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06.11.2018, 09:51

Hamburgs Trainer hat "eine intakte Mannschaft übernommen"

Wolfs bemerkenswerter Umgang mit dem Traumstart

Der HSV hat endlich mal wieder einen großen Fußballabend erlebt, gegen Mitabsteiger Köln feierten die Norddeutschen einen 1:0-Sieg. Auch ein Verdienst von Hannes Wolf: Der neue Trainer lässt in Hamburg eine Grundtugend wieder aufleben.

Hannes Wolf, van Drongelen und Lasogga
Komm' in meine Arme: Hannes Wolf mit Torschütze Pierre-Michel Lasogga, Rick van Drongelen feiert mit.
© imagoZoomansicht

Der Satz wäre beinahe untergegangen im Hamburger Jubel über die Tabellenführung und einen endlich mal wieder besonderen Fußballabend im Hamburger Volkspark. Hannes Wolf hatte knapp eine Stunde vor Mitternacht im Presseraum Platz genommen und sollte erklären, wie viel von ihm schon im HSV stecke. Der neue Trainer hätte die Steilvorlage nach seinem Traumstart mit drei Pflichtspielsiegen ohne Niederlage mühelos verwandeln und zur Eigen-PR nutzen können, nahm sich aber dezent zurück und lobte stattdessen indirekt auch seinen Vorgänger Christian Titz: "Ich bin erst zwei Wochen hier und habe eine gute, intakte Mannschaft übernommen." Es ist genau diese Mischung aus Unaufgeregtheit und Sachlichkeit, mit der Wolf auch auf dem Platz wirkt.

Der 37-Jährige hat den HSV seit seiner Ankunft nicht komplett umgekrempelt, war nicht darauf bedacht zu demonstrieren, wie schnell wie viel Hannes Wolf in Klub und Kader stecken könnte, sondern reagierte auf die Anforderungen und auf das, was das Personal hergibt: Er lässt seinen Torwart Julian Pollersbeck wieder etwas mehr Torwart und weniger Aufbauspieler sein, seine Außenverteidiger ein wenig weiter einrücken - und den einzigen Torjäger, den der HSV hat, eben spielen. Zur Not auch dann bis zum Schluss, wenn, wie am Montagabend eine Ballannahme schon mal zu einem versuchten Torschuss wird. Der Lohn: Pierre-Michel Lasogga, gegen Köln mit viel Aufwand, aber noch mehr Stockfehlern, krönte die beherzte zweite Halbzeit mit dem 1:0 nach 86 Minuten.

Die Demut ist zurück - Aue als nächste Hürde

Dass Wolf sich für seine Entscheidungen nicht feiern lässt, sondern auf das verweist, was er vorgefunden hat, ist ein ganz entscheidender Baustein, der dem HSV gut tut. Demut war in der Vergangenheit keine Hamburger Grundtugend, wird aber auch genau jetzt gefragt sein. Der Montagabend mit viel Enthusiasmus auf den Rängen hat gezeigt, wie sehr Hamburg nach besonderen Fußballerlebnissen lechzt, die Profis indes betonen, dass sie anknüpfen müssen an die jüngsten Vorträge. "Platz eins", sagt Aaron Hunt, "hat jetzt noch nicht so eine große Aussagekraft, aber wir müssen darauf aufbauen." Das Ziel des Kapitäns: "Wir wollen jetzt direkt in Aue nachlegen und uns ein Polster zulegen."

Bei seinem Trainer rennt der Routinier mit dieser Herangehensweise offene Türen ein. Dass Wolf selbst im Moment des Sieges fast genauso viel über die anstehende Aufgabe im Erzgebirge spricht wie über die Eroberung der Tabellenführung, wirkt bei ihm nicht gespielt, sondern authentisch. "Aue mag für Außenstehende einfach klingen, ist es aber nicht. Wir müssen zu Aue eine sehr gute Haltung entwickeln." Wolf weiß, wovon er spricht, er ist mit Stuttgart vor zwei Jahren schon einmal als Favorit durch das Stahlbad 2. Liga gegangen und wiederholt deshalb nochmal: "Es geht am Samstag für uns direkt richtig hart weiter." Diese Sätze sollen in keinem Fall untergehen.

Sebastian Wolff

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 06.11., 12:39 Uhr
"Dermaßen geil erleichtert!" - Süße Höhenluft und urkölsche Selbsterhaltung
Der Hamburger SV gewinnt das Spitzenspiel gegen den 1. FC Köln und übernimmt damit die Tabellenführung. In Köln, wo man das Spiel quasi Tür an Tür verfolgt hat, sind die Reaktionen - naturgemäß - unterschiedlich. Die einen atmen süße Höhenluft der Tabellenführung und die anderen klammern sich an die urkölsche Selbsterhaltung.
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Geboren am:04.09.1986

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