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03.08.2012, 12:08

1998/99 - "Killer mit dem Baby-Face" - der Albtraum des FCB

Meister mit Rekordvorsprung und ein zielsicherer Torhüter

Spannend war das Rennen um den Meistertitel in der Saison 1998/99 nun wirklich nicht. Doch der Abstiegskampf entwickelte sich zu einem echten Krimi - der Reihe nach.

Überlegener Meister erlebt Albtraum in der Champions League: Die Bayern-Spieler Elber, Tarnat und Matthäus (v.l.).
Überlegener Meister erlebt Albtraum in der Champions League: Die Bayern-Spieler Elber, Tarnat und Matthäus (v.l.).
© imagoZoomansicht

Vor Saisonbeginn war man beim FC Bayern noch skeptisch: 17 Nationalspieler im Kader - ob das gut geht? Gerade erst war Stefan Effenberg an die Säbener Straße zurückgekehrt, Ottmar Hitzfeld folgte auf Giovanni Trapattoni, der in München "fertig hatte". Der neue Trainer war sich seiner Aufgabe bewusst, sagte, die Mannschaft sei "ein hochexplosives Gebilde".

Doch beim FCB ging alles gut - zumindest in der Bundesliga. Mit 15 Punkten Abstand auf Leverkusen holten sich die Münchner die Schale - bereits am 31. Spieltag war der Coup perfekt. Hitzfeld ließ seine Spieler rotieren und hielt Effenberg, Matthäus, Basler und Scholl so bei Laune.

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Club verliert das Abstiegsdrama

Im Tabellenkeller war lange Zeit gar nichts klar, bis zur letzten Sekunde war hier alles möglich. Freiburg, Stuttgart, Frankfurt, Rostock oder Nürnberg? Ein Abstiegsplatz war noch zu vergeben und so wurde die Schlussphase des letzten Spieltages zu einem wahren Drama. 74. Minute: Bochum trifft zum 2:1 und lässt damit Rostock theoretisch absteigen. In der 77. Minute gleichen die zwar aus, doch das bringt sie nicht aus ihrer misslichen Lage, denn Frankfurt führte zeitgleich mit 2:1. Pech gehabt. 82. Minute: Die Eintracht schießt das 4:1 gegen Lautern, Rostock rutscht auf Rang 16. Jetzt wird's kompliziert: Nur eine Minute später trifft Rostock zum 3:2. Nürnberg, gegen Freiburg mit 0:2 im Rückstand, und Frankfurt stehen gemeinsam auf dem 16. Platz. Doch der Club gibt alles: In der 85. Minute gelingt der Anschlusstreffer, Frankfurt steht nun auf dem Abstiegsplatz.

Bilder der Saison 1998/99
"Killer mit dem Baby-Face" - der Albtraum des FCB
Oliver Neuville
Gezeichnet vom Abstiegskampf

Abstiegsdramatik pur: Bis zur letzten Minute blieb es spannend im Tabellenkeller, im Minutentakt fielen die Tore, die Fahrkarten in die Zweite Liga wurden munter durchgetauscht. Mit einem 3:2 gegen Bochum rettete der eingewechselte Slawomir Majak in der 83. Minute Rostocks Klassenerhalt. Oliver Neuville, Torschütze des 1:0, war nach dem Spiel glücklich, aber sichtlich gezeichnet vom Abstiegskampf.
© imago

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Die Eintracht ahnt nichts davon, muss sich aber auch keine Gedanken mehr um den Abstieg machen, als in der 89. Minute das 5:1 fällt. Der Club kämpft noch, doch Frank Baumann vergibt in der 90. Minute die Riesenchance. Bitter für die Franken: Sie lagen punktgleich mit Frankfurt, hatten dieselbe Tordifferenz. Letztlich entschied die Anzahl der erzielten Treffer - zugunsten der Eintracht.

Freiburg, Stuttgart, Frankfurt und Rostock sind gerettet. Der FCN muss sich mit Bochum und Gladbach in die Zweite Liga verabschieden.

