapitän Günter Netzer ausrichten soll, morgen sei Training.

Bilder der Saison 1974/75
Nicht nur Freudentränen: Weisweiler sagt adios, der VfB ade
Gladbacher Meisterfoto
So sehen Sieger aus

Borussia Mönchengladbach schnappte sich 1975 die Schale. Nach einem Stotterstart - zum Auftakt setzte es eine 1:3-Heimpleite gegen den HSV - und einem trüben Oktober mit drei Niederlagen in Folge, rollte der Borussen-Express los. Nach 17 Spielen ohne Niederlage war die dritte Meisterschaft am 33. Spieltag amtlich.
© imago

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Der Star Günter Netzer verlässt Gladbach auf dem Höhepunkt seiner Karriere 1973, doch Weisweiler hat ein Händchen für Talente. Auch ohne die Spieler-Ikone schießt sich die Fohlenelf zum Titel. Mit der dritten Meisterschaft 1975 hat Gladbach die Bayern vom Thron gestoßen.

Ikone Weisweiler wechselt zum FC Barcelona

Vom "Supersturm" Simonsen/Jensen/Heynckes schwärmt Abwehrspieler Rainer Bonhof. Da überrascht Weisweiler den Bökelberg mit der Bekanntgabe, zum FC Barcelona zu wechseln. Nach drei Meisterschaften (1970, 1971 und 1975), dem Pokalsieg 1973 und dem UEFA-Pokalerfolg 1975 verlässt die Ikone nach elf Jahren Mönchengladbach. Mit "Adios Hennes"-Plakaten verabschieden die Fans den Fußball-Fachmann. Für Bonhof ist es die "erfolgreichste Saison meiner Karriere". Die schönste kann es nicht werden, der Schock vom Weggang Weisweilers sitzt zu tief: "Er war der beste Trainer, den ich je hatte."

Abschied II: Gerd Müller

Müller, Müller, immer wieder Müller. Den "Bomber" rufen sie ihn. Gerd Müller gilt als der beste Stürmer Deutschlands und hat sich spätestens mit seinem Siegtor im WM-Finale 1974 unsterblich gemacht. Doch der Stern des Südens beginnt zu sinken. Der fünfmalige Torschützenkönig der Bundesliga trifft zwar nach Belieben. Bei der 5:6-Niederlage der Bayern in Düsseldorf braucht der Jahrhundert-Stürmer für drei seiner fünf (!) Tore gerade mal vier Minuten. Aber 23 Tore reichen 1974/75 nicht mehr aus, um bester deutscher Torjäger zu werden. Als Meister sind die Bayern angetreten und schließen die Saison als Zehnter ab. So sehr "kleines dickes Müller" auch jubelt: Es gibt immer wieder torgefährlichere Stürmer. Mit Dieter Müller teilt er sich 1978 noch einmal die Krone (24 Tore). Danach steht er nie wieder ganz oben.

Abschied III: VfB Stuttgart

Ein Bundesliga-Gründungsmitglied geht. Der VfB Stuttgart fällt einer Neuerung zum Opfer: Erstmals müssen drei Mannschaften die Bundesliga verlassen. Als Drittletzter, nur einen einzigen Punkt hinter Werder Bremen, erwischt es den VfB ebenso wie den erstmaligen Aufsteiger Tennis Borussia Berlin und den Wuppertaler SV. Auch die Trainerwechsel in Stuttgart (Albert Sing für Hermann Eppenhoff) und Wuppertal (Janos Bedl für Horst Buhtz) retten die Mannschaften nicht vor der Zweitklassigkeit.

Der Torschützenkönig

Bei der WM im eigenen Land wird der Gladbacher Jupp Heynckes neben Jürgen Grabowski, Dieter Herzog, Bernd Hölzenbein und Gerd Müller als Stürmer nominiert. Im zweiten Spiel gegen Australien verletzt sich aber der amtierende Torschützenkönig der Bundesliga. Rechtzeitig zum Saisonstart gegen den Hamburger SV ist er wieder fit: Heynckes trifft nach dem 0:2-Rückstand zum Anschlusstreffer, Gladbach verliert dennoch 1:3. Heynckes brilliert am Ende mit 27 Toren neben seinen genialen Partnern Allan Simonsen (18) und Henning Jensen (13). Damit lässt er Dieter Müller vom 1. FC Köln (24) ebenso hinter sich wie Gerd Müller (23) und den Lauterer Roland Sandberg (20).

Video zum Thema
Saison 1974/75- 03.06., 17:41 Uhr
Torschützenkönig Jupp mit 27 Toren
Jupp Heynckes kann sich doppelt freuen in der Saison 74/75. Zum einem holt er mit 27 Toren die Torjägerkanone, zum anderen löst er mit Mönchengladbach die Bayern als Meister ab. Die Bayern landen nach einer Horror-Saison am Ende abgeschlagen auf Platz 10. Hertha wird sensationell Zweiter, Eintracht Frankfurt Dritter. Die Highlights der Saison 1974/75.
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03.08.12
 
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zum Thema

1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bor. Mönchengladbach86:4050:18
 
2Hertha BSC61:4344:24
 
3Eintracht Frankfurt89:4943:25
 
4Hamburger SV55:3843:25
 
51. FC Köln77:5141:27
 
6Fortuna Düsseldorf66:5541:27
 
7FC Schalke 0452:3739:29
 
8Kickers Offenbach72:6238:30
 
9Eintracht Braunschweig52:4236:32
 
10Bayern München57:6334:34
 
11VfL Bochum53:5333:35
 
12Rot-Weiss Essen56:6832:36
 
131. FC Kaiserslautern56:5531:37
 
14MSV Duisburg59:7730:38
 
15Werder Bremen45:6925:43
 
16VfB Stuttgart50:7924:44
 
17Tennis Borussia Berlin38:8916:52
 
18Wuppertaler SV32:8612:56
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