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15.01.2013, 00:23

Aachen: Sieg im Verbandspokal tritt in den Hintergrund

Öffentliche Anklage: "Aachen Ultras" ziehen sich zurück

Alemannia Aachen kommt einfach nicht zur Ruhe. Der finanziell ums Überleben kämpfende Klub setzte sich im Verbandspokal beim ambitionierten Regionalligisten Viktoria Köln im Elfmeterschießen durch. Für wesentlich mehr Aufsehen und vor allem Diskussionen sorgte allerdings die Gruppierung "Aachen Ultras", die nach zahlreichen gewaltsamen Übergriffen mit Transparenten Kritik am Verein übte und fortan keine Alemannia-Spiele mehr besuchen will.

Zukünftig nicht mehr im Stadion: die "Aachen Ultras".
Zukünftig nicht mehr im Stadion: die "Aachen Ultras".
© imagoZoomansicht

Mark Flekken hätte sich kaum einen besseren Einstand wünschen können. Der 19-Jährige stand in der Zweitrunden-Partie des Mittelrhein-Pokals der Aachener bei Viktoria Köln erstmals als neue Nummer eins im Kasten. Die Partie ging ins Elfmeterschießen, Flekken, der Michael Melka im Tor ablöste, wehrte zwei Schüsse ab und führte die Alemannia damit zum 5:2-Sieg und zum Weiterkommen.

An anderen Tagen hätte der junge Niederländer damit uneingeschränkt im Mittelpunkt gestanden, doch beim Klub aus der Kaiserstadt liegt in diesen Tagen vieles im Argen. An diesem speziellen Tag gaben die "Aachen Ultras" den Anstoß.

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Mit vielen Transparenten zeigte die Fangruppe - unterstützt von Mitgliedern aus vielen anderen deutschen Fanszenen - ihre Unzufriedenheit mit dem Verein. "Nazis am Tivoli? Nie gesehen" oder "Diskriminierende Gesänge? Nie gehört" war beispielsweise auf den Bannern zu lesen. Mit dieser Aktion protestierten die "Aachen Ultras" gegen Vereinsverantwortliche, die sich ihrer Meinung nach nicht ausreichend gegen rechte Strömungen in der Aachener Fanszene positionieren und nicht tätig werden würden. "Wir werden bis auf Weiteres keine Spiele der Alemannia besuchen", kündigte ein Sprecher der Fangruppe an, "wir lösen uns aber nicht auf." Ob es für die linksorientierten "Aachen Ultras" eine Rückkehr ins Stadion geben wird, hänge "von den Reaktionen des Vereins ab, und davon, wie die Leute sich positionieren".

Hintergrund ist ein seit Längerem offen ausgetragener Konflikt in der Fanszene. Bis zum Sommer 2010 waren die jetzigen Kontrahenten in einer Gruppe organisiert, ehe sich ein Teil von den "Aachen Ultras" abspaltete und als "Karlsbande Ultras" neu organisierte. Während die "Aachen Ultras" offen antifaschistisch sind, ist die "Karlsbande", die sich selbst als unpolitisch bezeichnet und sich auf ihrer Website "von jeglichen politischen und extremistischen Strömungen" distanziert, seither dennoch auch Anlaufstelle rechtsextremer Fans.

Gewaltsame Übergriffe werden Mitgliedern der "Karlsbande" zugeschrieben

Seit Dezember 2011, als es beim Zweitligaspiel der Alemannia gegen Erzgebirge Aue Ausschreitungen innerhalb des Fanblocks gab, beklagen die "Aachen Ultras" immer wieder gewaltsame Übergriffe von Seiten der "Karlsbande". Im August erreichte die Gewalt unter Anhängern der gleichen Mannschaft beim Spiel der Alemannia in Saarbrücken eine neue Dimension. Das "Bündnis aktiver Fußballfans" (BAFF) ordnete diese als "einen gezielten und äußerst brutalen Angriff rechter Gruppen aus der Aachener Fanszene" ein.

Damals reagierte der Verein mit einer Verschärfung der Hausordnung, die beide Fan-Lager traf. Beiden Gruppierungen war es fortan verboten, sich am Fan-Treff des Stadions aufzuhalten. Zudem untersagte die Alemannia Fahnen und Banner mit dem Schriftzug der "Karlsbande" im Umfeld des Stadions. Dieses Verbot ging aber offenbar ins Leere, schon bald waren die Zeichen wieder im Stadion präsent. Der damalige Geschäftsführers Frithjof Kraemer erklärte, es würden sich "nach wie vor Gewalttäter und Personen mit rechtsextremer Gesinnung im Umfeld der Karlsbande" bewegen.

Die "Aachen Ultras" sehen in den Aussagen des Vereins allerdings nur Lippenbekenntnisse. Die Aussage von Sportdirektor Uwe Scherr, Politik und Religion habe in den Stadien keinen Zutritt, wurde als Beispiel für "schwammige und teils unfassbar bedeutungslose Worthülsen" aufgefasst.

Alemannia Aachen tritt Vorwürfen entgegen

Die Alemannia wehrt sich gegen die Anschuldigungen, Holger Voskuhl, Sprecher der Sondierungsgeschäftsführung des Klubs, sagte: "Der Vorwurf der 'Aachen Ultras', der Verein habe sich nicht klar positioniert, ist nicht haltbar. Alemannia Aachen spricht sich eindeutig gegen Rechtsextremismus aus. Wer dagegen verstößt, kann kein Fan der Alemannia sein und schadet dem Verein." Voskuhl warnte vor einer zu einseitigen Wertung des Konflikts und verwies auf zahlreiche Vermittlungsversuche des Vereins, die bislang leider gescheitert seien.

Der Fanbeauftragte der Aachener, Lutz van Hasselt, verweist darauf, der Klub habe "sich sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell immer wieder klar gegen Rechtsextremismus und Rassismus positioniert. Außerdem wurden Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund konsequent unter anderem mit Stadionverboten bestraft."

Auch am Samstag, bei der "Abschiedsvorstellung" der "Aachen Ultras" in Köln, kam es wieder zu Übergriffen. Vor dem Elfmeterschießen flogen unter anderem Knallkörper in deren Block, als Reaktion warfen einige Kunststoffstangen zurück. Die Polizei beendete diesen Konflikt, indem sie die Aachen Ultras innerhalb ihres Blocks zurückdrängte.

15.01.13
 

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