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13.11.2008, 19:04

Nürnberg: Präsident Roth rudert zurück - Bader und Woy bleiben

Dem Chaos folgt der Konsens

Nach heftiger öffentlicher Kritik von Präsident Michael A. Roth drohte in der Führung des 1. FC Nürnberg schon am Donnerstagabend die Eskalation. Doch diese blieb aus, vielmehr haben sich die streitenden Parteien auf einen Konsens geeinigt. "Auf breiter Basis ist ein Konsens entstanden", erklärte der zuletzt gescholtene Manager Martin Bader. "Wir haben die Sachen so aufgearbeitet, dass wir vertrauensvoll weiterarbeiten können."

Fußball, 2. Bundesliga: Michael A. Roth, Präsident des 1. FC Nürnberg
Rudert zurück und will weiter aufsteigen: Michael A. Roth, Präsident des 1. FC Nürnberg.
© imagoZoomansicht

Damit erlebt die Szenerie rund um den 1. FC Nürnberg eine nicht ganz zu erwartende Kehrtwendung, denn anstelle eines Burgfriedens wurde vielmehr über die Ablösung von Bader oder Geschäftsführer Ralf Woy gemutmaßt. Des Weiteren wurde auch darüber spekuliert, dass möglicherweise die Amtszeit von Präsident Roth zu Ende gehen könnte. Nichts von alledem passierte am Donnerstagabend nach einer außerordentlichen Präsidiumssitzung am Valznerweiher.

Nun soll die Konzentration wieder auf das Sportliche gelenkt werden, und da haben die Franken trotz des derzeit schlechten Zustandes der Mannschaft nur eines im Blick - die direkte Rückkehr ins Oberhaus. "Wir stehen in bestem Einvernehmen, dass wir unser Ziel Aufstieg erreichen", erklärte Präsident Michael A. Roth. Das sieht auch Bader so: "Wir haben eine sportliche Situation, die es gebietet, auf die sportlichen Themen zu schauen." Und diese werden auch dafür verantwortlich sein, wie lange der Burgfrieden beim Club hält.

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Zur Vorgeschichte: Am Dienstag hatte Präsident Michael A. Roth in der Nürnberger Abendzeitung heftige Kritik an Sportdirektor Martin Bader und Geschäftsführer Ralf Woy, beide hauptamtliche Vize-Präsidenten, geübt. Der 73-Jährige, der sich aus dem aktuellen Tagesgeschäft weitgehend zurückgezogen hat, warf den beiden Alleingänge vor, drohte mit Rücktritt. "Ich will, dass Bader und Woy ihre Pflichten nicht weiter vernachlässigen und mich häufiger in Kenntnis setzen", lautete Roths Forderung. Via Presse, nicht intern, und ohne Ankündigung. Geeignete Nachfolger habe er aber nicht in der Hinterhand, ließ Roth noch wissen.

"Ich habe nie ein schlechtes Wort über Herrn Woy gesagt."Michael A. Roth

Nun ruderte der Prasident des fränkischen Traditionsvereins zurück und wollte vor allem an der Rolle von Finanz-Sanierer Woy nichts bekritteln. "Ich habe nie ein schlechtes Wort über Herrn Woy gesagt", beteuerte Roth am Donnerstagabend nach der Sitzung.

Fußball, 2. Bundesliga: Michael A. Roth mit Reportern vor der Aufsichtsratssitzung
Mal wieder im Mittelpunkt: Michael A. Roth mit Reportern vor der Aufsichtsratssitzung
© picture-alliance

Zuvor hatten sich die beiden Kritisierten doch sehr irritiert gezeigt über die Präsidentenschelte. "Ich gehe davon aus, dass Martin Bader und ich den Club verlassen müssen", äußerte Woy am Mittwoch sein Unverständnis. "Wenn die Gremien der Meinung sind, dass wir schlechte Arbeit gemacht haben, müssen sie handeln", so Woy weiter. "Er hat Dinge geäußert, die ohne Not unter die Gürtellinie gehen, anstatt nach außen für Geschlossenheit zu sorgen", zeigte sich auch Bader über Roth verwundert, vor allem über "die Vehemenz".

Kurios: Noch am vergangenen Donnerstag, bei der jüngsten Präsidiumssitzung, herrschte Einigkeit über den künftigen sportlichen Kurs, vor allem auf junge, talentierte Spieler zu setzen. Nachdem die aktuelle Mannschaft bitter enttäuscht, soll der Kader in der Winterpause umgebaut werden.

Reinartz und Risse im Club-Visier

Zwei Kandidaten kommen nach kicker-Informationen aus Leverkusen. Innenverteidiger Stefan Reinartz sowie der rechte Außenbahnspieler Marcel Risse (beide 19) sollen zur Rückrunde auf Leihbasis nach Franken wechseln. Bei Bayer besitzen sie einen Vertrag bis 2012, haben derzeit bei den Profis keine Chance auf Einsätze. Beide gehörten der deutschen U19 an, die im Sommer Europameister wurde, gehören also zu den Top-Talenten ihres Jahrgangs.

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Michael Oenning

Auch der in Gladbach aussortierte Sascha Rösler (31) wird intern diskutiert, der Mittelfeldspieler tendiert allerdings zu einem Verbleib im Westen. Für die Innenverteidigung besteht zudem Interesse an Franz Schiemer (22, Austria Wien).

Wer wird aussortiert?

Bei drei oder vier Neuzugängen sollen, um den Kader nicht aufzublähen, ebenso viele Spieler gehen. Kandidaten sind die erst im Sommer verpflichteten Ioannis Masmanidis, Isaac Boakye und Mario Breska. Das Eingeständnis einer verfehlten Personalpolitik. Ob das Trio großes Interesse bei anderen Vereinen weckt, darf außerdem getrost bezweifelt werden. Auch Javier Pinola und Angelos Charisteas könnten, sollte ein größerer Umbruch schon im Winter vollzogen werden, den FCN verlassen.

13.11.08
 
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