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03.08.2012, 12:08

2002/03 - Völlers Angst vor "Magengeschwüren"

"Titan" Kahn strahlt wieder - Eiszeit bei Bayer

40 Jahre Bundesliga, die Werbung für das Jubiläum hätte besser nicht sein können. Nur 40 Tage vor Saisonbeginn wurde die deutsche Elf Vize-Weltmeister. Die Fußball-Welt freute sich auf eine spannende Spielzeit - doch Qualität kann auch langweilig sein.

Meister und Torschützenkönig: Giovane Elber ballerte den FC Bayern mit 21 Treffern zum Titel.
Meister und Torschützenkönig: Giovane Elber ballerte den FC Bayern mit 21 Treffern zum Titel.
© picture alliance Zoomansicht

Oliver Kahn und Jens Jeremies - zwei Bayern-Spieler standen im WM-Finale gegen Brasilien (0:2) auf dem Platz und holten anschließend im deutschen Oberhaus mit spielerischer Leichtigkeit den Titel. Von Spannung keine Spur, schon am fünftletzten Spieltag tüteten sie die Meisterschaft ein, zum 18. Mal. Nichts Neues.

FC Bayern auf Rekordjagd

Der Meister fuhr selbstverständlich auch wieder neue Rekorde ein. "Titan" Kahn hielt seinen Kasten 803 Minuten lang sauber und toppte seinen Rekord aus der Spielzeit 1998/99 damit um 67 Minuten. 16 Punkte Vorsprung hatten die Bayern am Ende auf den Tabellenzweiten Stuttgart - ebenfalls Bestmarke seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995. Einen faden Nachgeschmack hinterließ jedoch das frühe Aus in der Vorrunde der Champions League. In der Gruppenphase gab's gegen den AC Mailand, Deportivo La Coruna und RC Lens keinen Sieg und folglich den letzten Platz. Das schmeckte den erfolgsverwöhnten Bayern so gar nicht.

Während beim FCB also zumindest in der Liga alles beim Alten war und die Münchner auch noch das Double einfuhren, zitterten andere bis zum Schluss um den Klassenerhalt. Carsten Ramelow, Bernd Schneider, Oliver Neuville - auch drei Spieler aus Leverkusen spielten im WM-Finale. Halt, vier Spieler: Lucio war ebenfalls dabei, er hielt den Pokal zum Schluss aber mit Brasilien in den Händen.

Bilder der Saison 2002/03
Double! Kahn hält 803 Minuten dicht - Bayer-Tief
Reiner Calmund
Im Regen stehen gelassen

"Spieler schicken dich in den Himmel oder in die Hölle", dieses Gefühlschaos erlebte Bayer-Geschäftsführer Reiner Calmund am eigenen Leib. In dieser Saison ließen ihn die Leverkusener im Regen stehen: Der Vorjahreszweite konnte sich erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg retten.
© imago

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Von Qualität war beim dreifachen Vorjahreszweiten der Liga aber nichts zu sehen. "Spieler schicken dich in den Himmel oder in die Hölle", wusste Bayer-Geschäftsführer Reiner Calmund zu berichten. Erst am letzten Spieltag rettete sich die Werkself vor dem Abstieg. Platz 15 hieß es schließlich, schlechteste Platzierung seit 1982, 35 Zähler weniger als der FCB. Grund dafür war auch, dass zwei wichtige Pfeiler der Leverkusener Erfolgsmannschaft zur Konkurrenz übergelaufen waren. Michael Ballack und Zé Roberto kickten seit dieser Spielzeit für die Münchner.

Die Torschützenkönige

Wieder standen zwei Torschützen auf dem Podest. Mit 21 Treffern durfte Giovane Elber die kicker-Torjägerkanone bejubeln, Thomas Christiansen aber auch. Der hatte für den VfL Bochum ebenfalls 21-mal geknipst.

Was sonst noch geschah

"Himmel und Hölle", davon konnte auch Rudi Völler ein Lied singen. Der Nationaltrainer hatte seine Mannschaft 2002 zum Vize-Weltmeister gemacht, nur ein Jahr später kam sie über ein 0:0 gegen Island nicht hinaus. Völler ging in die Luft. Allerdings nicht wegen der schwachen Leistung seiner Mannschaft, sondern wegen der fortwährenden öffentlichen Kritik. ARD-Experte Günter Netzer tadelte die Mannschaft, sein Kollege Gerhard Delling sorgte sich um die "Samstagabend-Unterhaltung".

Völler: "So ein Käse, ich lass mir das nicht mehr bieten"

Im anschließenden Interview mit Waldemar Hartmann wetterte Völler am 6. September 2003: "So ein Käse, ich lass mir das nicht mehr bieten." Als Rücktrittsdrohung sollte das aber nicht verstanden werden. "Nein, nein", beschwichtigte der Nationaltrainer, "ich musste das jetzt mal loswerden, bevor ich Magengeschwüre bekomme."

Dem Fegefeuer entkamen auch die "Roten Teufel". Kaiserslautern befand sich in der Krise, doch der Vorstandsvorsitzend Rene C. Jäggi und Trainer Erik Gerets retteten den Verein vor dem finanziellen und sportlichen Ruin.

Positiv überraschten die "Jungen Wilden", die Felix Magath in Stuttgart losließ. Der erfahrene Krassimir Balakov und Zvonimir Soldo nahmen die Youngsters unter ihre Fittiche und stürmten gemeinsam zum Vizetitel.

Die Kirch-Pleite

Ausnahmsweise keine sportliche, sondern eine wirtschaftliche Pleite sorgte für Unruhe. Die Pleite von Medienmogul Leo Kirch zog Konsequenzen nach sich: 68 Millionen Euro weniger als im Vorjahr hatte die Liga an TV-Einnahmen erhalten. Allzu große Sorgen um die Zukunft musste sich der deutsche Fußball nicht machen, denn auf die Zuschauer war Verlass. Über zehn Millionen sahen sich die Spiele live an, neuer Rekord - nicht nur in Bayern.

03.08.12
 
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1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München70:2575
 
2VfB Stuttgart53:3959
 
3Borussia Dortmund51:2758
 
4Hamburger SV46:3656
 
5Hertha BSC52:4354
 
6Werder Bremen51:5052
 
7FC Schalke 0446:4049
 
8VfL Wolfsburg39:4246
 
9VfL Bochum55:5645
 
101860 München44:5245
 
11Hannover 9647:5743
 
12Bor. Mönchengladbach43:4542
 
13Hansa Rostock35:4141
 
141. FC Kaiserslautern40:4240
 
15Bayer 04 Leverkusen47:5640
 
16Arminia Bielefeld35:4636
 
171. FC Nürnberg33:6030
 
18Energie Cottbus34:6430
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