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08.03.2019, 11:16

Anekdoten zur Stadtmeisterschaft

Asamoahs "unglaublicher Moment" - und warum Hollerbach "draußen bleiben" musste

St. Pauli gegen den HSV - das Derby in Hamburg elektrisiert die Massen, hat aber auch schon viele Anekdoten zum Schmunzeln geschrieben. Zum Beispiel Geschichten mit Gerald Asamoah, Thomas Meggle, Bernd Hollerbach und Marinus Bester.


Gerald Asamoah: Sein "unglaublicher Moment"

Gerald Asamoah
Mr. Derby: St. Paulis Gerald Asamoah (M.) im Zweikampf mit HSV-Spieler Zé Roberto (r.).
© imagoZoomansicht

Gerald Asamoah hat die unansehnliche Nullnummer im Hinspiel der laufenden Saison zwischen dem HSV und St. Pauli durchaus gefallen. Der Underdog blieb dadurch amtierender Stadtmeister, weil der frühere Nationalstürmer St. Pauli im bis dahin letzten Duell am 16. Februar 2011 zu diesem inoffiziellen Titel geschossen hat. Das 1:0 im Volkspark war der erst zweite Punktspielsieg St. Paulis, noch dazu gegen einen mit Superstars wie Ruud van Nistelrooy und Zé Roberto gespickten HSV-Kader. "Ein unglaublicher Moment", sagt der Stadtmeister-Schütze.

Momente, die für ihn Programm sind. Denn Asamoah ist Deutschlands Mr. Derby. Er entschied 1998 mit seinem goldenen Tor das Niedersachsen-Derby zwischen Braunschweig und Hannover für 96 und das damalige Aufstiegsrennen zwischen den beiden Rivalen; er war Hauptdarsteller im bedeutendsten deutschen Derby zwischen Schalke und Dortmund und nennt den Ruhr-Rivalen auch heute noch nur "Lüdenscheid". Am kommenden Sonntag geht sein Blick ans Millerntor, verbunden mit dem Wunsch, dass St. Pauli auch danach noch Stadtmeister ist.


Thomas Meggle: PR-Aktion ging nach hinten los

Thomas Meggle
Spuckte große Töne und verschoss dann einen Elfmeter: Thomas Meggle.
© Getty ImagesZoomansicht

Thomas Meggle war Co-Trainer auf St. Pauli an jenem denkwürdigen Februarabend vor acht Jahren. Und feierte mit dem 1:0 auch eine Versöhnung mit seiner ganz eigenen Derby-Geschichte. Im Frühjahr 2002 war Meggle als Torjäger und Mittelfeld-Regisseur die letzte große Hoffnung St. Paulis im Bundesliga-Abstiegskampf, hatte selbst aber keine mehr - und stattdessen das Gefühl, "irgendetwas Verrücktes machen zu müssen, um noch mal alle wachzurütteln". Er rief den damaligen Sportredakteur der Hamburger Morgenpost, Jörn Wolf, an, im Telefonat kreierten sie gemeinsam diese verbale Attacke vor dem Duell: "Wir schlagen den HSV auch auf dem Mond. Die werden merken, wie es ist, wenn sie am Morgen danach ihre Brötchen beim Bäcker holen und die ganze Stadt über sie lacht." Beim Stand von 0:0 gibt es Elfmeter für St. Pauli, Meggle will seinen Worten Taten folgen lassen, schnappt sich den Ball, verschießt. Und muss ganz kleine Brötchen backen, weil St. Pauli 0:4 verliert und absteigt.

2011 ist der einstige Reporter Wolf Mediendirektor beim HSV. Als Meggle den Triumph nach Asamoahs Tor feiert, treffen sich in den Katakomben ganz kurz ihre Blicke. Und in diesem Moment lacht tatsächlich Meggle.


