FC-Vizepräsident hält Scheitern des Projekts für möglich

Modeste? "Es gibt kein Risiko für den FC"

2. Liga - 21.01. 12:20

Groß war der Jubel, als der 1. FC Köln die Rückholaktion von Anthony Modeste unter Dach und Fach brachte. Doch für den Torjäger liegt immer noch keine Spielgenehmigung vor. Mittlerweile befürchten die Verantwortlichen beim FC sogar ein Scheitern des Projekts.

Auch im Testspiel gegen Mallorca nur Zuschauer: Anthony Modeste. © imago

Auch im abschließenden Testspiel im Rahmen des Trainingslagers auf Mallorca gegen den gastgebenden Inselklub RCD Mallorca war Modeste weiterhin zum Zuschauen verurteilt. Noch immer liegt für den Publikumsliebling keine Spielgenehmigung vor.

Denn die Kündigung Modestes bei seinem ehemaligen Klub Tianjin Quanjian wegen ausgebliebener Gehaltszahlungen wurde zu einem Untersuchungsgegenstand beim Weltverband. Und die FIFA vertritt die Ansicht, dass die Kündigung Modestes "ohne triftigen Grund" erfolgt sei und verweigerte bisher die Erteilung der Spielgenehmigung für Modeste . Deshalb trainiert der Franzose unter Coach Markus Anfang zwar fleißig mit, in den Spielen blieb er allerdings außen vor.

Und nun beschleichen die Verantwortlichen beim FC sogar Zweifel, ob sich an diesem Wartezustand noch etwas ändern wird. "Ja, stimmt", antwortete Klub-Vizepräsident Toni Schumacher im gemeinsamen Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger und dem Express auf die Frage, ob ein Scheitern des Projekts Modeste im Bereich des Möglichen liegt: "Es kann uns passieren, dass Tony Modeste nicht für uns spielen darf."

"Dass sich die juristische Situation noch so verkompliziert, war in dieser Form nicht abzusehen", führte Schumacher weiter aus. Die Kölner gingen im Herbst wohl aufgrund einer Klausel in Modestes Vertrag von einer wirksamen Kündigung aus. Noch allerdings hoffen die Kölner, dass bis zum Ende der Winter-Transferperiode am 31. Januar die Urteilsbegründung der FIFA vorliegen wird. Denn diese wollen sie abwarten, um über mögliche weitere juristische Schritte zu entscheiden.

Schumacher hält Rückholaktion trotzdem für richtig

Selbst wenn es keine Spielgenehmigung für Modeste geben sollte, grundsätzlich hält Schumacher die Rückholaktion Modestes, der zwischen 2015 und 2017 in 68 Ligaspielen 40 Treffer für die Geißböcke erzielte, für richtig. "Welches Risiko ist denn für den Klub entstanden? Wo läge die Blamage?", sagte Schumacher auch mit Blick auf die Präsentation des Franzosen im Rahmen des 70-jährigen Klub-Jubiläums im vergangenen November.

jer

weitere News und Hintergründe