Und daran ändert auch nichts, dass die Führungsregie am Sonntag zu Strukturen, Sportdirektor Martin Bader und Trainer Thomas von Heesen einhellig " wir machen weiter so" geschrieen hat - von Zeitdruck und der Angst getrieben, als Chaos-Verein dazustehen. Mit der Einmütigkeit ist es aber ebenso wenig weit her wie zuletzt. Da rühmt sich Franz Schäfer, einer der Vize-Präsidenten, dass er bereits im November für die Meyer-Entlassung gewesen wäre. In den betreffenden Sitzungen hingegen verhielt er sich wie ein Fisch: stumm.
Das artige Abnicken vom Sonntag steht im Gegensatz zum wirklichen Klima im Verein: Die Nerven sind angespannt, das Ringen um den Erhalt von Posten und Macht ist im vollen Gange und löst sich nur dann in Wohlgefallen auf, wenn der FCN in der 2. Liga vom ersten Spieltag an auf die sportliche Überholspur einfädelt. Um Letzteres zu gewährleisten, soll Ex-Spieler Marc Oechler als Mitglied des Aufsichtsrats Sportdirektor Martin Bader unterstützen. Als sportlicher Berater, wie der kicker aus Präsidiumskreisen erfuhr. Bader, der zu Recht nicht ernsthaft infrage gestellt worden ist, begrüßt dies: "Ich habe jetzt einen fixen Ansprechpartner, das beschleunigt die Vorgänge." Man beachte: Ansprechpartner, nicht aber Berater!
Klarer sind die Eckdaten des Neuaufbaus: Der FCN ist, Bader sei Dank, nahezu schuldenfrei, muss seinen Lizenzspieleretat von 23 auf rund 16 Millionen Euro kürzen, den geplanten Neubau (Spielertrakt, Jugendinternat und Geschäftsstelle) auf Eis legen, kalkuliert mit einem Zuschauerschnitt von 20000, steht noch ohne Hauptsponsor da. Vor diesem Hintergrund macht sich Bader mit Trainer von Heesen ans Zusammenstellen eines aufstiegsreifen Kaders - in dem Wissen, keine Fehler machen zu dürfen. Der wegen seiner Außendarstellung wie auch seiner schwachen sportlichen Bilanz zu Recht im näheren Umfeld höchst umstrittene von Heesen hat nullkommanull Kredit - ein Fehlstart wäre fatal für ihn.
Ein Szenario, dem sich Bader verweigert. "Wir bauen eine Elf auf, die Aufbruchstimmung erzeugt", ist er sich sicher. Der Vorteil: Der Club kann bis auf Galasek und Kristiansen alle Verträge per Option verlängern - oder eben nicht. Der Haken: zu Erstliga-Konditionen. Hält der FCN absolute Wunschkandidaten wie Wolf, Pinola oder Mintal, können sie aufgrund der stark leistungsbezogenen Komponente der Ver- träge mehr verdienen als in Liga eins. Der Spagat lautet also: Hochkaräter halten und gleichzeitig eine fürs Ziel Aufstieg unabdingbare, aber nicht billige Qualität in der Breite schaffen. Was es heißt, auf einigen Positionen keinen annähernd gleichwertigen Ersatz zu haben, hat der FCN ja jüngst schmerzhaft erfahren. Auf die Balance kommt es an - vor allem auf einem Seil!
Chris Biechele
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08.02.12
Sturm
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31.01.12
Sturm
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31.01.12
Mittelfeld
Regensburg: Der vierte Neue kommt aus Freiburg |
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