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13.12.2007, 09:04

Koblenz: Chaos bei der TuS

Adieu Ambitionen?

Chaos bei der TUS Koblenz. Die Transfers im Sommer haben ein tiefes Loch in die Vereinskasse gerissen, die Zahlen sollen sogar die DFL alarmiert haben.

Marko Lomic
Schieflage: Marko Lomic hat der TuS wohl viel Geld gekostet, die ist nun in Nöten.
© dpaZoomansicht

Wenn am Freitag die TuS Koblenz zum abschließenden Hinrunden-Spiel Alemannia Aachen empfängt, dann könnte es eventuell das letzte Spiel einiger Akteure im Dress der Rheinländer sein. Die in der Vorwoche abgewendete drohende Insolvenz zwingt den Klub wohl, sich von einigen, eventuell auch kostspieligen Leistungsträgern zu trennen. Adieu Ambitionen?

Erst in der vergangenen Woche kamen die alarmierenden Zahlen auf den Tisch. Für die beiden von Partizan Belgrad verpflichteten Defensivspieler Branimir Bajic (28) und Marko Lomic (24), die im Sommer angeblich ablösefrei geholt wurden, musste die TuS tief in die Taschen greifen: Bajic soll stolze 800000 Euro gekostet haben, der stark umworbene Lomic soll dem Aufsteiger der Vorsaison gar 1,5 Millionen Euro wert gewesen sein.

Summen, die ein tiefes Loch in die Kassen gerissen haben. Kein Wunder, dass die Gehälter zuletzt immer später ausgezahlt wurden. Verantwortlich für die teuren Transfers wurde Geschäftsführer Hermann Gläsner gemacht. Offiziell noch bis zum 17. Dezember krankgeschrieben und seit Tagen "abgetaucht", wurde Gläsner vorerst zum Geschäftsstellenleiter degradiert.

Hier konnten die Strukturen nicht mit dem rasanten sportlichen Aufstieg standhalten.Professor Dr. Rüdiger Sterzenbach

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Die Nachfolge Gläsners übernahm ehrenamtlich der Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Rüdiger Sterzenbach (61). "Hier konnten die Strukturen nicht mit dem rasanten sportlichen Aufstieg standhalten", erkannte der ehemalige Präsident des Landessportbunds Rheinland-Pfalz sofort. Sterzenbach gilt als Freund des mächtigen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Walterpeter Twer, der mit der Berufung Sterzenbachs nur die Versäumnisse seiner Pflichten als Vorsitzender des Aufsichtsrats der GmbH ausbügelte. Angeblich soll auch die DFL schon bei der TuS vorstellig geworden sein.

Statt Aufbruch- also eher Abschiedsstimmung am Oberwerth. "Wir müssen keine Spieler wegen der Finanzen abgeben", betont zwar Sterzenbach, "aber wir müssen, wie überall in der Wirtschaft, das Verhältnis von Leistung und Entlohnung abwägen." Dieser Überlegung könnten Spieler wie Stürmer Dragan Bogavac oder Goran Sukalo (Ausstiegsklausel für eine geringe Ablösesumme) zum Opfer fallen. Eventuell kommen auch andere Profis auf die Verkaufsliste. Keine leichte Aufgabe für Trainer Uwe Rapolder und "Co" Mario Basler.

Hardy Hasselbruch

13.12.07
 
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