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25.08.2018, 23:21

SpVgg zwischen Desinteresse und schwacher Organisation

Rätselhaftes Fürth

Mehr als fünf Millionen Zuschauer hatten am Fernseher den tollen Fight gesehen, den Greuther Fürth am Montagabend dem Champions-League-Starter Borussia Dortmund geliefert hatte. Und litten zumindest ein bisschen mit dem Zweitligisten, der durch Gegentore in den Nachspielzeiten so tragisch mit 1:2 nach Verlängerung verlor. Nun aber holte der Alltag die SpVgg wieder ein - und dieser ist dem Kleeblatt zum Teil ein Rätsel.

Frust nach dem verspielten 2:0: Spieler der SpVgg Greuther Fürth.
Frust nach dem verspielten 2:0: Spieler der SpVgg Greuther Fürth.
© imagoZoomansicht

Zuvor war Fürth in zwei Zweitliga-Spielen ungeschlagen geblieben, mehr noch: Sie hatten sowohl gegen Sandhausen (3:1) als auch in Ingolstadt (1:1) überzeugt. Beste Werbung also, die die Mittelfranken da für sich gemacht hatten, "doch leider merken wir nichts davon", sagte Pressesprecher Immanuel Kästlen unmittelbar vor dem Anpfiff. 7480 Zuschauer waren am Samstag zur Mittagessenszeit gegen Paderborn gekommen, ziemlich genau 1000 weniger als drei Wochen zuvor gegen Sandhausen, damals auch an einem Samstag, aber bei herrlichstem Sommerwetter und um halb vier. Warum sich Erfolge und beeindruckende Auftritte nicht in höheren Besucherzahlen niederschlagen, sondern im Gegenteil: in niedrigeren - das bleibt nicht nur der SpVgg ein Rätsel.

Die, die gekommen waren, sahen bis 14.49 Uhr den Tabellenführer der 2. Liga. Weil zu diesem Zeitpunkt Fürth 2:0 vorne lag und Köln nur 2:1, stand die Mannschaft von Trainer Damir Buric in jenem Augenblick, vor den Sonntagsspielen, im Klassement ganz oben. Dann aber passierte Merkwürdiges: Dass Philipp Klement in der 89. Minute einen Freistoß in den Winkel haut und die Paderborner, die nach Drägers Feldverweis (45.+1) die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl gespielt hatten, auf 1:2 heranbringt, kann ja mal passieren. Was sich zunächst nur wie ein Schönheitsfehler anfühlte, entpuppte sich jedoch in Windeseile als Schock.

Schwer erklärlicher Einbruch in der Schlussphase

Die Fürther verloren Überblick, Souveränität und Ordnung - und letztlich den sicher geglaubten Dreier: Nach einer eigentlich schon abgewehrten Ecke kam der Ball doch noch zu Uwe Hünemeier, der eine halbhohe Flanke aus dem Halbfeld schlug und dem Ball alles Gute hinterherwünschte - und in der Mitte hielt der eingewechselte Lukas Boeder den Fuß hin. 2:2! "Ich bin schon lange im Fußball dabei", sagte Buric, professionell spätestens seit 1988, als er vom damals jugoslawischen Zweitligisten RNK Split zum SV Waldhof nach Mannheim wechselte. "Aber so etwas", so der 54-jährige Kroate weiter, "so etwas habe ich noch nicht erlebt."

89. Minute, 2:0 vorne - da darf normalerweise nichts passieren.Tobias Mohr

"Wir hätten die drei Punkte verdient gehabt", sagte ein sichtlich frustrierter Mario Maloca, "nun fühlt es sich an wie eine Niederlage." Wie die gegen Dortmund, durch späte Gegentore. "Zwei Spiele in Folge bekommen wir die Tore in der Nachspielzeit, das müssen wir analysieren", so der Kroate weiter, der an der Seite des nach Verletzung zurückgekehrten Routiniers Marco Caligiuri eine starke Leistung als Innenverteidiger gezeigt hatte.

Nächstes Mal soll es besser laufen

In Fürth kommen selten viele Zuschauer: Der Grund ist der SpVgg ein Rätsel.
In Fürth kommen selten viele Zuschauer: Der Grund ist der SpVgg ein Rätsel.
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"89. Minute, 2:0 vorne - da darf normalerweise nichts passieren", sagte Tobias Mohr, im Sommer vom Regionalligisten Aachen gekommen. "Aber ich bin sicher, dass wir das wegstecken", verbreitete er Zuversicht. "Wir werden es das nächste Mal besser machen, ehe es sich zu sehr in den Köpfen festsetzt." Mohr, der am Tag vor der Partie 23 Jahre alt geworden war, schoss in seinem ersten Zweitligaspiel von Beginn an sein erstes Tor, nämlich das 1:0.

Eine Frage der Kraft, so betonte Buric, sei die Sache nicht gewesen, fünf Tage nach den zehrenden 120 Minuten gegen Dortmund, "sondern eine Frage der Organisation". Dennoch ärgerte er sich über das frühe Ausscheiden von David Atanga. Der 21-jährige Flügelstürmer aus Ghana hatte in einem Laufduell in der 15. Minute "was auf die Rippen bekommen und bekam nur noch schlecht Luft", berichtete Fürths Trainer. Deswegen blieben Buric zum Ende hin nur noch zwei Wechsel, und die wollte er möglichst lange hinauszögern. "Zwei Spieler von uns", namentlich Maximilian Wittek und Sebastian Ernst, "waren am Ende fix und fertig", sagte Buric, "Wittek hätte eigentlich schon früher raus gemusst."

Doch erst in der 82. Minute kam Nik Omladic für den Linksverteidiger, und ab der 88. Minute schließlich ersetzte Shawn Parker, der Neue aus Augsburg, Julian Green. Da stand es 2:0. Da war die Welt der Fürther noch in Ordnung und die Fans feierten. Auch wenn es nur 7480 waren.

Peter Nickel

Tabellenrechner 2.Bundesliga
 

kicker

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