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28.02.2016, 15:24

Überblick: Freiburg souverän, VfL und 1860 nervenstark

St. Pauli bleibt dran - Braunschweig lässt Punkte liegen

Nach den Siegen von Leipzig, Freiburg und Nürnberg waren die Verfolger am Sonntag gefordert: Während St. Pauli trotz massiver Personalprobleme 2:0 in Duisburg gewann, musste sich Braunschweig gegen Frankfurt mit einem 0:0 begnügen. Heidenheim hielt Bielefeld mit 3:2 nieder. Fürth verlor erstmals seit 2008 das Frankenderby, Hochspannung gab es in Bochum und München, wo sich der VfL und der TSV gegen Sandhausen und Düsseldorf durchsetzten.

St. Pauli bleibt im Rennen

Marc Rzatkowski (rechts), Jeremy Dudziak und John Verhoek (Hintergrund)
Ekstase: Torschütze Marc Rzatkowski (rechts), Jeremy Dudziak und John Verhoek (Hintergrund) feiern das spielentscheidende 1:0.
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Nachdem das Spitzentrio mit Siegen vorgelegt hatte, standen St. Pauli und Braunschweig am Sonntag unter Zugzwang. Die Hamburger hatten in Duisburg mit massiven Personalproblemen zu kämpfen - vor allem im Abwehrzentrum, wo vier Innenverteidiger ausfielen. Zu allem Überfluss verletzte sich Aushilfs-Verteidiger Nehrig auch noch beim Aufwärmen, sodass Außenverteidiger Hornschuh neben Zweitliga-Debütant Keller agieren musste. Angesichts der vielen Umstellungen war St. Pauli beim Schlusslicht erst einmal auf Sicherheit bedacht. Nach nahezu ereignisloser erster Hälfte wurde die Partie zumindest ein bisschen besser. Ein Distanzschuss von Alushi, der Sobiech als Kapitän vertrat, war die beste Chance (48.), ehe Rzatkowski nach Vorlage von Dudziak zur Führung einschoss (64.). Der MSV war bemüht, konnte den siebten sieglosen Auftritt aber nicht abwenden. Nach Wolzes Stockfehler machte Verhoek in der Nachspielzeit alles klar. St. Pauli bleibt damit bei zwei Punkten Rückstand auf Tuchfühlung zu Platz drei.

FSV punktet auch in Braunschweig

Auch bei Braunschweig feierte im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt ein Youngster Zweitliga-Premiere: Der 18-jährige Tietz stürmte neben Kumbela - beide kamen in der Anfangsphase zu guten Möglichkeiten. Vor allem nach dem Wechsel fehlten den Braunschweigern gegen komplett auf die Defensive bedachte Gäste aber die Ideen. So punktete der FSV, der am vergangenen Spieltag am Millerntor 3:1 gewonnen hatte, auch beim BTSV. Die Niedersachsen liegen damit schon sieben Zähler hinter dem Relegationsrang.

Heidenheim ringt Bielefeld nieder

Nach drei sieglosen Auftritten in Serie fuhr Heidenheim gegen Bielefeld einen 3:2-Erfolg ein, der dank einer Leistungssteigerung nach der Pause auch in Ordnung ging. Allerdings profitierten die Schwaben bei ihren Treffern auch von defensiven Aussetzern der Bielefelder, die ohne ihren gelbgesperrten Kapitän Klos antraten. Die Partie bot nach der Pause beste Unterhaltung: Hemlein, der unter der Woche bis 2018 verlängert hatte, glich Schnatterers Führung (48.) nach nur 90 Sekunden aus, verursachte auf der anderen Seite aber einen Elfmeter. Schnatterer verwandelte eiskalt (55.). Nach dem dritten Gegentor (Leipertz/62.) und Gelb-Rot gegen Schütz (64.) bewies die Arminia Moral, kam durch Börner nochmal heran und hatte sogar Chancen zum Ausgleich.

