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16.08.2013, 10:13

Leipzigs Routinier im Interview

Sebastian: "Traumpässe kann ich nicht"

Lange Zeit war es still um Leipzigs Tim Sebastian (29). Jetzt hat sich der Ex-Bundesligaprofi zurückgemeldet. Nach seiner Einwechslung im Spiel gegen Burghausen erwies sich der ehemalige Rostocker als sicherer Rückhalt. Im kicker-Interview spricht Sebastian über RB, das Fußballer-Leben und die weiteren Drittligisten aus dem Osten der Republik.

Tim Sebastian
Ein Kämpfer auf dem Platz: Tim Sebastian (li.) (hier im Duell mit Bremens Aaron Hunt).
© imagoZoomansicht

kicker: Beim 2:1-Erfolg in Burghausen kamen Sie nach der Roten Karte für Abwehrchef Tobias Willers in die Partie, spielten sich in den verbleibenden 34 Minuten sogar noch in die kicker-Elf des Spieltages. Sind Sie der geborene Joker, Herr Sebastian?

Tim Sebastian: Jeder will immer von Anfang an und immer gut spielen. Auch ich. Ich bin aber in einem Alter, in dem man sein Ego hintenanstellen und auf seine Chance warten kann. Und wenn man reinkommt, ist klar, dass die Leistung stimmen muss, dass die Mannschaft profitieren muss. Sonst ist die Tribüne nicht mehr weit.

kicker: Sie gelten als der Sozialarbeiter im Kader von RB Leipzig, sind im Kollegenkreis beliebt und ein Edel-Reservist im Wortsinn. Woher kommt diese besondere Haltung?

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Sebastian: Wenn die Mannschaft erfolgreich ist, dann ist das für jeden einzelnen Spieler gut. Nach den beiden Nichtaufstiegen hat uns das letzte sehr erfolgreiche Jahr und der Aufstieg zusammengeschweißt. Ich bin glücklich, in diesem Klub zu spielen, habe auf jedes Training und jedes Spiel Bock.

kicker: Sie haben Ihren Stammplatz in der Innenverteidigung im zweiten Spiel der vergangenen Saison aufgrund einer Verletzung verloren, kamen danach nur noch über die Bank. Ist das Fußballer-Leben gerecht?

Sebastian: Der Trainer muss ständig problematische Entscheidungen treffen. Und er lässt ja keinen draußen, nur weil ihm seine Nase nicht gefällt. Im zweiten Saisonspiel habe ich mir in Neustrelitz die Nase gebrochen, musste aussetzen. Danach haben wir ohne mich ewig kein Spiel verloren. Was sollte es für den Trainer in einer solchen Situation für einen Grund geben, zu wechseln?

kicker: Was weiß ein knapp 30-jähriger Profi, was ein 20-Jähriger noch nicht weiß?

Sebastian: Man weiß im gesetzten Profi-Alter, dass Fußball nicht alles im Leben ist, dass es nicht um Leben und Tod geht. Und ich weiß jetzt noch besser, was ich auf dem Platz tun kann und was ich lassen muss. Traumpässe in die Schnittstelle der Abwehr kann ich nicht. Ich komme über den Zweikampf, bin kopfballstark und bei den Sprint-Tests bei uns immer noch ganz vorne. Das sind gute Voraussetzungen, um in der Defensive seinen Job zu erledigen.

kicker: Wenn Sie spielen, sieht man Sie und man hört Sie auch.

Sebastian: Ja, ich rede viel auf dem Platz. Kommunikation ist wichtig.

kicker: Ist es der Ton, der die Musik macht?

Sebastian: Fußballer dürfen nicht zart besaitet sein, da fallen auch mal etwas härtere Worte. Ich versuche immer positiv und aufmunternd zu sein. Es bringt niemandem etwas, wenn man sich gegenseitig anmacht.

kicker: Sowohl Hansa Rostock als auch Rot-Weiß Erfurt sind ähnlich gut wie RB Leipzig gestartet, Halle und der Chemnitzer FC hinken zumindest punktetechnisch den Ansprüchen noch hinterher. Was ist für die fünf Ostklubs in dieser Saison drin?

Sebastian: Halle ist viel besser, als es der Tabellenplatz aussagt. Der HFC war richtig stark gegen uns, hat uns Probleme bereitet. Chemnitz ist ein gewachsenes Team, die haben im Tabellenkeller auch nichts zu suchen. Ich bin mir sicher, die kommen da unten raus. Erfurt macht das bisher gut, die hätten beinahe neun Punkte aus drei Spielen geholt. Und für meine Rostocker freut es mich, dass sie gut gestartet sind. Auch wenn es abgedroschen klingt: Wir schauen von Spiel zu Spiel. Dass wir oben mitmischen wollen, das ist kein Geheimnis.

kicker: Am Sonntag geht es gegen den gut gestarteten Zweitligaabsteiger MSV Duisburg. Wird es RB Leipzig schaffen, zum vierten Mal in Folge Punkte zu sammeln?

Sebastian: Sieben Punkte aus drei Spielen sind für uns richtig klasse. Wenn wir die Basics auf den Platz und unsere Leistung zu hundert Prozent abrufen, ist es für jede Mannschaft schwer, uns zu schlagen. In der 3. Liga wird Fußball gespielt, da kribbelt es vorm Anpfiff. Duisburg hört sich nach Bundesliga und großer, weiter Fußball-Welt an. Wir freuen uns auf den MSV. Die bringen viele Fans mit, haben eine zwar spät zusammengestellte, aber richtig gute Mannschaft.

Interview: Guido Schäfer

16.08.13
 

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weitere Infos zu Sebastian

Vorname:Tim
Nachname:Sebastian
Nation: Deutschland
Verein:RasenBallsport Leipzig
Geboren am:17.01.1984

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Vereinsdaten

Vereinsname:RasenBallsport Leipzig
Gründungsdatum:19.05.2009
Mitglieder:300 (01.07.2014)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:Neumarkt 29-33
04109 Leipzig
Telefon: (03 41) 12 47 97 777
Telefax: (03 41) 12 47 97 100
E-Mail: service.rbleipzig@redbulls.com
Internet:http://www.dierotenbullen.com

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