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25.04.2013, 10:55

Interview mit DFB-Direktor Ulf Schott (42)

"Schwierigkeiten sind vorprogrammiert"

Der Fall Aachen sorgt für Unmut, finanzielle Probleme belasten die Liga. DFB-Direktor Ulf Schott (42) bezieht Stellung und gewährt einen Ausblick.

Ulf Schott
Findet den Vergleich der 3. Liga mit Liga 2 unpassend: DFB-Direktor Ulf Schott.
© getty imagesZoomansicht

kicker: Gefällt Ihnen als zuständiger DFB-Direktor die Spannung im Aufstiegskampf, Herr Schott?

Ulf Schott: Das ist ein absolutes Qualitätsmerkmal. Von diesen Emotionen lebt der Fußball.

kicker: Sind Sie mit der Entwicklung der 3. Liga zufrieden?

Schott: Die 3. Liga hat sich sportlich voll etabliert. Von den neun Aufsteigern haben sich sieben Vereine in der 2. Liga gehalten. Mit Düsseldorf ist sogar ein Verein in die Bundesliga aufgestiegen. Braunschweig ist auf dem Weg dorthin. Die Zuschauerzahlen sind auf Rekordniveau. Auch die TV-Übertragungen nehmen immer weiter zu.

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kicker: Warum tut sich der DFB dennoch seit vier Jahren schwer, einen Generalsponsor zu finden?

Schott: Wir achten bei der Suche darauf, den Schutz von Exklusivitäten der Klubs zu wahren. Wir wollen die bestmögliche, nicht die schnellstmögliche Lösung.

kicker: Warum sprechen Klubs bei der 3. Liga von "Intensivstation"?

Schott: Dies ist die subjektive Sicht von einzelnen Vereinen, die ihre Situation auf die gesamte Liga übertragen wollen. Für das Gros der Vereine trifft dieser Vorwurf keineswegs zu. Das Zulassungsverfahren zeigt insgesamt eine stabile wirtschaftliche Lage.

kicker: Osnabrücks Trainer Claus-Dieter Wollitz nennt die 3. Liga eine benachteiligte Klasse.

Schott: Der Vergleich mit der 2. Liga ist unpassend. Grundsätzlich hat jeder Klub eine solide Basis und gute Ausgangsposition, um in der 3. Liga erfolgreich zu arbeiten. Das bestätigen auch die Klubs. Natürlich aber unter der Voraussetzung, dass man auch verantwortungsvoll wirtschaftet.

kicker: Fehlt das Selbstverständnis, "nur" Drittligist zu sein?

Schott: 17 der 18 Vereine waren schon Teil der oberen beiden Spielklassen. Kein Wunder also, dass sie stets nach Höherem streben. Die 3. Liga wird als Übergangsstation gesehen.Wir wollen die Marke 3. Liga weiter stärken. Wir wissen, wie wichtig es ist, in jeder Region einen Leuchtturm zu haben.

kicker: Verstehen Sie den Unmut der Liga im Fall Aachen?

Schott: Klares Ziel Aachens ist es, den Spielbetrieb bis zum letzten Spieltag aufrechtzuerhalten und nicht vorher das Insolvenzverfahren zu eröffnen. Wir tun das Mögliche, damit dieses Ziel erreicht wird. Wir setzen großes Vertrauen in die handelnden Personen vor Ort.

kicker: Ist ein dauerhaftes Überleben in der 3. Liga möglich?

Schott: Davon sind wir überzeugt. Problematisch wird es, wenn Vereine aus der 2. Liga mit Kosten und Verbindlichkeiten in die 3. Liga kommen, die dort nicht mehr zu bedienen sind.

kicker: Wie konkret ist die Einführung eines DFB-Rettungsfallschirms für Zweitligaabsteiger?

Schott: Wir denken über viele Instrumente nach. Klar ist, dass kein Verein einen Wettbewerbsvorteil erhalten darf. Außerdem gibt es den DFB-Kautionsfonds. Der soll gewährleisten, dass der Spielbetrieb reibungslos abgewickelt wird, insbesondere dann, wenn die Zahlungsunfähigkeit droht. Der Fonds hat eine Obergrenze von 200 000 Euro pro Klub.

kicker: Wenn die Aachen-Spiele aus der Wertung fallen, wird der Auf- und Abstieg mitentschieden.

Schott: Sobald ein Verein während einer Saison ausscheidet, sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Wir nehmen jeden Fall zum Anlass, um über Weiterentwicklungen nachzudenken.

kicker: Wie konnte Aachen überhaupt die Lizenz erhalten?

Schott: Wir sind auf die Richtigkeit und Vollständigkeit der Unterlagen angewiesen. Zum Zeitpunkt der Zulassungserteilung war die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachgewiesen.

kicker: Aachen, OFC, Osnabrück - das Zulassungsverfahren weist keine stabile wirtschaftliche Lage auf. Gibt es Optimierungsbedarf im Lizenzierungsverfahren?

Schott: Ziel ist es zunächst, den Spielbetrieb über die Saison zu gewährleisten. Aber wir sind darauf angewiesen, dass unsere Vorgaben umgesetzt werden. Auch hier prüfen wir ständig Optimierungsmöglichkeiten.

kicker: Würde mehr TV-Geld für die Drittligisten helfen?

Schott: Ich denke nicht, dass sich pauschal strukturell nachhaltige Verbesserungen ergeben würden. Falsch wäre es, wenn es direkt in Spielergehälter fließt. Dies entbindet uns aber nicht davon, die Einnahmen stetig zu steigern.

kicker: Stichwort Rasenheizung: Nervten die vielen Spielausfälle?

Schott: In diesem Jahr waren die Witterungsbedingungen teils extrem und deswegen die Ausfälle häufiger. Auf eine verpflichtende Rasenheizung wurde aus Kostengründen bisher verzichtet. Vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten in diesem Winter werden wir aber in den zuständigen Gremien und mit den Vereinen diskutieren, wie die Zahl der Spielausfälle reduziert werden kann.

Interview: M. Lehmann/J. Wiske

25.04.13
 
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