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29.08.2012, 16:53

Karlsruhe: Erneute Ausschreitungen der Fans

KSC-Fanvertreter zum Rapport einbestellt

Beim gestrigen Spiel des Karlsruher SC in Dortmund (3:0-Sieg für den KSC) fielen wieder einmal mehrere Gästefans aus dem Rahmen. Nachdem Ende der letzten Saison schon das Rückspiel der verlorenen Relegation gegen Regensburg (2:2) von gewalttätigen Szenen überschattet worden war, leistete sich ein Teil des Badener Anhangs gestern wiederholt unrühmliche Szenen. Die Verantwortlichen des Zweitliga-Absteigers baten am heutigen Mittwoch Fanvertreter zum Rapport.

Anhang des Karlsruher SC
Schaden dem Image ihres Vereins: Ein Teil des Karlsruher Anhangs leistete sich in Dortmund erneut unrühmliche Szenen.
© imagoZoomansicht

"Wir werden uns schnellstmöglich Übersicht über die Sachlage verschaffen", kündigte Ingo Wellenreuther, der Präsident des KSC, eine rasche Aufarbeitung der Geschehnisse an. Dafür wurden Fanvertreter des Badener Klubs umgehend zum Rapport einbestellt: "Wir haben den Polizeibericht angefordert und werden sie mit den darin erhobenen Vorwürfen konfrontieren", ist der Vereinsoberste um Aufklärung bemüht.

Den Polizeiangaben zufolge hatten am Dienstagabend 150 Gästefans versucht, das Gelände rund um das Stadion Rote Erde zu stürmen, in dem die U 23 von Dortmund ihre Heimspiele austrägt. Nur unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray habe dies verhindert worden können. Bei dieser Aktion seien sieben Personen verletzt worden, unter ihnen eine Polizeibeamtin. Weitere 80 Chaoten seien festgesetzt worden. Ein KSC-Anhänger wurde wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch vorübergehend festgenommen.

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Der DFB leitete ein nach solchen Vorfällen übliches Standardverfahren ein und forderte Sprecher beider Vereine zur Stellungnahme auf. Ob es im Zuge der Verurteilung erneut zu einem Geisterspiel kommen wird, ist bisher noch offen. Bereits die Heimpartie am vierten Spieltag gegen Osnabrück (1:1) musste unter Auschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Dazu kam es, weil frustrierte KSC-Fans nach dem Abstiegsspiel im Mai zu Hause gegen Jahn Regensburg das Spielfeld stürmten, Pyrotechnik abbrannten, Ordner angriffen und versuchten, die Geschäftsstelle zu stürmen. Dabei verletzten sich 70 Personen, darunter 18 Polizeibeamte. Es entstand ein wirtschaftlicher Schaden von etwa 300 000 Euro.

Fans, die so auftreten, schaden dem Verein nur.KSC-Präsident Ingo Wellenreuther

Damals hatte Sportdirektor Oliver Kreuzer direkt nach dem Spiel noch Verständnis für die Enttäuschung und Frustration des Anhangs geäußert, auch wenn er die Randale nicht gutheißen könne, wie er in einem Interview mitteilte. Dieses Mal will der KSC jedoch absolut keine Entschuldigung gelten lassen. "Wir haben ein Interesse daran, dass unsere Fans sich auch auswärts korrekt verhalten. Wir sind auch dort nicht bereit, jegliche Art der Anwendung von Gewalt zu tolerieren. Fans, die so auftreten, nützen dem Verein nicht, sie schaden ihm nur", teilte Wellenreuther mit. Auch er weiß, dass solche Aktionen dem Image seines Vereins abträglich sind.

29.08.12
 

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