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03.08.2012, 12:08

2001/02 - Dortmunds sechster Streich

Pech hoch drei - Leverkusens ewiger Fluch

Kaiserslautern, 31. Spieltag der Saison 2001/02. Klar, BVB-Manager Michael Meier träumte vom Titel, doch so richtig glaubte kaum noch einer in Dortmund daran. Fünf Punkte fehlten auf Tabellenführer Bayer Leverkusen und die spielten eine überragende Saison. Der Werksverein stand im Champions-League-Finale und hatte den Sprung ins Endspiel des DFB-Pokals geschafft. Die Lobreden rissen nicht ab.

Dreimal Vize: Leverkusens Trainer Klaus Toppmöller und Spielgestalter Michael Ballack können es nicht fassen.
Dreimal Vize: Leverkusens Trainer Klaus Toppmöller und Spielgestalter Michael Ballack können es nicht fassen.
© Getty Images Zoomansicht

Doch Meier hatte die Hoffnung nicht aufgegeben. Am Ende werde der Jäger gewinnen, da war er sich sicher. Fußball-Deutschland war größtenteils anderer Meinung, doch am Ende tobte der Wahnsinn im Westfalenstadion. Die Borussia sicherte sich am letzten Spieltag mit einem 2:1 über Werder Bremen Titel Nummer sechs. Mit Joker Ewerthon hatte Trainer Matthias Sammer goldrichtig gelegen: In der 73. Minute eingewechselt, erzielte der Brasilianer nur 60 Sekunden später den entscheidenden Treffer. Bayer hingegen versemmelte die Chance auf den ersten Meistertitel - da half auch das 2:1 gegen Hertha zum Saisonabschluss nichts mehr.

Bayer hatte an den Spieltagen 32 und 33 den Titel leichtfertig verzockt: 1:2 gegen Bremen und 0:1 beim 1. FC Nürnberg, der nach zwei Spielzeiten in der Zweiten Liga nun wieder im Oberhaus kickte.

Auch Schalke und Real Madrid sind zu stark

Doch schlimmer noch: Der Fluch des "ewigen Zweiten" zeigte sich diesmal gleich in dreifacher Ausführung. Das DFB-Pokalfinale verlor Leverkusen am 11. Mai gegen Schalke. Die Werkself ging durch Berbatov in Führung, musste dann aber eine 2:4-Klatsche hinnehmen. Abhaken hieß die Devise, für einen Titel war das Team ja noch im Rennen. In der Königsklasse musste die Elf von Coach Klaus Toppmöller nur vier Tage später gegen die Königlichen von Real Madrid ran - und verlor wieder. Lucio hatte für Leverkusen getroffen, für Real waren es Raul und Zidane.

Bilder der Saison 2001/02
BVB im Freudentaumel - dreimal Bayer-Pech
Klaus Toppmöller
Der BVB zieht vorbei

Trainer Klaus Toppmöller wollte nicht glauben, was auf der Anzeigetafel am 33. Spieltag im Nürnberger Frankenstadion zu lesen war. Nach knapp 90 Minuten lagen seine Jungs gegen den Aufsteiger 0:1 hinten. Borussia Dortmund zog an Leverkusen vorbei.
© imago

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Dreimal Vize, ein herber Rückschlag nach einer Saison voller fußballerischer Spielkunst und Leichtigkeit. "Das verdammte Ding", wie Bayer-Geschäftsführer Reiner Calmund die Meisterschale nannte - es war auch in dieser Spielzeit am Werksverein vorbeigezogen.

Teurer Amoroso amortisiert sich

Der BVB hingegen kam aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Sammer, "die ideale Besetzung" für den Posten (so Klubchef Dr. Gerd Niebaum), hatte den Erfolg gezimmert, seine Spieler veredelten ihn: Tomas Rosicky, der seine Mitspieler mit genialen Pässen bediente, Christian Wörns, der in seiner besten Profisaison als Defensivkraft den gegnerischen Stürmern auf die Nerven ging, und natürlich Marcio Amoroso, der Top-Stürmer mit Starallüren, den Dortmund für umgerechnet 22 Millionen Euro aus Parma geholt hatte.

