Aachen: Interview mit Jürgen Seeberger
Aufstieg? "Mir geht es um Inhalte"
kicker: Herr Seeberger, am Montag nahmen Sie mit 19 Feldspielern das Training auf. Der am Kreuzband verletzte Mirko Casper wird später noch dazukommen. Ist das Ihr Wunschkader?
Trainer Seeberger: Gemessen an unseren finanziellen Möglichkeiten ist das der Kader, den wir abgesprochen haben. Damit kann ich gut arbeiten.
kicker: Mit Benjamin Auer aus Bochum und Markus Daun aus Duisburg haben Sie zwei gestandene Erstliga-Profis geholt. Sollen diese Spieler auch Führungspositionen im Kader übernehmen?
Seeberger: Grundsätzlich soll sich jeder Spieler in die Mannschaft einbringen. Aber klar, wenn einer etwas mehr Erfahrung vorweisen kann, weil er schon in einer höheren Liga gespielt hat, dann soll er diese Erfahrung auch einbringen.
kicker: Streben Sie in der neuen Saison eine Achsenbildung mit gesetzten Führungsspielern in den einzelnen Mannschaftsteilen an?
Seeberger: Das ist ein Wunsch, den man haben kann. Andererseits gibt es aber auch den Wunsch, dass sich jeder voll einbringt. Außerdem kommt es immer wieder zu Wechseln, weil der eine besser drauf ist. Das muss sich nicht negativ auswirken, schließlich ergibt so etwas immer wieder frische Kräfte. Und es ist ja auch nicht schlecht, wenn es zum Konkurrenzkampf kommt. Deswegen wird eine Achse bei mir zwar immer ein Thema bleiben, aber grundsätzlich hat jeder auf seiner Position Führungsarbeit zu leisten - für sich und seinen Nebenmann.
kicker: Zum Trainingsauftakt werden mit Alexander Klitzpera und Benjamin Weigelt auch zwei Spieler erscheinen, mit denen Sie nicht mehr planen, und die noch keinen neuen Klub gefunden haben. Wie gehen Sie mit diesen Spielern um?
Seeberger: Es geht hier ja nicht darum, jemanden abzustrafen. Sie werden ganz normal mit dabei sein, aber mit der klaren Ansage, dass sie keine Möglichkeiten mehr haben.
kicker: Steht diese Entscheidung oder gibt es einen Weg zurück in die Mannschaft für einen dieser Spieler?
Seeberger: Nein, die Entscheidung steht.
kicker: Sie kamen Anfang Januar zur Alemannia, die nach der Vorrunde auf einem enttäuschenden 11. Rang stand. Sie haben Aachen in der Rückrundentabelle auf Rang 4 geführt, punktgleich mit den Aufsteigern aus Gladbach und Köln. Muss sich daraus nicht automatisch das Saisonziel "Aufstieg" ableiten?
Seeberger: Wir wollen im ersten Drittel der Tabelle mitspielen, mit Kontakt nach oben. Aber Aufstieg? Der dritte Platz wird ja künftig noch nicht zum Aufstieg berechtigen, da ist ja jetzt die Relegation zwischengeschaltet. Der Aufstieg ist sicherlich ein tolles Ziel, aber ich will auch das entsprechende Verhalten der Spieler sehen. Mir geht es da mehr um die Inhalte. Wenn jeder bereit ist, sich voll einzubringen, alles für ein solches Ziel zu tun, dann kommt automatisch auch etwas dabei raus.
Holger Richter
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