Die Frage nach dem verflixten zweiten Jahr hört Trainer Gerd Schädlich gar nicht so gern. Auch wenn es mitunter passiert, dass ein Liga-Neuling unterschätzt wird, er im Premierenjahr am Ende besser als gedacht dasteht und im zweiten Jahr oft gegen den Abstieg kämpft, antwortet der Coach des CFC gleich unmissverständlich: "Das wäre doch wieder ein Alibi für die Spieler. Das liegt doch an jedem selbst. Mit dem FSV Zwickau", so Schädlich, "bin ich Mitte der 90er-Jahre im zweiten Jahr in der 2. Liga Fünfter geworden."
Deshalb sieht der Trainer seinen Klub im zweiten Drittligajahr weder in einer besonders guten, noch besonders schlechten Ausgangslage. Mit insgesamt acht Neuzugängen hat die Mannschaft ohnehin ein neues Gesicht bekommen. Kapitän Carsten Sträßer glaubt auch nicht, dass der CFC - der in der Vorsaison am Aufstieg schnupperte und als Neunter endete - von der Konkurrenz unterschätzt wurde: "Die 3. Liga ist sowieso eine Wundertüte. Wir sind selbst verantwortlich, wie es laufen wird. Fest steht, diese Liga ist kein Selbstläufer. Wir müssen Woche für Woche 100 Prozent abliefern."
Mit den Neuen erhofft sich Schädlich einen spielerischen Fortschritt. Und mit dem Abgang von Top-Scorer Ronny Garbuschewski (acht Tore/18 Vorlagen) nach Düsseldorf soll aus der Not eine Tugend gemacht werden: "Ich denke, wir sind in der Offensive qualitativ und quantitativ besser aufgestellt. In der letzten Saison lief vieles über Ronny. Wenn er einen schlechten Tag hatte, wurde es für uns schwer", meint Sträßer und prognostiziert: "Ich denke, dass wir jetzt schwerer ausrechenbar sind."
Vor allem dank Maik Kegel und Anton Makarenko, die allerdings wegen Krankheit und Verletzung nicht die komplette Vorbereitung absolvieren konnten, sowie Tino Semmer soll es fußballerisch einen Schritt nach vorn gehen. Auch Sascha Pfeffer bringt Offensivpotenzial mit. Josip Landeka schickt sich an, für die Defensive eine Verstärkung zu werden.
"Ich hoffe, dass Spieler wie Kegel einen Schritt nach vorn machen und nicht das ewige Talent bleiben. Sie müssen es aber selbst wollen", sagt der Trainer, der schon so manch "schwierigem Spieler" auf die richtige Bahn verholfen hat. Taktisch will Schädlich mit zwei Systemen (ein oder zwei Stürmer), je nach Gegner, Heim- oder Auswärtspartie und dem zur Verfügung stehenden Personal, spielen lassen. Ob seine Neuen gut einschlagen und welches Ziel letztlich angepeilt werden soll, möchte der Trainer allerdings erst nach zehn Spieltagen oder vielleicht sogar erst in der Winterpause verkünden.
"Bisher waren die Spieler keinen nervlichen Belastungen ausgesetzt, die Gegner noch nicht so stark. Zudem ist die 3. Liga ziemlich unberechenbar", erklärte der 59-jährige Trainerfuchs. Nur so viel steht fest: Ein verflixtes zweites Drittligajahr soll der Chemnitzer FC nicht erleben.
Jens Wohlgemuth
| Name | Z/A | Position | Datum |
|---|---|---|---|
| Hazaimeh, Jeron | Abwehr | 23.01.2013 | |
| Aydemir, Selim | Mittelfeld | 31.08.2012 | |
| le Beau, Pierre | Abwehr | 31.08.2012 | |
| Dobry, Pavel | Sturm | 19.07.2012 | |
| Peßolat, Matthias | Mittelfeld | 27.06.2012 | |