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28.09.2012, 13:30

Aachen: Alemannischer Protest-Rückzug

Thomsen-Akte wird nicht angelegt

Die Aachener Negativserie von vier Niederlagen am Stück bleibt bestehen. Und damit auch die Euphoriewelle der Münsteraner. Die 1:2-Pleite am Dienstagabend gegen die Preußen hatte anfangs diverse Spekulationen bezüglich des Schiedsrichters aufgeworfen. Martin Thomsen (26) wurde unterstellt, die Partie in Richtung der Gäste manipuliert zu haben. Nun allerdings die Kehrtwende: Nach rechtlicher Prüfung zogen die Schwarz-Gelben ihre Erwägung eines Protestes zurück - keine Aussicht auf Erfolg.

Schiedsrichter Martin Thomsen
Im Blickpunkt: Schiedsrichter Martin Thomsen.
© imagoZoomansicht

"Auch wenn eine leider schlechte Leistung (kicker-Note 5, d. Red.) des Schiedsrichters vorliegt, bietet diese noch lange keine Grundlage, dem Unparteiischen einen Manipulationsversuch vorzuwerfen", so Aachens sportlicher Geschäftsführer Uwe Scherr (45). Der Anhaltspunkt, auf den sich der erste Verdacht berufe, ist Thomsens derzeitiger Arbeitsplatz. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter ist er nämlich am Institut für Unternehmensrechnung und -besteuerung an der Universität Münster angestellt. Zudem hat er einen Wohnsitz dort gemeldet.

Laut Hans-Jürgen Weber, ehemaliger Erstliga-Referee und Mitglied der DFB-Schiedsrichter-Kommission, sei dieser Anhaltspunkt allerdings nichtig: "Ich lache mich kaputt. Solche Überschneidungen durch Studienorte sind doch gang und gäbe. Da braucht man schon einiges, um daraus etwas abzuleiten." Die "Westfälischen Nachrichten" vermeldeten dagegen, dass Lutz-Michael Fröhlich, stellvertretender Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission, weniger begeistert gewesen sei. Er habe kritisiert, dass der Schiedsrichter bezüglich seiner Ansetzung bereits vor dem Spiel etwaige Bedenken hätte äußern müssen.

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Direkte Bezüge zu beiden Städten

Keinerlei Gefahr sah indes Carsten Gockel: "Wir haben nicht geglaubt, dass es noch ein Nachspiel geben würde. Wir haben das von vornherein nicht ernst genommen. Es wäre ja auch noch schöner." Desweiteren fügte der Sportvorstand von Preußen Münster noch skeptisch an: "Der Schiedsrichter kommt aus Kleve, ist dort geboren. Vor dem Spiel haben wir uns schon Gedanken zur räumlichen Nähe zu Aachen gemacht." Letztendlich, aufgrund der persönlichen Bindung zu beiden Städten, ist der Fall aus Alemannen-Sicht wohl endgültig ad acta gelegt.

Der Referee selbst sei - wiederum laut den "Westfälischen Nachrichten" - nicht für eine Stellungnahme zu erreichen gewesen.

28.09.12
 

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