Torhüter Müller patzt schwer

Dosenöffner: Höfler (Mitte) brachte den SC Freiburg auf die Siegerstraße.
Dosenöffner: Höfler (Mitte) brachte den SC Freiburg auf die Siegerstraße.
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Freiburg siegte gegen Lautern verdient wie souverän mit 2:0 und festigte Platz zwei. Die Breisgauer agierten zu Beginn entschlossen und hochüberlegen, verpassten es allerdings, nach der frühen Führung durch Höfler (8.) noch im ersten Durchgang nachzulegen. Das zweite Tor des SCF bald nach Wiederanpfiff war für die Pfälzer, deren Spiel von zu vielen Unzulänglichkeiten geprägt war, ein Tiefschlag, von dem sich die Gäste nicht erholten. Niederlechners Schuss hatte Kaiserslauterns Torhüter Marius Müller durch die Beine rutschen lassen (48.). Die Aufstiegsränge sind für die Pfälzer damit in weite Ferne gerückt.

Terodde traut sich dieses Mal vom Punkt

Der VfL Bochum bleibt im Rennen um Relegationsrang drei! Der Revierklub benötigte dafür aber eiserne Nerven. Denn eine anfängliche 2:0-Führung verspielte die Truppe von Trainer Gertjan Verbeek gegen den SV Sandhausen zunächst. Diese beiden sehenswerten Treffer fielen schon in Halbzeit eins: Eisfeld schlenzte das Leder präzise neben den rechten Pfosten (10.), während Bulut Terodde auf die Reise schickte. Der VfL-Stürmer umkurvte SVS-Keeper Knaller lässig und feuerte das Leder unter die Querlatte (21.). Im zweiten Durchgang kämpften sich die Gäste dann sehenswert durch die Treffer von Stolz und Bouhaddouz zurück (64. und 72.), ehe Terodde vom Elfmeterpunkt aus seinen Doppelpack schnürte und den Dreier sicherte (78.). Ausgerechnet Terodde, der zuletzt beim 1:1 in München einen Strafstoß nicht schießen wollte, den letztlich Novikovas verschossen hatte.

Ein besonderes Spiel war es auch für VfL-Schlussmann Riemann, der vor der Saison aus Sandhausen gekommen war - und dank des erreichten Dreiers wieder ein Stück weit mehr vom Aufstieg in die Bundesliga träumen darf. Die Kurpfälzer, denen aus den letzten acht Spielen nur ein Dreier gelungen ist, rutschen dagegen weiter ab.

Liendl beendet Münchens Durststrecke

Der Kellerkrimi zwischen dem TSV 1860 und Düsseldorf hatte den Namen wirklich verdient: München startete mutig und ging durch einen Bülow-Kopfball in Führung (29.). Fortan übernahm die Fortuna die Kontrolle, entwickelte aber kaum Durchschlagskraft. Als mit Wiederbeginn Mölders auf 2:0 erhöhte, sah es für F95 düster aus (47.). Doch die Gäste kamen nach feiner Eckball-Variante durch Schmitz (66.) und Joker Bebou (76.) wieder zurück. Eine Punkteteilung gab es trotzdem nicht, weil ausgerechnet Ex-Fortune Liendl einen berechtigten Foulelfmeter verwandelte (80.). Damit endete die Durststrecke der Löwen, die zuvor über drei Monate und insgesamt sieben Spiele auf einen Sieg hatten warten müssen. Durch den Dreier schoben sich die Giesinger auf den Relegationsabstiegsplatz vor.

Die Mutter aller Derbys geht an Nürnberg

Sebastian Mielitz und Niclas Füllkrug
Niclas Füllkrug (r.) erzielte gegen Fürths Sebastian Mielitz das entscheidende Tor für den 1. FC Nürnberg.
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Zum Auftakt des 23. Spieltags stieg am Freitag das älteste Derby im deutschen Fußball: Der 1. FC Nürnberg traf zum mittlerweile 260. Mal auf die SpVgg Greuther Fürth. Wie so oft ging der Club auch an diesem Abend als Favorit ins Franken-Derby, das aufgrund von erhöhtem Verkehrsaufkommen 15 Minuten später begann. Doch in der Vergangenheit hatten die Kleeblättler den Rot-Schwarzen stets das Fürchten gelehrt: Sieben Pflichtspiele in Serie hatte der FCN bis zu diesem Tag nicht mehr gegen die SpVgg gewonnen. Und auch dieses Mal schockten die Fürther den Club: Nach sieben Minuten grätschte Angreifer Zulj den Ball nach einer Heidinger-Flanke über die Linie. Die Antwort ließ zu wünschen übrig: Die Weiler-Elf wirkte gehemmt, zettelte bis zur Pause kaum gefährliche Angriffe an. Eine Ausnahme gab es aber - und was für eine: Nach schönem Doppelpass mit Behrens schlenzte Kerk das Leder zum 1:1 in den linken Winkel (40.).

