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03.12.2014, 11:57

Finanzreport deutscher Profisportligen

Plus 37 Prozent: Rekordwachstum in der 3. Liga

Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte hat in seinem siebten Finanzreport deutscher Profisportligen abermals genau auf die erlösstärksten Spielklassen jenseits der 1. und 2. Fußball-Bundesliga geschaut. Im Fokus steht dabei neben der Basketball Bundesliga (BBL), der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und der DKB Handball-Bundesliga (HBL) auch die 3. Liga.

Attraktive 3. Liga - hier Fans der Stuttgarter Kickers.
Attraktive 3. Liga - hier Fans der Stuttgarter Kickers.
© imagoZoomansicht

Die Quintessenz vorab: Alle begutachteten Profisportligen befinden sich weiter auf Wachstumskurs, erwirtschafteten in der Saison 2013/14 einen Gesamtumsatz in Höhe von 450,3 Millionen Euro - neuer Rekord! Auch im einzelnen waren bei den vier genannten Ligen Umsatzrekorde zu verzeichnen.

Damit wurde die Bestmarke aus der Saison 2012/13 um rund 18 Prozent übertroffen, als der kumulierte Umsatz bei 382,2 Millionen Euro lag. Transferergebnisse fließen hierbei nicht ein, da sie zur Beurteilung der operativen Leistungsstärke einer Liga nur begrenzte Aussagekraft besitzen.

Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe von Deloitte, führte aus, dass die Nicht-Fußball-Ligen im Schatten der Sportart Nummer eins "eine insgesamt positive wirtschaftliche Entwicklung" verzeichnen, wobei die BBL "mit einer Erlössteigerung von mehr als 50 Prozent innerhalb von nur fünf Jahren", heraussteche.

Ausnahmefall RB Leipzig

Die größte Steigerungsrate verbuchte allerdings die 3. Liga. Mit einem Wachstumsplus von 37 Prozent erhöhte sie ihren Gesamtumsatz von 120,1 auf 164,5 Millionen Euro. Der Grund dürfte vor allem beim finanzstarken Aufsteiger RB Leipzig liegen; markant ist der Sprung bei den "Kommerziellen Erlösen" (von 48,9 auf 77,3 Millionen Euro), die auch Sponsoring- und Merchandisingeinnahmen enthalten.

Zudem erwies sich RB mit einem Besucherschnitt von fast 17.000 pro Heimspiel als Zuschauermagnet. Dass es sich um einen Einmaleffekt durch Leipzig handelt, darauf deutet auch die Planung des Deutschen Fußball-Bundes hin - für die Spielzeit 2014/15 geht der DFB wieder von einem Gesamtumsatz nahe der 120 Millionen Euro aus.

Die DEL ist beim Zuschauerzuspruch die Nummer drei hinter der 1. und 2. Fußball-Bundesliga: mit einem Schnitt von 6571 Besuchern pro Spiel lag sie noch vor der 3. Liga (6041).

3. Liga erstmals in der Gewinnzone?

Eine positive Überraschung bahnt sich in der 3. Liga an: erstmals wird die Gewinnzone erreicht - nach einem Rekordminus in Höhe von 20,9 Millionen Euro. Dem Wachstum auf der Erlösseite steht ein Zuwachs bei den Aufwendungen von nur 13 Prozent gegenüber. Der ermittelte Gewinn von 4,9 Millionen Euro könnte allerdings noch nach unten korrigiert werden: Die für 2013/14 ausgewiesenen Geschäftszahlen der 3. Liga basieren auf Plan-/Ist-Daten, lassen daher keine abschließende Bewertung zu. Tendenziell besteht die Möglichkeit einer Korrektur nach unten, wenn die Ist-Betriebsergebnisse vorliegen.

Jan Lustig/kon

03.12.14
 
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