| Vorname: | Claus-Dieter |
| Nachname: | Wollitz |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | VfL Osnabrück |

kicker: Herr Wollitz, Osnabrück hat am 15. Spieltag zum zweiten Mal in der Saison die Tabellenführung übernommen. Dennoch fiel Ihre Reaktion nach dem 2:0-Heimsieg über Halle verhalten aus - warum?
Claus-Dieter Wollitz: Weil es nur eine Momentaufnahme ist. Und weil es nichts an der Tatsache ändert, dass es eine verdammt enge Liga ist. Wir haben doch auch schon eine Phase gehabt, in der wir aus vier Spielen nur drei Zähler geholt haben.
kicker: Und dennoch hat Ihr Team einen Lauf. 16 von 18 möglichen Punkten aus den letzten sechs Spielen - woher kommt diese Konstanz?
Wollitz: Das hat viel mit dem Charakter dieser Mannschaft zu tun. Mit der Bereitschaft, taktische Änderungen anzunehmen, sie auch aktiv und nachhaltig mitzutragen. Wir haben ja bereits einige dieser Situationen gehabt.
kicker: Wie zum Beispiel in Heidenheim, als Sie nach nur einer halben Stunde trotz Führung Yannic Thiel aus dem Spiel nahmen?
Wollitz: Wir mussten eine andere Balance finden. Wenn ich davon überzeugt bin, muss ich es eben tun. Das ist für den Spieler in dem Moment nicht einfach, aber da geht es um das Gesamtinteresse.
kicker: Ist der Teamgeist momentan der Schlüssel zum Erfolg?
Wollitz: Das muss er sein. Wir haben 16 neue Leute geholt. Wenn es dir nicht gelingt, einen Zusammenhalt herzustellen, dann hast du keine Chance. Aber wir haben natürlich auch die Qualität, die es schwer macht, uns zu schlagen.
kicker: Mit Zoller und Grimaldi haben Sie nur zwei "echte" Stürmer im Kader. Nun hat sich Zoller verletzt ...
Wollitz: Die Situation ist außergewöhnlich. Wir haben schon mal improvisiert, etwa mit Gaetano Manno in der Spitze. Aber grundsätzlich wäre es wünschenswert, einen weiteren Stürmer im Kader zu haben.
kicker: 9.000 Zuschauer kamen, viele hatten gegen Halle eine fünfstellige Kulisse erwartet. Sie auch?
Wollitz: Genauso wie ich es gelernt habe, mich jetzt im Stillen zu freuen, will ich auch hier keine Emotionen mehr bedienen. Ich freue mich über jeden. Wer nicht kommt, hat seinen
Grund.
Interview: A. Batke