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26.04.2016, 12:20

Leipzig: Albtraum-Rückkehr für Orban - DFB ermittelt

Rangnick: "Neue Dimension an Geschmacklosigkeit"

Zum ersten Mal seit seinem Wechsel im Sommer 2015 von Kaiserslautern nach Leipzig traf Willi Orban auf seinen Ex-Verein. Vor 27.332 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion erlebte der 23-Jährige aber eine Albtraum-Rückkehr: Der Innenverteidiger wurde angefeindet, flog mit einer Ampelkarte vom Platz und sah ein 1:1. RB-Trainer Ralf Rangnick sprach vom "Knackpunkt" in diesem Spiel und einer "neuen Dimension an Geschmacklosigkeit". Der Kontrollausschuss des DFB wird Ermittlungen aufnehmen.

Hässlicher Empfang für Orban

Willi Orban
Vorzeitiger, unfreiwilliger Feierabend: Leipzigs Willi Orban (l.) sieht Gelb-Rot.
© picture allianceZoomansicht

Der 1992 in Kaiserslautern geborene Orban spielte seit 1997 für die Roten Teufel, schaffte mit dem FCK den Sprung aus der Jugend bis in die Bundesliga. Nach 18 Jahren als "Betzebub" wechselte der Innenverteidiger im Sommer 2015 nach Leipzig - ein Schritt, den ihm die Fans offenbar nicht verziehen haben. Orban wurde bei jedem Ballkontakt lautstark ausgepfiffen, musste Schmähgesänge und unschöne Plakate ertragen. So war unter anderem ein Plakat mit dem Konterfei des gebürtigen Lauterers im Fadenkreuz zu sehen. Dieses hat ein Nachspiel, der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bund (DFB) wird Ermittlungen aufnehmen. Das bestätigte der Verband dem SID.

"Mir war bewusst, dass es solche Reaktionen geben kann. Ich habe versucht, mich auf meine Leistung zu konzentrieren und glaube, dass das soweit ganz gut gelungen ist", sagte Orban nach dem Spiel. Von einer "neuen Dimension an Geschmacklosigkeit", sprach hingegen sein Trainer Ralf Rangnick, der bei "Sky" weitere deutlichere Worte fand: "Wenn das für einen Spieler ist, der seit seinem fünften Lebensjahr und dann 18 Jahre lang für einen Verein spielt, dem der Verein eine Ausstiegsklausel gegeben hat, dann ist das für mich völlig unverständlich."

Knackpunkt Ampelkarte

Umso schlimmer, dass Orban in der 63. Minute auch noch die Gelb-Rote Karte sah und von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet den bitteren Gang in die Kabine antreten musste. "Ärgerlich", nannte das der 23-Jährige, "die erste Gelbe war ein normales Foul für mich. Beim zweiten Foul ist es dann berechtigt, mich runter zu stellen."

So oder so eine spielbeeinflussende Szene für Leipzig, das fortan in Unterzahl bestehen musste. "In der Zeit, in der wir Elf-gegen-Elf gespielt haben, haben wir das Spiel sowas von dominiert. Ich kann mich an keinen Schuss auf unser Tor erinnern. Deswegen war diese Situation ein Knackpunkt im Spiel", ärgerte sich Rangnick, der die fehlende Gleichberechtigung auf beiden Seiten anprangerte. Bastian Dankert hätte durchaus auch den bereits Gelb-verwarnten Lauterer Markus Karl nach einem taktischen Foul mit einer Ampelkarte des Feldes verweisen können (36.). Gleiches gilt aber auch für Leipzigs Demme, der ebenfalls mit mahnenden Worten davon kam (78.).

Leipzig auf der Zielgeraden

Emil Forsberg
Drehte nach seinem fein herausgespielten Führungstreffer jubelnd ab: Leipzigs Emil Forsberg.
© picture allianceZoomansicht

Unter dem Strich mussten sich die Roten Bullen über einen Zwei-Punkte-Verlust ärgern, statt sich über einen Punktgewinn zu freuen. Zumal der Ausgleichstreffer durch FCK-Joker Kacper Przybylko haarscharf an der Grenze zwischen "Gleicher Höhe" und "Abseits" resultierte (83.). "Aus meiner Sicht war es Abseits, aber es nützt ja nichts", resümierte Rangnick, der sich vielmehr über den herrlich herausgespielten Führungstreffer von Forsberg freute: "Das Tor war fantastisch herausgespielt, auch von Marcel Halstenberg perfekt quer gespielt." Am Ende erreichte RasenBallsport immerhin das "Minimalziel": "Die drei Punkte waren absolut drin, wir können aber auch mit einem Punkt leben", so der RB-Coach.

Der Vorsprung auf Verfolger Nürnberg beträgt drei Spieltage vor Schluss noch immer komfortable vier Zähler. "Wir sind nicht nervös, können uns theoretisch sogar noch eine Niederlage erlauben", rechnete Rangnick laut vor, "vier Punkte Abstand und zwei Heimspiele - es liegt alles in unserer Hand." Auch Offensivmotor Marcel Sabitzer will nach "nur" drei Siegen aus den letzten sieben Partien (3/1/3) von erhöhtem Druck nichts wissen: "Druck war schon immer da, die ganze Saison. Wir sind zufrieden mit unserer Rolle, wir würden mit keinem Team tauschen. Und die vier Punkte werden wir übers Ziel bringen."

cru/cs

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81 Leserkommentare

kampfschwein48
Beitrag melden
05.05.2016 | 08:50

@Mika9911

Sehr gut geschrieben. Leider ist es heute so, dass man nicht mehr zu jedem Spiel seine Familie mit [...]
alderverwalder
Beitrag melden
27.04.2016 | 13:45

Warum reagiert der FCK nicht sofort?

Ich finde das richtig, die Vergangenheit hat gezeigt, dass in Fanblöcke gehen und Plakate einsammeln [...]
FSVFrankfurtFan
Beitrag melden
27.04.2016 | 12:51

Sonderbar

Stellungnahme des FCK: . "Der FCK distanziert sich in aller Deutlichkeit von jeglichen Transparenten, [...]
Mika9911
Beitrag melden
27.04.2016 | 10:25

Nix passiert??

Wenn man es "nur" auf Gewalt hin betrachtet, dann ist soweit ich weiß, wirklich "nichts passiert" am [...]
Psternak
Beitrag melden
27.04.2016 | 10:23

"ijjunior77", wir sind hier nicht in den USA !

Wenn Sie hier im deutschen Fußball ein Franchisesystem wie dort haben wollen mit "Superbowl" für Arme, [...]

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zum Thema

weitere Infos zu Orban

Vorname:Willi
Nachname:Orban
Nation: Deutschland
Verein:RB Leipzig
Geboren am:03.11.1992

weitere Infos zu Rangnick

Vorname:Ralf
Nachname:Rangnick
Nation: Deutschland

Vereinsdaten

Vereinsname:RB Leipzig
Gründungsdatum:19.05.2009
Mitglieder:920 (01.07.2017)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:Neumarkt 29-33
04109 Leipzig
Telefon: (03 41) 12 47 97 777
Telefax: (03 41) 12 47 97 100
E-Mail: service.rbleipzig@redbulls.com
Internet:http://www.DieRotenBullen.com

Vereinsdaten

Vereinsname:1. FC Kaiserslautern
Gründungsdatum:02.06.1900
Mitglieder:17.500 (30.06.2017)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:Fritz-Walter-Straße 1
67663 Kaiserslautern
Telefon: (0631) 31 88 0
Telefax: (06 31) 31 88 29 0
E-Mail: info@fck.de
Internet:http://www.fck.de


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