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07.02.2016, 17:41

Kaiserslautern: Przybylko und Deville verletzt

Pfälzer Ärger über die eigene Fahrlässigkeit

Die Einschätzungen waren einhellig. "Wir sind natürlich enttäuscht, weil wir zwei Punkte liegen gelassen haben", resümierte FCK-Trainer Konrad Fünfstück nach dem 2:2 gegen Union Berlin. Nicht nur der Trainer des 1. FC Kaiserslautern ärgerte sich mächtig über den verspielten 2:0-Vorsprung.

Enttäuschte Teufel: Daniel Halfar und Jean Zimmer (re.).
Enttäuschte Teufel: Daniel Halfar und Jean Zimmer (re.).
© Getty ImagesZoomansicht

"Die Gegentore waren völlig unnötig, die haben wir uns selber reingelegt", schimpfte Tim Heubach. "Beim ersten kommt Schönheim völlig frei zum Kopfball und das 2:2 muss Mülli haben, das weiß er auch selber." Ob es nun an fehlender Kommunikation lag oder einem Fehler bei der Zuteilung geschuldet war - es erstaunte schon sehr, wie ungehindert Fabian Schönheim als 1,91-Meter großer gegnerischer Verteidiger beim 1:2 von der Sechszehnergrenze aus einlaufen und einköpfen konnte. Dem Patzer des insgesamt schwachen Keepers Marius Müller beim 2:2 von Bobby Wood ging eine Fehlerkette von mindestens drei Feldspielern voraus. Der US-Amerikaner konnte recht mühelos an Markus Karl, Alexander Ring und Stipe Vucur vorbei in den Strafraum spazieren.

"Ich ärgere mich, dass wir in der zweiten Halbzeit irgendwann aufhören, Fußball zu spielen, nur noch verteidigen wollen und das dann nicht gut genug machen", sagte Jean Zimmer, der mit zwei Assists den Weg für die 2:0-Pausenführung ebnete. Der Bruch im Lauterer Spiel erfolgte nach gut einer Stunde, nachdem kurz zuvor drei gute Chancen auf ein entscheidendes 3:0 nicht genutzt worden waren.

"Es ist halt so der Klassiker. Es ist meistens so, dass du bei einem 2:0 dann plötzlich aufhörst Fußball zu spielen, die andere Mannschaft drückt und du wirst hinten ein bisschen eingeschnürt", beschreibt Daniel Halfar das nicht selten zu beobachtende Phänomen, dass Teams, die den berühmten Sack nicht zumachen am Ende noch bestraft werden. Ein Gegenmittel hat der FCK-Kapitän nicht so recht parat: "Es weiß jeder, dass man normalerweise nicht aufhören sollte. Aber es passiert leider zu oft."

Fünfstück ohne glückliches Händchen - Przybylko verletzt

Die Veränderung im Lauterer Spiel hatte auch mit den Auswechslungen der beiden fleißigen Angreifer Kacper Przybylko (60. Minute) und Jon Bödvarsson (70.) zu tun. "Wir konnte die Bälle vorne nicht mehr so gut halten", stellte Heubach treffend fest. Ein unglückliches Händchen von Fünfstück, könnte man meinen. Beide Spielerwechsel waren jedoch verletzungsbedingt. Przybylko quälte sich bereits seit Mitte der ersten Hälfte mit einer Sprunggelenkblessur, die sich nun als Bandverletzung entpuppte und ihn einen Einsatz am Freitag in Paderborn kosten wird. Bödvarsson musste wegen eines Schlags auf die Wade raus, kann ab Montag aber wohl wieder trainieren.

Ein Mittelhandbruch (OP steht Anfang der Woche an) setzt Maurice Deville außer Gefecht, der mit Antonio Colak das unglückliche Angriffsduo in der Schlussphase bildete. Den Leistungsabfall nur an den beiden festzumachen, wäre aber verfehlt. Die gesamte Mannschaft sorgte bis auf eine kurze Schlussoffensive nach dem 2:2 für zu wenig Entlastung.

"Am Ende ist es unendlich bitter", fasste Heubach zusammen und vergaß sogar kurz, noch immerhin einen Punkt mitgenommen zu haben, als er sagte, "wir stehen hier mit leeren Händen". Eine nachvollziehbare Gefühlslage nach der fahrlässigen letzten halben Stunde des FCK.

Carsten Schröter

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