4. Spieltag: Spektakel am Millerntor - MSV bleibt punktlos

Starker Schlussspurt: Kiel springt auf den dritten Platz

2. Liga - 03.09. 22:23

Magdeburg schnupperte gar am Auswärtssieg, stattdessen jedoch jubelte Holstein Kiel am Montagabend über drei späte Punkte und den Sprung auf Rang drei. Einen wilden Schlagabtausch hatten sich am Sonntag St. Pauli und Köln geliefert - Darmstadt gewann knapp in Heidenheim. Duisburg wartet weiter auf den ersten Punkt.

Joker Seydel lässt Magdeburg mit leeren Händen dastehen

Rückstand umgebogen: Kiel durfte am Montagabend gegen Magdeburg jubeln - dank Aaron Seydel (M.). © Getty Images

Holstein Kiel ist am Montagabend auf den dritten Platz geklettert - gegen Magdeburg bog der weiter ungeschlagene Vorjahresdritte auch ohne Lee (für Südkorea abgestellt) in der Schlussphase einen Rückstand um. Mit ihrer Dreierkette, in der auch Neuzugang Bregerie gleich einen Platz fand, hatten die Gäste die spielbestimmenden Kieler lange gut in Schach gehalten und bis zur 70. Minute nur eine gute Kopfballgelegenheit durch Honsak zugelassen (25.). Und als auf der anderen Seite Türpitz nach Kombination mit den Offensivpartnern Costly und Beck zum 1:0 abstaubte (65.), schnupperte der Aufsteiger sogar am ersten Saisonsieg. Doch Holstein kam zurück: Sekunden nach Bregeries verletzungsbedingter Auswechslung rutschte erst eine Freistoßhereingabe von Mühling ins lange Eck durch (75.), dann schloss der eingewechselte Seydel einen schönen Angriff zum letztlich leistungsgerechten 2:1 ab (87.).

Tore satt am Millerntor

Am Sonntag begegneten sich St. Pauli und Köln am Millerntor. Die Kiez-Kicker erwischten den wesentlich besseren Start: Veerman traf bei seiner Startelfpremiere, da sich Risse einen haarsträubenden Schnitzer leistete (13.). Trotz Unterzahl (Möller Daehli musste behandelt werden) erhöhte St. Pauli sogar auf 2:0 durch Dudziak, Vorbereiter Buchtmann stand allerdings einen Hauch im Abseits (25.). Die Geißböcke fanden dank Clemens' Kopfball jedoch zurück ins Spiel (36.) – und kurz vor der Pause war mal wieder Terodde nach Drexlers klasse Vorarbeit zur Stelle.

Der FC obenauf, St. Pauli am Boden: Die Kölner bejubeln Teroddes zwischenzeitliches 2:2. © imago

Da der FC-Angreifer vom Elfmeterpunkt noch einmal traf (sein neunter Treffer in den vergangenen drei Pflichtspielen), stand es schon in der 53. Minute 3:2 für den FC. Als Guirassy per Konter auf 4:2 stellte (57.), war Köln endgültig auf der Siegerstraße. Partie entschieden? Von wegen. Buchtmanns abgefälschter Schuss landete im FC-Tor (66.), die Hamburger waren dem 4:4 mehrmals nahe (Knoll, 68., Buchtmann, 73.). In der sechsten Minute der Nachspielzeit machte Özcan in diesem Wahnsinns-Kick alle Hamburger Hoffnungen zunichte - 5:3!

Müde Nullnummer in Sandhausen

Ohne Punkte und mit 1:7 Toren startete Sandhausen ins Spiel gegen Union Berlin. Dennoch war der SVS in der ersten Hälfte die aktivere Mannschaft, während die Eisernen in der Offensive nicht allzu viel zustande brachten. Die beste Chance vor der Pause hatte Behrens nach Försters starker Vorarbeit, Union-Keeper Gikiewicz verhinderte Schlimmeres (33.). Behrens hätte auch im zweiten Abschnitt knipsen können, sein Volleyschuss aus bester Position verfehlte jedoch sein Ziel (53.). Den Berlinern fehlte ein wenig der Esprit und die Ideen, um selbst zu Zählbarem zu kommen. Dann aber bekam Prömel ein Geschenk aufgelegt - aus kürzester Distanz vergab er die Riesenchance zum Siegtreffer (81.). So blieb es beim torlosen Remis am Hardtwald.

