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28.01.2014, 19:40

Berlin: Union rechnet mit 50 bis 60 Stadionverboten

DFB ermittelt nach schweren Krawallen

Die schweren Ausschreitungen mit einem Dutzend verletzter Polizisten beim Testspiel gegen Djurgardens IF in Stockholm könnten für den 1. FC Union Berlin ein Nachspiel haben. Der DFB-Kontrollausschuss wird wegen der gewalttätigen Tumulte Ermittlungen aufnehmen. Das bestätigte am Dienstag ein Sprecher des DFB. Union-Präsident Dirk Zingler räumte mittlerweile aber auch eigene Versäumnisse ein.

Der DFB ermittelt nach den Ausschreitungen in Stockholm.
Der DFB ermittelt nach den Ausschreitungen in Stockholm.
© picture allianceZoomansicht

"Der Kontrollausschuss wartet auf Unterlagen und Material vom schwedischen Verband. Dann wird er auf jeden Fall ermitteln, da das Spiel auch abgebrochen wurde", sagte Michael Morsch aus der DFB-Medienabteilung. Jeder Verein sei verantwortlich für seine Fans. Das gelte auch für Spiele, die außerhalb Deutschlands stattfinden.

Da es sich um ein Freundschaftsspiel gehandelt hatte, sind die Sportgerichtsbarkeiten der nationalen Verbände zuständig für die Aufarbeitung. Bei einem Wettbewerbsspiel der UEFA wäre es der europäische Verband.

Bei den gewalttätigen Tumulten wurden zwölf Polizisten verletzt. Nach Angaben der Stockholmer Polizei bekam ein Polizist eine Flasche ins Gesicht, neun Beamte erlitten Hörschäden durch Knallkörper. Auch ein deutscher Fan sei verletzt worden.

Die Partie war am Samstag in Stockholm in der 73. Minute beim Stand von 1:1 (1:0) beendet worden, nachdem Anhänger beider Klubs wiederholt Pyrotechnik gezündet hatten und auch auf den Platz gestürmt waren. Der 1. FC Union hatte angekündigt, alles dafür zu tun, um die Straftäter zu ermitteln.

Der DFB sieht es als sinnvoll, dass die beteiligten Vereine Interesse an einer Aufklärung hätten und auch die Polizei beider Länder zusammenarbeiten würde. Falls der DFB-Kontrollausschuss belastendes Material erhält, würde ein Strafantrag beim DFB-Sportgericht gestellt.

"Was dort passiert ist, ist eine Katastrophe. Das hat mit Fußball nichts zu tun und ich hoffe, dass es den beiden Vereinen gelingt, die Täter zu ermitteln", sagte Union-Kapitän Torsten Mattuschka nach dem größten Imageschaden der vergangenen Jahre. "Es tut mir sehr leid für die vielen friedlichen Fans, die sich so gefreut haben und viel Geld ausgegeben haben, um uns nach Stockholm zu begleiten." Am Ende könnten aber nicht nur die friedlichen Fans, sondern auch der 1. FC Union Leidtragender sein.

"Man überlegt sich natürlich, was man dazu sagt. Ich habe das Gefühl, dass jedes Wort, was man darüber verliert, eins zu viel ist", sagte Verteidiger Mario Eggimann.

Am Dienstag räumte Union-Präsident Dirk Zingler auch eigene Versäumnisse ein. "Wir selbst waren nicht gut genug vorbereitet", erklärte der Klubchef in einem Interview im vereinseigenen TV. Alle seien am vergangenen Samstag zum Testspiel hingefahren, um da ein bisschen zu feiern. "Wir haben uns vielleicht von der Vorfreude ein bisschen berauschen lassen. Das ist eine bittere Erfahrung, dieser Fehler wird uns nicht noch einmal passieren", sagte Zingler.

Union rechnet mit 50 bis 60 Stadionverboten

Nun gelte es, konsequent gegen die Randalierer vorzugehen. "Wir sind aufgefordert, schnell zu reagieren und schnell ein Zeichen zu setzen", kündigte Zingler an. Die "Eisernen" rechnen nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Stockholm damit, 50 bis 60 Stadionverbote aussprechen zu müssen. "Die Jungs und Mädels werden in den nächsten Jahren kein Fußballspiel mehr besuchen. Das ist nicht nur ein Schaden für den 1. FC Union, sondern für den Fußball, den wir mögen", betonte Zingler.

Nach Angaben der Eisernen seien von der Berliner Polizei bisher 24 Personen identifiziert worden, die im Zusammenhang mit den Tumulten stehen sollen.

28.01.14
 
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