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14.05.2018, 17:31

Ein Kommentar von kicker-Redakteur Sebastian Wolff

Lieberknecht: Das bittere Ende einer Muster-Ehe

Die Pressemitteilung kam um 16.28 Uhr und beendete eine jahrelange Muster-Ehe und Liebesbeziehung. Eintracht Braunschweig hat etliche Trainer in seiner wechselhaften Geschichte hervorgebracht, drei haben Legendenstatus erreicht: Meistertrainer Helmuth Johannsen, Branko Zebec - und Torsten Lieberknecht.


Ein Kommentar von kicker-Redakteur Sebastian Wolff

Torsten Lieberknecht
Er hatte kein schönes Ende in Braunschweig: Torsten Lieberknecht.
© imagoZoomansicht

Seit Montag ist der 44-Jährige Geschichte bei den Niedersachsen und wird als tragischer Held in diese eingehen. Weil seine glorreiche Zeit nicht jenes Ende fand, das sie und vor allem er verdient gehabt hätte.

2008 führte Lieberknecht die Eintracht in den ersten drei Spielen seiner Trainerkarriere in die 3. Liga. Während einer Katastrophensaison in der Regionalliga Nord hatte Braunschweig nur einmal auf dem für die Drittliga-Qualifikation nötigen zehnten Platz gestanden - nach sieben Punkten aus drei Spielen unter dem Trainer-Novizen am letzten Spieltag.

Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem Dienstantritt übergibt er den Klub wieder in der 3. Liga, mit einer geradezu grotesken Parallelität der Ereignisse: wieder stand Braunschweig nur einmal auf dem direkten "Drittliga-Platz" - am letzten Spieltag nach einem desaströsen 2:6 in Kiel. Es markiert einerseits ein unwürdiges Ende für Lieberknecht und ist doch den fast logischen Schlusspunkt einer Entwicklung, die sich seit Monaten angebahnt hat.

Lieberknecht wirkte seit einiger Zeit schon gezeichnet von einer enttäuschenden Saison nach dem Beinahe-Aufstieg, haderte mehr als dass er Energie ausstrahlte. Eine Aura, die auf eine Mannschaft ausstrahlte, die am Ende hilf- und leblos Richtung Absturz raste.

Sehenden Auges ins Unheil gerannt

kicker-Redakteur Sebastian Wolff
kicker-Redakteur Sebastian Wolff
© kicker

Die Bosse müssen sich vorwerfen lassen, dass sie diesen Trend kommen sahen, aus Respekt vorm Denkmal Lieberknecht aber nicht daran gerüttelt haben - am Ende sahen alle beim Niedergang zu, ohne etwas zu ändern: Der Trainer seiner Mannschaft und die Verantwortlichen ihrem Trainer. Herausgekommen ist ein Desaster für alle Beteiligten. Der Verein steht vor einem Scherbenhaufen und Lieberknecht hat einen Abschied, der nicht tragischer hätte sein können.

Mehrfach hatte er in der Vergangenheit die Chance, als Held in die Bundesliga zu gehen. Jetzt geht er nach einem Abstieg und einer dürren Pressemitteilung. Beides wird seinem jahrelang erfolgreichen Wirken nicht gerecht. Die zehnjährige und im Profizirkus nicht alltägliche Ehe war etwas für Fußball-Romantiker. Das macht dieses Ende noch bitterer.

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© imago (4)

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3 Leserkommentare

piefke-01
Beitrag melden
15.05.2018 | 14:53

Plötzlich hat der Trainer alles verlernt, oder wie?

Völlig unpassender Kommentar vom Kicker.
Der Trainer hat innerhalb eines Jahres plötzlich alles fals[...]
Kosto10
Beitrag melden
15.05.2018 | 12:01

Das schwere Los der Relegation

Wer im Kopf schon in der ersten Liga ist, hat es schwer, wenn er zurück in die zweite Liga muss. Das [...]
Dortmunder-FCK-Fan
Beitrag melden
14.05.2018 | 23:45

Stürmer-Problem

Wie auch schon zu Bundesliga-Zeiten wurde weder vom Sportdirektor noch vom Trainer erkannt, dass ein [...]

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zum Thema

weitere Infos zu Lieberknecht

Vorname:Torsten
Nachname:Lieberknecht
Nation: Deutschland
Verein:MSV Duisburg

Vereinsdaten

Vereinsname:Eintracht Braunschweig
Gründungsdatum:15.12.1895
Mitglieder:4.943 (16.07.2018)
Vereinsfarben:Blau-Gelb
Anschrift:Hamburger Straße 210
38112 Braunschweig
Telefon: (05 31) 23 23 00
Telefax: (05 31) 23 23 030
E-Mail: eintracht@eintracht.com
Internet:http://www.eintracht.com/


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