Die Torschützenkönige

Platz eins in der Torschützenliste mussten sich in dieser Saison zwei Spieler teilen: Eben jener Amoroso vom Meister, der in den folgenden Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte und wegen seiner Unzuverlässigkeit mit Trainer Sammer aneinandergeriet. Und Martin Max vom TSV 1860 München, der prompt in der Nationalelf debütierte. Mit 18 Toren holten die beiden die kicker-Torjägerkanone, vor Giovane Elber (FC Bayern) und dem Leverkusener Michael Ballack, der auch hier auf dem zweiten Rang landete. Einmal Erster wurde er aber doch noch: bei der Wahl zum Fußballer des Jahres.

Was sonst noch geschah

Er ist unangefochten der Rekordmeister. Doch es gibt noch einen Rekord, den der FC Bayern bisher nicht knacken konnte: Viermal in Serie Meister zu werden, das ist in der Bundesliga noch keinem Klub gelungen. Es blieb dabei - in einem "Jahr des Durchatmens", wie Oliver Kahn es nannte. Und das, obwohl der FCB dem Meister nicht unterlag (2:0,1:1) und dem Erzrivalen 1860 bei den Derbys die Grenzen aufzeigte: Mit einem 5:1 dominierten sie Bayern deutlich in der Hinrunde, nach der Winterpause mussten die "Löwen" ein 1:2 schlucken. Zum Schluss landete das Team von der Säbener Straße auf Tabellenplatz drei.

Nach 13 Spielzeiten kletterte Hannover 96 als Zweitliga-Meister wieder ins Oberhaus. Den Sprung machten auch Arminia Bielefeld und der VfL Bochum, dafür verpassten St. Pauli, Köln und Freiburg den Klassenerhalt.

Das Punktegefälle der Tabelle war in dieser Saison außergewöhnlich hoch: Fünf Mannschaften hatten zum Schluss mehr als 60 Zähler auf dem Konto, das gab es seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 nicht. Tabellenschlusslicht St. Pauli konnte dagegen nur 22 Punkte sammeln.

Kohlers bitterer Abschied

In Erinnerung bleibt auch das Karriereende von "Fußballgott" Jürgen Kohler, der sein letztes Pflichtspiel mit dem BVB im UEFA-Pokal-Finale gegen Feyenoord Rotterdam absolvierte. Dortmund unterlag den Niederländern mit 2:3. Bitter: Kohler sah in der 31. Minute nach einer Notbremse die Rote Karte.

Nach der Saison ging es für die deutschen Spieler aber noch nicht in den Urlaub. Die WM in Japan und Südkorea stand an. Nach einer mühsamen Gruppenphase mit Spielen gegen Saudi-Arabien (8:0), Irland (1:1) und Kamerun (2:0) gingen die Deutschen ungeschlagen und als Gruppenerster ins Achtelfinale.

Auch die DFB-Elf wird "nur" Zweiter

Hier setzten sie sich gegen Paraguay durch (1:0), genau wie im Viertelfinale gegen die USA (1:0). Nach einem Sieg gegen Südkorea (1:0) stand die DFB-Elf den Brasilianern im Finale gegenüber - ohne den gelbgesperrten Ballack. Und der große Traum blieb unerfüllt: Mit 0:2 unterlag Deutschland den südamerikanischen Zauberern um Torschützenkönig Ronaldo (acht Treffer) und Ronaldinho. Ausgerechnet "Titan" Kahn patzte beim 0:1, saß hinterher kauernd am Pfosten und sorgte dafür, dass diese Saison für die Bayer-Spieler Ramelow, Neuville, Schneider, Butt und Ballack endgültig gelaufen war.

Video zum Thema
Saison 2001/02- 21.12., 12:15 Uhr
Piplicas Kerze, Vizekusen und der BVB - Höhepunkte der Saison 2001/02
Dei Geburtstunde von Vizekusen, Piplica und seine Kerze gegen Gladbach und Matthias Sammer wird der jüngste Meistertrainer der Bundesligageschichte, die Höhepunkte der Saison 2001/02
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03.08.12
 
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1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Borussia Dortmund62:3370
 
2Bayer 04 Leverkusen77:3869
 
3Bayern München65:2568
 
4Hertha BSC61:3861
 
5FC Schalke 0452:3661
 
6Werder Bremen54:4356
 
71. FC Kaiserslautern62:5356
 
8VfB Stuttgart47:4350
 
91860 München59:5950
 
10VfL Wolfsburg57:4946
 
11Hamburger SV51:5740
 
12Bor. Mönchengladbach41:5339
 
13Energie Cottbus36:6035
 
14Hansa Rostock35:5434
 
151. FC Nürnberg34:5734
 
16SC Freiburg37:6430
 
171. FC Köln26:6129
 
18FC St. Pauli37:7022
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