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20.09.2017, 14:22

Holstein toleriert Vorfälle "in keinster Weise"

Zwiespältig: Rettig über "Zivilcourage" von Allagui & Co

Nach dem Platzsturm von etwa 25 Chaoten vor dem Nordderby gegen den FC St. Pauli am Dienstagabend hat Holstein Kiel ein konsequentes Handeln gegen die Krawallmacher angekündigt. Der Vorfall werde vom Verein "in keinster Weise toleriert", hieß es in einer Stellungnahme der KSV. Auch St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig gab eine Erklärung zu den Vorfällen ab.

Etwa 25 Chaoten stürmten vor dem Nordderby gegen St. Pauli auf den Platz.
© Getty ImagesZoomansicht

Der Verein gehe davon aus, dass mehrere kleine Gruppen für den Vorfall verantwortlich seien, teilte das KSV-Präsidium in seinem Statement am Mittwoch mit. Zu Einzelheiten wolle sich der Verein wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern. "Wir wollen ausdrücklich keinen Generalverdacht gegenüber allen Holstein-Ultras erheben, denn das Gros hat den Verein auch in dieser Saison bislang großartig unterstützt", hieß es in der Erklärung: "Klar ist aber auch, dass ein solcher Vorfall, der einmalig in der Geschichte unseres Vereins ist, im Fußball nichts zu suchen hat und von uns ins keinster Weise toleriert wird." Man sei enttäuscht vom Verhalten einzelner Fans, "das für uns einfach nicht zu verstehen und nachzuvollziehen ist".

Wir werden konsequent handeln. Leute, die wir ausmachen, werden wir nicht mehr reinlassen.Kiels Geschäftsführer Wolfgang Schwenke gegenüber dem NDR

Geschäftsführer Wolfgang Schwenke kündigte gegenüber dem NDR an, dass der Verein hart gegen die Übeltäter vorgehen wird: "Wir werden konsequent handeln. Leute, die wir ausmachen, werden wir nicht mehr reinlassen."

Während sich die Spieler beider Teams vor der Partie aufwärmten, waren etwa 25 vermummte Holstein-Anhänger relativ ungehindert auf den Platz gelaufen - offenbar um Fahnen und Banner der Gäste-Fans in ihren Besitz zu bringen. Auch Pyrotechnik wurde in den gegnerischen Block geworfen. Erst auf dem Rückweg griffen Ordnungskräfte auf dem Rasen ein, einige Täter wurden ergriffen - auch dank der Mithilfe einiger St.-Pauli-Vertreter. Angreifer Sami Allagui eroberte eine der entwendeten Fahnen zurück. Die Partie wurde schließlich mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen, St. Pauli gewann 1:0.

Rettig: "Eine Mischung aus Entsetzen und Überraschung"

"Dass Menschen, die nicht ins Fußballstadion gehören, diese Bühne für solche Aktionen nutzen, macht einen traurig und als Trainer auch hilflos", meinte St. Paulis Coach Olaf Janßen nach dem Spiel. Geschäftsführer Andreas Rettig äußerte sich am Mittwoch. Auf einer Pressekonferenz berichtete er, dass sich auch nach Ansicht der Bilder kein vollumfängliches Bild ergebe und sich der Verein erst im Ermittlungsverfahren von DFL und DFB genauer äußern werde. Ein Spieler habe ihm aber von einem tätlichen Angriff berichtet, zudem sei mindestens eine Pyro-Fackel in Richtung Gästeblock geflogen. "Es war eine schwierige Situation - eine Mischung aus Entsetzen und Überraschung."

Sami Allagui
Vermummte gestellt: Beim Platzsturm griff in Kiel auch St. Paulis Angreifer Sami Allagui ein.
© Getty ImagesZoomansicht

Ein Kompliment sprach er den St.-Pauli-Fans aus: "Sie haben besonnen, gut und richtig reagiert und sich nicht auf eine weitere Eskalation eingelassen." Auch die engen Absprachen mit den Kieler Verantwortlichen und dem Schiedsrichter hätten dazu beigetragen, "dass nicht noch mehr Emotionen im Spiel waren. Kompliment auch dafür".

Das beherzte Einschreiten von Spielern und Funktionsteam löste bei Rettig gemischte Gefühle aus. Einerseits hätten die "eine großartige Zivilcourage" gezeigt, andererseits "muss man auch immer abwägen, ob der Selbstschutz nicht vorgeht. Es war ein Spiel vor der Brust. Gott sei Dank ist nichts passiert." Die Reaktion sei den Umständen entsprechend angemessen gewesen, zumal es mit der Unterstützung ja etwas gedauert habe: "Wenigstens wurden ein paar Täter geschnappt. Das ist zu begrüßen."

Möglicher Hintergrund: Prügelei in Kiel am Samstag

Zum möglichen Hintergrund des Vorfalls: Am vergangenen Samstagmorgen war es vor dem Holstein-Stadion um 5 Uhr morgens zu einer Prügelei gekommen, an der nach Polizeiangaben bis zu 30 Personen beteiligt gewesen sein sollen. Die genauen Umstände sind noch ungeklärt - die Polizei ermittelt -, aber offenbar kam es zu einem Angriff auf Kieler Anhänger, die vom 3:0-Auswärtssieg in Aue zurückgekehrt waren. Dabei sollen unter anderem die Banner zweier Kieler Ultra-Gruppierungen gestohlen worden sein. Drei Personen wurden verletzt. Wer die Täter waren, ist noch unklar.

ski

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