| Vorname: | Marco |
| Nachname: | Engelhardt |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Rot-Weiß Erfurt |
| Geboren am: | 02.12.1980 |
kicker: Zwei Niederlagen zum Auftakt mit 1:7 Toren. Herr Engelhardt, wie groß ist die Ernüchterung nach der 0:4-Pleite gegen Heidenheim und dem damit verpatzten Auftakt?
Marco Engelhardt: Natürlich hatten wir uns das ganz anders vorgestellt. Aber wir werden einen Teufel tun, jetzt alles in Frage zu stellen. Es gilt, Ruhe zu bewahren. Wir wussten, dass der personelle Umbruch nicht einfach wird.
kicker: Zuletzt verlor Rot-Weiß vor mehr als vier Jahren mit 0:4 zu Hause gegen Düsseldorf. Fielen die Reaktionen in der Fankurve dementsprechend heftig aus?
Engelhardt: Im Gegenteil. Die Fans haben uns eher positiv empfangen und versucht, uns aufzubauen. Es weiß doch jeder, dass man nach einer solchen Niederlage nicht viel reden, sondern es beim nächsten Mal einfach besser machen muss.
„Wir sind noch keine homogene Mannschaft.“
kicker: Warum präsentiert sich Ihr Team in einer derart desolaten Verfassung? Alles an dem Verjüngungsprozess festzumachen, wäre doch zu einfach, oder?
Engelhardt: Das wollen wir auch nicht. Unser Kader ist stark verändert und jünger geworden. Das muss sich finden und braucht Zeit. Klar ist aber auch, dass sich junge Spieler leichter tun, wenn sie in eine homogene Mannschaft kommen. Das sind wir noch nicht. Dazu machen wir zu viele haarsträubende Fehler. Die Tore von Heidenheim waren vor allem Geschenke von uns. Doch deswegen werden wir hier niemandem den Kopf runterreißen.
kicker: Sind diese katastrophalen Patzer irgendwie zu erklären?
Engelhardt: Das 0:1 war unglücklich. Anschließend haben wir total den Faden verloren. Das darf uns so nicht passieren. Heidenheim hat es uns vorgemacht. Das ist eine robuste, abgezockte Mannschaft, die jeden Fehler gnadenlos effektiv bestraft hat. Wir lassen dagegen wieder einige große Möglichkeiten aus. Das ist der entscheidende Unterschied.
kicker: Muss nicht auch von Ihnen als Führungsspieler mehr kommen, verbal und leistungsmäßig?
Engelhardt: Jeder muss sich steigern. Jeder ist nun gefordert, mehr zu tun. Vor allem wir Älteren. Da nehme ich mich nicht aus.
kicker: Mit Joan Oumari und Marius Strangl sahen zwei Spieler schon die Rote Karte. So bietet der ohnehin kleine Kader kaum Alternativen. Ist Ihnen bange vor den nächsten Wochen?
Engelhardt: Wenn wir die Fehler nicht abstellen, ja. Dann gewinnen wir gegen keinen Gegner der 3. Liga. Nächsten Samstag in Halle erst recht nicht.
kicker: Was ist beim mit vier Punkten klasse gestarteten Aufsteiger überhaupt drin?
Engelhardt: Halle ist sehr defensivstark, hat eine in sich gewachsene Mannschaft und noch kein Gegentor gekriegt. Die werden vor Selbstvertrauen strotzen. Wir müssen in erster Linie in den Zweikämpfen dagegenhalten, nur dann ist auch etwas drin.
kicker: Nach Kaiserslautern zeigt mit Paderborn nun der nächste Zweitligist Interesse an Smail Morabit, dem im Vorjahr neun Tore und neun Assists gelangen. Kann es sich der Verein erlauben, den derzeit am Arm verletzten Top-Stürmer noch abzugeben?
Engelhardt: Rein sportlich ist Smail nicht zu ersetzen. Ich glaube, das hat man deutlich gesehen.
Interview: Marco Alles