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26.01.2016, 15:00

Offizielle Erklärung des SCP-Chefcoachs im Wortlaut

Effenberg gesteht Fehler, aber: "Helden geben nie auf"

Die Vorfälle im Trainingslager des SC Paderborn im türkischen Belek führten zum Aus von Angreifer Nick Proschwitz. Doch auch Cheftrainer Stefan Effenberg gerät mehr und mehr unter Druck, der "Tiger" muss schnellstens positive Ergebnisse liefern. Am Dienstag räumte Effenberg Fehler ein, beklagte aber auch einen Vertrauensbruch seitens der Spieler sowie überzogene Schlagzeilen in den Medien. Effenberg gab sich aber kämpferisch und will die Herausforderung meistern. Der kicker dokumentiert die Erklärung des 47-Jährigen im Wortlaut.

Stefan Effenberg
Stefan Effenberg erinnerte in seiner offiziellen Erklärung an das Vereinsmotto des SC Paderborn.
© picture allianceZoomansicht

"Die Ereignisse der vergangenen Tage haben zu heftigen und teilweise überzogenen Schlagzeilen geführt. Verantwortlich dafür sind einzelne Spieler, die den Ruf unserer Mannschaft mit vielen einwandfreien Charakteren beschädigt haben. Eine faire Bewertung der Ereignisse setzt indessen eine sachliche Analyse und Bewertung voraus.

Die in den Medien dargestellten Vorfälle in der Nacht vom 20. Januar (Mittwoch) auf den 21. Januar (Donnerstag) sind in der beschriebenen Form nicht passiert. Darüber habe ich mich gemeinsam mit unserem Geschäftsführer Michael Born bei einer Begutachtung der Videoaufnahmen überzeugt. Die betroffenen Spieler, die Inventar des Hotels beschädigt haben, sind umgehend mit einer Strafe durch den Verein belegt worden und haben darüber hinaus den Schaden persönlich beglichen.

Der Vorfall mit Nick Proschwitz in der Nacht vom 23. Januar (Samstag) auf den 24. Januar (Sonntag) um 0.35 Uhr ist nicht zu tolerieren und hat dazu geführt, dass Nick Proschwitz nicht mehr für den SC Paderborn 07 spielen wird. Auch in dieser Angelegenheit sind zeitnah die notwendigen Konsequenzen gezogen worden.

Die freien Abende am Mittwoch (Bettruhe in der Eigenverantwortung der Spieler) und am Samstag (Bettruhe um 1.00 Uhr) entsprechen den üblichen Gepflogenheiten in einem Trainingslager. Im Rahmen von 20 Trainingseinheiten und drei Testspielen habe ich diese Freizeiten als angemessen angesehen. Aus heutiger Sicht waren diese Maßnahmen wohl ein Fehler, da mein Vertrauen von einigen wenigen Spielern nicht zurückgegeben worden ist.

Selbstverständlich bin ich als Chef-Trainer für die Aufsichtspflicht mitverantwortlich. Allerdings sollte unterschieden werden zwischen der Aufstellung von Regeln und der Missachtung der Vorgaben durch Einzelne. Die Aufgabe, den SC Paderborn 07 aus der schwierigen sportlichen Situation herauszuholen, betrachte ich als große Herausforderung. Ich bin dafür bekannt, dass ich vor der Verantwortung gerade auch in Drucksituationen nicht weglaufe. Vor allem auch im Sinne meiner Mannschaft stelle ich mich dieser Herausforderung. Und ich weiß ganz genau, was ich brauche, um diese Prüfung zu bestehen.

Gern halte ich es dabei mit dem Vereinsmotto des SC Paderborn 07: Helden geben nie auf!"

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 26.01., 10:30 Uhr
"Egal, wie tief die Hose hing": SCP-Boss greift durch
Keine Gnade für Nick Proschwitz: Nach dem Skandal im Trainingslager hat der SC Paderborn hart durchgegriffen und den Spieler aus dem Kader geworfen. Klubboss Wilfried Finke sagte, dass er Proschwitz' Vorgehen "verurteile und verabscheue" - unabhängig davon, was denn genau in der Nacht von Samstag auf Sonntag vorgefallen sein soll. "Mir ist völlig egal, wie tief die Hose hing. Tatsache ist, dass als Spieler des SC Paderborn, als Gast in einem muslimisch geprägten Land einfach kein Platz für solche Eskapaden ist."
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26.01.16
 
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weitere Infos zu Proschwitz

Vorname:Nick
Nachname:Proschwitz
Nation: Deutschland
Verein:K. Sint-Truidense VV
Geboren am:28.11.1986