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04.10.2011, 15:52

Chemnitz: Kampf um neues Stadion

CFC: Streitpunkt Stadion - Profifußball gefährdet?

Der Präsident des Chemnitzer FC, Mathias Hänel, sieht ohne Stadionumbau den Profifußball in der sächsischen Stadt gefährdet. "Es geht um die weitere Existenz des Profifußballs in der Stadt. Nur wenn sich über ein modernes Stadion die wirtschaftliche Basis des Vereins mittel- und langfristig gestalten lässt, haben wir eine Chance, den Profifußball in Chemnitz zu erhalten und weiter zu entwickeln", sagte Hänel im Interview mit der Freien Presse. Ein Meistertrainer und ein ehemaliger DFB-Kapitän unterstützen die Pläne.

Stadion an der Gellertstraße
Zittern: Der Chemnitzer FC muss auf ein neues Stadion hoffen.
© imagoZoomansicht

Aufgekommen ist die Debatte mit dem Aufstieg der "Himmelblauen" in der vergangenen Saison. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sah das 1934 errichtete Stadion an der Gellertstraße nicht mehr als geeignet für die 3. Liga an. Vor allem in punkto Sicherheit wurde gemahnt. Nötig seien mehr Platz für Polizei und Feuerwehr, zudem fehlten Parkplätze sowie eine zweispurige Zufahrt.

Am Mittwoch (ab 15 Uhr) entscheidet der Chemnitzer Stadtrat über den Umbau des Stadions an der Gellertstraße. Das Projekt soll 23 Millionen Euro kosten und zwischen Frühsommer 2012 und Ende 2013 erfolgen. 15.000 Zuschauer hätten nach der Baumaßnahme Platz im neuen Stadion.

Gegen den Vorschlag hatte es vermehrt kritische Stimmen gegeben. Der Umbau durch ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt käme Chemnitz teuer zu stehen. Die Zinsen für die Kreditbelastungen seien enorm, hieß es. Auch hielten sich die Erträge des Klubs in Grenzen, sollte man nicht irgendwann in die 2. Liga aufsteigen.

Ich finde den Neubau gut, weil ich selber weiß, wie toll es ist, in einem modernen Fußballstadion zu spielen.Michael Ballack

Im Gegenzug präsentierte der Verein am Dienstag eine breite Unterstützerliste. Mehr als 21.000 Chemnitzer unterzeichneten innerhalb von vier Wochen eine entsprechende Unterschriftenliste für das Projekt. Auch der renommierte Ex-Nationalspieler Michael Ballack, der beim CFC vor seinem Wechsel 1997 in die Bundesliga die Jugendmannschaften durchlief, sprach sich für den Stadionbau aus: "Ich finde den Neubau gut, weil ich selber weiß, wie toll es ist, in einem modernen Fußballstadion zu spielen."

Auch Jürgen Klopp reihte sich in die lange Schlange der Befürworter ein. Der Dortmunder Coach kennt die Verhältnisse des Chemnitzer FC noch aus seiner Zeit als Aktiver bei Mainz 05. Durch den Transfer von Außenspieler Chris Löwe im Sommer von Chemnitz zum BVB frischte der Kontakt auf. "Ein modernes Stadion ist für eine Stadt wie Chemnitz grundlegend notwendig, um die wirtschaftliche Basis für den Profifußball zu schaffen", sagte der Erfolgscoach.

Derzeit spielt der CFC mit einer Sondergenehmigung des DFB in dem 1934 erbauten Stadion. "Wir können nicht sicher sein, dass die Sondergenehmigung verlängert wird. Das bedeutet entweder Zwangsabstieg, oder wir müssen in der Region ein Ausweichstadion finden. Das wäre natürlich hochgradig blamabel", sagte Hänel weiter.

 
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Stadion an der Gellertstraße

Stadionkapazität: 15.000

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