Im zweiten Abschnitt war aber zunächst wieder Fürth am Drücker und hatte Pech, als Sepsi den Ball mit dem Kopf noch überragend vor dem Einschlag klärte (48.). Ansonsten verkam das 260. Franken-Derby zu einer sportlichen Schlacht, in der Zweikämpfe und ungenaue Zuspiele angesagt waren. Die Spannung blieb dennoch bis zum Schluss hoch - und wandelte sich beim FCN in Ekstase um: Füllkrug avancierte in der 84. Minute zum Helden. Der letzte Derbysieg des FCN datiert somit nicht mehr vom 23. November 2008 (2:1), sondern acht Spiele später vom 26. Februar 2016.

Agile Paderborner scheitern an eiskalten Leipzigern

Paderborn empfing Tabellenführer Leipzig mit einer gewaltigen Negativserie im Gepäck: Zehn Ligaspiele in Serie waren die Effenberg-Schützlinge sieglos geblieben (0/5/5). Dennoch beschwor der "Tiger" auch dieses Mal ein positives Gefühl - das sich aber zunächst schnell wieder änderte: Bereits in der 6. Minute traf RB-Kapitän Kaiser den Pfosten. In der Folge wirkte der SCP dann aber tatsächlich wacher und verbuchte durch Koc, der frei vor Keeper Gulacsi auftauchte (17.), und Helenius, der einen Kopfball knapp vorbeisetzte (35.), echte Hochkaräter. Allein ein Treffer fehlte für die letztlich klar besseren Ostwestfalen, die im zweiten Durchgang dann auch noch Pech hatten: Ein regulärer Treffer von Bertels wurde aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt (50.). Es kam gar noch dicker: Aus dem Nichts traf plötzlich Leipzigs Compper per Kopf (64.) und stellte damit zugleich den Sieg her. Von den Paderbornern kam nämlich nichts mehr, sie scheiterten trotz couragierter Leistung erneut. Elf sieglose Ligaspiele - der Klassenerhalt wird mehr und mehr zur Mammutaufgabe. Ganz anders die Lage bei RB, das acht der jüngsten neun Partien gewonnen hat und dem Traum von der Bundesliga immer näher rückt.

Kroos und Wood schocken den KSC

Felix Kroos (2.v.r.)
Dieser Schuss saß: Felix Kroos traf für Union Berlin per Traumtor.
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Mit einem Interimscoach auf der Trainerbank empfing Union Berlin den Karlsruher SC an der Alten Försterei: Für den erkrankten Sascha Lewandowski sprang der bisherige Co-Trainer André Hofschneider ein. Was dieser aber im ersten Durchgang sah, dürfte ihm nicht gefallen haben. Der KSC war eindeutig das bessere Team, schob vornehmlich über den agilen Valentini über die rechte Seite an und markierte durch Yamada den verdienten Führungstreffer (31.). Und trotzdem antworteten die Eisernen noch vor dem Seitenwechsel - mit einem Traumtor des von Werder Bremen ausgeliehenen Felix Kroos (45.+1). Die Freude währte jedoch nicht lange: Kurz nach Wiederbeginn handelte sich Kreilach per überstürztem Einsteigen die Ampelkarte ein (47.). Die Chance für den KSC, den Druck zu erhöhen. Doch nichts da: Wood stach für das in Unterzahl agierende Berlin mit einem abgefälschten Abschluss (60.). Eine Aufholjagd der zuvor fünfmal in Folge (drei Siege, zwei Remis) ungeschlagenen Badener gab es final nicht mehr. Die Köpenicker machten den Laden hinten dicht und siegten.

cru/mag

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