Der Torschützenkönig

Nein, der Top-Scorer kam nicht vom FCB, auch nicht vom Vize Bayer Leverkusen, sondern von der drittplatzierten Hertha. Michael Preetz verwies den Torschützenkönig der Vorjahre, Ulf Kirsten, auf Platz zwei und holte sich mit 23 Volltreffern die Torjägerkanone des kicker. Kirsten traf in dieser Saison 19-mal, auf Rang 3 schaffte es neben Anthony Yebaoh vom HSV auch Oliver Neuville vom abstiegsgefährdeten FC Hansa Rostock. Beide brachten es auf jeweils 14 Tore. Giovane Elber und Carsten Jancker trafen 13-mal für den deutschen Meister, das gelang unter anderem auch Sasa Ciric. Für den Club reichte das trotzdem nicht für den Klassenerhalt.

Was sonst noch geschah

Der Meister musste kurz vor Saisonende noch eine herbe Niederlage einstecken. "Die beste Mannschaft, die der FC Bayern je hatte" (so Franz Beckenbauer) vermasselte ihre Chance auf den Gewinn der Champions League - in nur 102 Sekunden. Mario Basler hatte das Team bereits in der 6. Minute in Führung geschossen, doch die Nachspielzeit wurde zum Albtraum für die Meisterelf. Teddy Sheringham und Ole-Gunnar Solskjaer - der "Killer mit dem Baby-Face" - drehten das Spiel zu Gunsten Manchester Uniteds, für die Bayern-Stars ein Schock-Erlebnis. Auch mit dem DFB-Pokal sollte es nichts werden - den musste der FCB den Bremern überlassen.

Schäfers Zeit beim VfB endet frühzeitig

Mit Spannung erwartet wurde vorab nicht nur die Leistung des "FC Hollywood", wie die Bayern wegen ihrer hohen Star-Dichte genannt wurden. Die Aufmerksamkeit galt auch dem VfB Stuttgart - wie würde der neue Trainer Winnie Schäfer das Erbe von Jogi Löw antreten? Der hatte die Schwaben in der vergangenen Saison ins Finale des Europapokals der Pokalsieger geführt (0:1-Niederlage gegen Chelsea). Die Causa Schäfer war schnell erledigt: Die Mannschaft blieb erfolglos und hatte bis zum 16. Spieltag erst fünf Siege, dafür aber sechs Niederlagen eingefahren. Außerdem brachte der Coach das gesamte Team gegen sich auf, und so wurde die Zusammenarbeit nach nur fünf Monaten beendet.

Gespannt war die Fußball-Welt auch auf den damals 33-jährigen Michael Skibbe, der als Trainer in der Bundesliga beim BVB debütierte. Schafft er es, die Mittelfeldstars Andreas Möller und Thomas Häßler in den Griff zu bekommen? Der Neuling auf der Trainerbank parkte mit seinem Team auf Rang 4, das Traum-Duo gab es jedoch nicht: Häßler wurde von Skibbe meist gar nicht aufgestellt.

In Sachen Gelbe Karten stellte der Duisburger Tomas Hajto einen neuen Bundesligarekord auf. 16-mal sah er in dieser Spielzeit den gelben Karton des Schiedsrichters. Beim HSV war auf Keeper Jörg Butt Verlass. Mit 46 Gegentreffern hielt er seinen Kasten zwar nicht übermäßig sauber, sorgte mit seinen Elfmeter-Treffern aber für einen guten Ausgleich. Auch die Quote stimmte: Sieben von acht Strafstößen verwandelte Butt, Rang 7 hieß es schließlich für die Hanseaten.

03.08.12
 
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1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München76:2878
 
2Bayer 04 Leverkusen61:3063
 
3Hertha BSC59:3262
 
4Borussia Dortmund48:3457
 
51. FC Kaiserslautern51:4757
 
6VfL Wolfsburg54:4955
 
7Hamburger SV47:4650
 
8MSV Duisburg48:4549
 
91860 München49:5641
 
10FC Schalke 0441:5441
 
11VfB Stuttgart41:4839
 
12SC Freiburg36:4439
 
13Werder Bremen41:4738
 
14Hansa Rostock49:5838
 
15Eintracht Frankfurt44:5437
 
161. FC Nürnberg40:5037
 
17VfL Bochum40:6529
 
18Bor. Mönchengladbach41:7921
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