Frankes frühes Tor reicht Darmstadt

Heidenheim empfing Darmstadt, doch die Lilien erwiesen sich als unbequeme Gäste. Der mit aufgerückte Franke stellte in der 11. Minute auf 1:0, Heidenheim wurde durch Dovedan zweimal gefährlich (24., 33.). Ansonsten ließ der SVD die Heidenheimer zunächst nicht zur Entfaltung kommen, die Halbzeitführung ging in Ordnung. Joker Pusch sorgte schließlich mit einem Schlenzer für Gefahr (56.), auf der anderen Seite musste Keeper Müller sein Können gegen Jones' Kopfball zeigen (61.). Heidenheim erhöhte in der Schlussphase den Druck, Schnatterer (77.) kam dem Ausgleich nahe. Obwohl die Lilien kaum noch Entlastung fanden, blieb es beim knappen Sieg für die Schuster-Elf.

Wilder Schlagabtausch in Bielefeld: Die Arminia hat das letzte Wort!

Torschütze zum vorentscheidenden Treffer: Bielefelds Fabian Klos. © picture alliance

Was für eine erste Hälfte in Bielefeld! Dabei erwischten die Gäste aus Regensburg den Start nach Maß, als Grüttner seine Farben artistisch in Führung brachte (3.). Diese hielt allerdings nur kurz, denn nach einer Ecke köpfte Kapitän Börner zum Ausgleich ein (8.), wenig später drehte Voglsammer die Partie komplett (17.). Wiederum nur neun Minuten darauf durfte der Jahn wieder jubeln, als George per Flugkopfball zum 2:2 traf (26.). Die Krönung eines spektakulären Durchgangs lieferte erneut ein Regensburger - allerdings auf der falschen Seite: Ein Missverständnis zwischen Torwart und Abwehrspieler führte zum 3:2 für den DSC; Saller köpfte den Ball ins eigene Tor (28.). Nach der Pause ging es munter weiter, wieder war Grüttner zur Stelle und glich aus (52.). Anschließend drückten die Oberpfälzer aufs Gas und hatten zahlreiche Gelegenheiten, wieder in Führung zu gehen - doch das 4:3 gelang Bielefelds Klos in der 88. Minute! In der vierten Minute der Nachspielzeit schob Joker Weihrauch zum 5:3-Endstand ins leere Tor ein. Damit hat die Arminia aus vier Partien sieben Punkte geholt und springt in die obere Tabellenhälfte.

Fürths früher Jubel: Vorübergehend Spitzenreiter!

Ohne Punkt und Tor war Duisburg in das Spiel gegen Greuther Fürth gestartet - und ging ebenso in die Kabine. In Durchgang eins schockten die Franken den Gastgeber früh; Mohr nutzte einen kapitalen Schnitzer von Iljutcenko und Nauber zum 1:0 aus (2.). Im Anschluss verteidigte die SpVgg die Führung, die einzig gute Gelegenheit vergab MSV-Verteidiger Neumann (38.). Hälfte zwei ging sehr munter los mit Chancen auf beiden Seiten, einzig die Verwertung blieb aus. Und so bejubelte Fürth am Ende einen knappen Auswärtssieg, der das Kleeblatt zumindest bis zum Sonntag an die Tabellenspitze befördert. Für Duisburg wird es langsam schon düster.

Wegen Chemnitz: Kein Fußball in Dresden

Das für Samstag vorgesehene Spiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV musste wegen Sicherheitsbedenken kurzfristig abgesagt werden .

Nazarovs Sonntagsschuss kommt zu spät

Sorgte gegen Aue für die Vorentscheidung: Dario Lezcano (li. Charlison Benschop). © picture-alliance

Mit Ingolstadt und Aue trafen am Freitag zwei noch sieglose Teams aufeinander. Der FCI begann schwungvoll und ging durch Röcher in Führung. Eine Schlafmützigkeit in der Abwehr gestattete dem FC Erzgebirge, der ohne den angeschlagenen Kapitän Männel im Tor antrat, den Ausgleich durch Testroet. Nach der Pause sorgten Lezcano und Joker Benschop für die Vorentscheidung zu Gunsten der Schanzer. Nazarovs toller Fernschuss zum 2:3 kam zu spät. Aue wartet somit weiter auf den ersten Sieg.

SCP gibt Sieg noch aus der Hand

Vor allem die zweite Spielhälfte in Paderborn überzeugte das Publikum, die heimischen Fans konnten sich dennoch nicht über einen Heimsieg freuen, der durchaus verdient gewesen wäre. Zwar ging Bochum durch Weilandt mit dem Pausenpfiff in Führung, doch dann erhöhte der SCP den Druck auf das VfL-Tor. Klement durch einen umstrittenen Foulelfmeter (52.) und Michel mit seinem ersten Saisontor (54.) drehten das Spiel binnen kurzer Zeit. Als die Ostwestfalen auf das dritte Tor drängten, glich Bochum durch Ganvoula noch aus (79.) und hatte am Ende sogar noch die Chance zum Sieg. Während die Dutt-Elf in die Spitzengruppe vorrückte, bleibt Paderborn im Tabellen-Mittelfeld stehen.

kon