Bernd Hollerbach: "Muss leider draußen bleiben"

Bernd Hollerbach
Sein Wechsel zum HSV sorgte 1996 für heftigen Gegenwind - in beiden Lagern: Bernd Hollerbach.
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Bernd Hollerbach ist vor rund einem Jahr angetreten, um den Abstieg und die Neuauflage der Stadtmeisterschaft zu verhindern, scheiterte aber als Trainer beim HSV. Im Januar 1996 fühlte er sich schon einmal gescheitert. Und wollte alles hinschmeißen. Der Grund: Der gebürtige Würzburger war als St.-Pauli-Idol zum 1. FC Kaiserslautern gewechselt und nach nur einem halben Jahr in die Hansestadt zurückgekehrt - zum HSV. Beim Hamburger Hallenturnier ist sein erster Auftritt, und der gerät denkwürdig. "Ich bin auf einen Tisch geklettert und wollte mich erklären, da sind mir Leuchtraketen um die Ohren geflogen. Aus beiden Fanlagern."

Die HSV-Fans wollen ihn nicht haben und die St.-Pauli-Fans ihn nicht mehr sehen. "Ich bin raus aus der Halle und an die Alster geflüchtet. Danach habe ich unserem Trainer Felix Magath gesagt: Du, ich zerreiß den Vertrag einfach wieder." Magath stimmte Hollerbach um, und statt weniger Tage blieb er acht Jahre - nur eben im Stadtteil St. Pauli lange unerwünscht. Diverse Bars zierte seinerzeit ein Aufkleber mit dem Konterfei des Profis und der Aufschrift: "Ich muss leider draußen bleiben."


Marinus Bester: Polizeischutz wegen HSV-Trikot

Ziemlich beste Freunde: Hamburgs Marinus Bester (l.) und Sergej Barbarez (r.).
Ziemlich beste Freunde: Hamburgs Marinus Bester (l.) und Sergej Barbarez (r.).
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Marinus Bester hat es beim Hinspiel des Derbys in der Saison 2001/02 geschafft, Geschichte zu schreiben, ohne eingesetzt zu werden. Auch das geht wohl nur bei dieser ganz besonderen Stadtmeisterschaft. Die Anekdote beginnt bereits 1999. Da stürmt der bekennende HSV-Fan Bester in der Regionalliga Nord für den Lüneburger SK. Im Spiel bei den St.-Pauli-Amateuren erzielt er das Siegtor zum 1:0, rennt zum gegnerischen Fanblock, lüftet sein Trikot und präsentiert darunter ein HSV-Shirt. "Danach", erinnert er sich, "wollten ein paar St.-Pauli-Fans auf mich losgehen. Die Ordner brachten mich in die Kabine, die Anlage konnte ich nur unter Polizeischutz verlassen."

Ein Jahr später ging es für Bester, zuvor schon beim HSV, bei Werder und Schalke unter Vertrag, noch mal zurück in die Bundesliga, zu "seinem" Verein. Seine Geschichte ist bekannt unter den Teamkollegen. Und deswegen hat sich Top-Torjäger Sergej Barbarez in Anlehnung an Bester auch einen ganz speziellen Trikot-Jubel überlegt. Beim 4:3-Erfolg erzielt der Bosnier das zwischenzeitliche 4:1, rennt auf Bester zu, der sich hinter dem Tor warm macht, und zieht sein Trikot aus. Darunter wird ein anderes HSV-Jersey sichtbar: das von Bester. Der ist von der Aktion geradezu überwältigt: "Eine ganz große Nummer, das ausgerechnet gegen St. Pauli zu machen. Sergej und ich waren schon immer Kumpels. Aber seit er mir sein Tor im Derby gewidmet hat, sind wir Freunde fürs Leben."

Sebastian Wolff

 
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Vereinsdaten

Vereinsname:FC St. Pauli
Gründungsdatum:15.05.1910
Mitglieder:27.000 (01.07.2018)
Vereinsfarben:Braun-Weiß
Anschrift:Harald-Stender-Platz 1
20359 Hamburg
Telefon: (0 40) 31 78 74 21
Telefax: (0 40) 31 78 74 29
E-Mail: kontaktformular@fcstpauli.com
Internet:http://www.fcstpauli.com

Vereinsdaten

Vereinsname:Hamburger SV
Gründungsdatum:29.09.1887
Mitglieder:84.237 (01.08.2018)
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz
Anschrift:Sylvesterallee 7
22525 Hamburg
Telefon: (040) 41551887
Telefax: (040) 41551234
E-Mail: info@hsv.de
Internet:http://www.hsv.de


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