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31.08.2017, 10:18

Darmstadts Oldie über sein Zögern, junge Spieler und das Karriereende

Altintop: "Vor der 2. Liga habe ich einen Riesenrespekt"

FC Schalke 04, FC Bayern München, Real Madrid, Galatasaray Istanbul, SV Darmstadt 98 - dass Hamit Altintop die letzten Jahre seiner großen Karriere am Böllenfalltor spielt, ist ungewöhnlich. Genauso ungewöhnlich wie seine Sicht auf den Fußballbetrieb. In dieser Woche sprach der 35-Jährige in einer Medienrunde - der kicker schrieb mit.

"Ich kann die 2. Liga noch nicht so einschätzen": Darmstadts Routinier Hamit Altintop.
"Ich kann die 2. Liga noch nicht so einschätzen": Darmstadts Routinier Hamit Altintop.
© imagoZoomansicht

Herr Altintop, sind Sie überrascht, dass nach vier Spieltagen bereits zehn Punkte auf dem Konto stehen?

Hamit Altintop: Nein, aber erfreut. Es ist keine Selbstverständlichkeit, zumal wir zwischendurch mit einer schlechten Leistung aus dem DFB-Pokal rausgeflogen waren. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft sind, aber auch hochkonzentriert sein müssen, um unsere Leistung komplett abzurufen.

Mit Ihrer Erfahrung und dem Kader, den Darmstadt zusammengestellt hat, müsste in der 2. Liga einiges zu bewegen sein.

Altintop: Ich kann die 2. Liga noch nicht so einschätzen, um eine genaue Meinung zu äußern. Unser Fußball sieht im Training schon sehr gut aus, aber es gilt abzuwarten, wie es in engen Spielen wird, ob wir dann als Kollektiv funktionieren und die nötige mentale Stärke haben. Das wird in den nächsten Wochen und Monaten für uns alle interessant.

Darmstadt wird in der 2. Liga von den Gegnern anders wahrgenommen, muss sich die Mannschaft neu einspielen?

Altintop: Wir haben einige Abgänge und viele Neuzugänge. Ich glaube, es ist eine andere Spielweise in der 2. Liga, zumindest habe ich es in den ersten vier Wochen so erlebt. Natürlich hatte ich auch früher immer mal wieder auf die 2. Liga geschaut, gerade wenn dort Bekannte spielten, aber es ist etwas Anderes, es selber zu erleben. Wichtig ist, dass wir uns nicht zu schade sind, jene Wege zu machen, bei denen es weh tut.

Darmstadt bekommt in der 2. Liga deutlich mehr Ballbesitz, wie schwierig ist es für Sie als Sechser, das Spiel zu organisieren?

Altintop: Wie schon gesagt, wir haben eine neue Mannschaft, die Automatismen sind noch nicht zu 100 Prozent da, was durchaus normal ist. Mein Eindruck aus den ersten Wochen ist, dass das Spiel in der 2. Liga ein bisschen unkontrollierter ist, die fußballerische Qualität ist vorhanden, aber die Erfahrung oder Coolness fehlt ein bisschen. Deswegen ist es vielleicht auch nur die 2. Liga. Für uns ist es wichtig, unsere Hausaufgaben zu erledigen, wir haben eine Verpflichtung gegenüber Darmstadt 98 und den Fans.

Mit Ihrer Entscheidung zu bleiben, haben Sie sich Zeit gelassen. Warum fiel sie schließlich für den SV 98 aus?

Altintop: Ich habe immer wieder unterstrichen, dass ich mich vom Umfeld her in Darmstadt absolut wohl fühle mit meiner Frau und den Kindern. Das Problem war, dass ich einen Riesenrespekt vor der 2. Liga habe - auch weiterhin. Ich konnte es auch nicht einordnen, wie es als Gesamtpaket sein wird, was die Motivation, die Zusammenstellung der Mannschaft und die Zufriedenheit des Trainers betrifft. Dazu habe ich Zeit gebraucht - jetzt bin ich froh, da zu sein.

Beim Saisoneröffnungsfest haben die Zuschauer nach der Neuigkeit von Ihrer Vertragsverlängerung getobt, was war das für ein Gefühl?

Altintop: Ich hatte in meiner Karriere viele Erfolge, aber genauso viele Misserfolge. Ich bin wieder aufgestanden und habe immer weitergemacht, weil die Liebe zum Fußball einfach so groß ist. Es freut mich immer wieder, wenn Leute meine Leistung honorieren, das tut meiner Seele gut. Ob es dann Tausende von Fans sind oder nur vier, fünf, ist nicht das Entscheidende.

Wie sehen Sie Ihre Rolle als Führungsspieler?

Altintop: Es ist eine Rolle, in die man hineinwächst. Ich mache nichts Besonderes, ich bin seit 1. Februar hier, gebe einfach nur Gas und versuche das umzusetzen, was ich die vergangenen Jahre gelernt, gesehen und erlebt habe. Was die anderen davon mitnehmen können, nehmen sie dann mit. Das Ziel meiner Mannschaft ist immer, erfolgreich zu sein und bei dem ein oder anderen jungen Spieler kann ich ja auch noch was abgucken, so ist es ja nicht. Die Mischung ist bei uns richtig gut, das sieht man auch an den Ergebnissen.

Wie viel Spaß macht Ihnen als "alter Hase" der 19 Jahre alte Dribbler Marvin Mehlem?

Altintop: Ich muss sagen, ich habe einen kleinen Jungen in mir, der ist jünger als Marvin. (lacht)

Sie werden im Dezember 35 Jahre alt, wie lange wollen Sie spielen?

Altintop: So lange ich Spaß daran habe und mich konkurrenzfähig fühle. Man muss auch etwas geben, das ist mir viel wichtiger als nehmen.

Können Sie sich vorstellen, noch ein weiteres Jahr in Darmstadt zu bleiben?

Altintop: Da muss man schauen, es hängt alles auch von den Ergebnissen ab, nicht nur im Fußball ist alles sehr ergebnisorientiert. Das gilt auch für den SV Darmstadt 98.

Aufgezeichnet von Michael Ebert

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weitere Infos zu Hamit Altintop

Vorname:Hamit
Nachname:Altintop
Nation: Türkei
Verein:SV Darmstadt 98
Geboren am:08.12.1982


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