Zebras ohne Torgefahr und Teamgeist

Doppel-Null-Status: Duisburgs lange Mängelliste

2. Liga - 06.09. 14:24

Null Punkte. Null Tore. Platz 18. Der MSV Duisburg hätte kaum schlechter in die Saison 2018/19 starten können. Für den Absturz des Vorjahres-Siebten gibt es gleich mehrere Gründe: Fehlender Teamgeist, schwächelnde Leistungsträger, Verletzungspech und eine erfolglose Rotation im Angriff. Die Länderspielpause soll die Zebras auf andere Gedanken bringen und die Mannschaft wieder enger zusammenrücken lassen.

0018: Der MSV Duisburg steht mit null Toren und null Punkten auf Rang 18. © imago

Zumindest in der Welt von Ian Fleming ist der "Doppel-Null-Status" erstrebenswert: Kult-Agent James Bond hat als "007" die Lizenz zum Töten und beendete jedes seiner Abenteuer mit einem Happy End. Überhaupt nicht filmreif ist dagegen der Doppel-Null-Status beim MSV: Duisburg hat weder die Lizenz zum Treffen noch zum Punkten - die Null steht sowohl auf dem Tore- als auch auf dem Punktekonto.

Ein sportlicher Absturz, der Gründe hat. Die Zebras präsentierten sich zuletzt nicht mehr als Einheit. Der Teamgeist scheint sich verflüchtigt zu haben. Nach Rückständen gibt es zu wenig Aufbäumen - entsprechende Antworten oder Aufholjagten blieben aus. MSV-Sportdirektor Ivo Grlic denkt über ein Kurztrainingslager nach, um die Zebras wieder zu einer Mannschaft zu formen. Zudem legten sich die Duisburger selbst einen Maulkorb an: Bis Montag wollen sich weder Trainer noch Spieler öffentlich äußern.

Vier Spiele, vier Stürmerpärchen, kein Tor

Doch nicht nur als Mannschaft, sondern auch individuell scheinen die Meidericher nicht richtig zu funktionieren. So hinken viele Leistungsträger ihrer Form aus der Vorsaison hinterher. Kapitän Kevin Wolze (kicker-Notenschnitt: 4,0; Vorsaison: 3,12) hängt genauso durch wie die Führungsspieler Moritz Stoppelkamp (3,63; 3,28), Fabian Schnellhardt (4,25; 3,48) und Daniel Davari (3,63; 3,33). Auch im Sturm scheint Trainer Ilia Gruev noch nicht die Idealbesetzung gefunden zu haben. Dabei ließ er in allen vier Ligaspielen mit vier unterschiedlichen Stürmerpärchen auflaufen. Die vier Angreifer John Verhoek, Borys Tashchy, Stanislav Iljutcenko und Richard Sukuta-Pasu warten noch immer auf ein Erfolgserlebnis. Hinzu kommt Verletzungspech: Mit Mittelfeldmann Christian Gartner (Krezbandriss), Defensivallrounder Enis Hajri (Sprunggelenksverletzung) und Stürmer Verhoek (Haariss im Schulterbereich) fehlen derzeit drei potenzielle Stammkräfte.

Wochen der Wahrheit nach der Länderspielpause

Duisburg muss in der Länderspielpause den Reset-Knopf drücken und wieder enger zusammenrücken. Danach nämlich kommen die Wochen der Wahrheit: Zunächst wartet mit Union Berlin (A) ein schwerer Brocken, danach geht es mit Aue (H), Magdeburg (A) und Regensburg (H) gegen drei Teams, die ebenfalls im unteren Tabellendrittel stehen. Der Spannungsbogen steigt, die Zebras hoffen auf ein Happy End - fast wie bei James Bond.

cru/dr

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