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26.08.2010, 10:01

Wiesbaden: Torhüter Gurski im Interview

"Das ist der blanke Wahnsinn"

In Sandhausen verlor er im letzten Winter seinen Stammplatz, in Wehen ist er die Nummer 1. Torhüter Michael Gurski (31) spricht über den Saisonstart.

Michael Gurski
"Wir wissen, dass wir nur als Kollektiv funktionieren": Michael Gurski lobt das Zusammenspiel der Mannschaft.
© imago

Fünf Spiele, drei Siege, zehn Punkte, Platz vier. Der Start des SV Wehen Wiesbaden in die Saison kann sich sehen lassen. Torhüter Michael Gurski (31) nennt die Gründe für den guten Einstieg.

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kicker: Herr Gurski, sind Sie selbst ein bisschen überrascht über den vierten Platz?

Michael Gurski: Eigentlich nicht. Wir haben teilweise einfach gut gespielt. Wir haben gegen Burghausen gefühlte 40-mal aufs Tor geschossen und am Ende zwei Punkte liegen lassen. Auch gegen Offenbach war mehr drin gewesen. Dafür gabs in Braunschweig keinen Elfmeter gegen uns. Es gleicht sich alles aus und deshalb haut es mich noch nicht um, dass wir jetzt dort stehen, wo wir sind. Wenn wir am 20. Spieltag auf dem zweiten, dritten oder vierten Platz stehen, dann wäre es vielleicht anders.

kicker: Wie erklären Sie sich den guten Start?

Gurski: Die Philosophie unseres Trainers Gino Lettieri geht voll auf. Hinten machen wir die Schotten dicht, vorne sind wir immer für ein Tor gut. Wir werden perfekt auf jedes Spiel und jeden Gegner eingestellt - und die Mannschaft ist in der Lage, die Vorgaben umzusetzen. Das ist auch ein Qualitätsmerkmal für diese Mannschaft, die sich als gute Einheit präsentiert. Wir haben keinen, der den Superstar raushängen lässt. Wir wissen, dass wir nur als Kollektiv funktionieren. Und das klappt ordentlich.

Wir werden keine Höhenflüge kriegen, nur weil wir dreimal gewonnen habenMichael Gurski

kicker: Vor dem Spiel in Braunschweig wurde tiefgestapelt. Warum?

Gurski: Weil wir einen Teufel tun werden und jetzt sagen: Hey, wir marschieren durch die Liga. Die 3. Liga ist der blanke Wahnsinn - hier ist alles möglich. Und wir werden keine Höhenflüge kriegen, nur weil wir dreimal gewonnen haben. In der Vorsaison stand ich mit dem SV Sandhausen zwischenzeitlich auf dem ersten Platz - am Ende wären wir fast abgestiegen. Deshalb der Allgemeinplatz: Wir schauen von Spiel zu Spiel. Und erst dann weiter.

kicker: Mit sieben Punkten aus drei Gastauftritten ist Ihre Elf die beste Auswärtsmannschaft der 3. Liga.

Gurski: Ja, da haben wir eiskalt zugeschlagen und gezeigt, dass wir mit dem Druck umgehen können und nur auf uns schauen. Wir lassen uns von nichts und niemandem beeindrucken, ziehen unser Spiel durch. Das macht uns stark. Überhaupt: Es gibt nichts Schöneres, als 14 000 Fans oder mehr gegen sich zu haben. Das motiviert unheimlich. Das sind die Kulissen und die Erlebnisse, wofür wir Fußballer leben.

INTERVIEW: HENNING KUNZ

26.08.10
 
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