
Kevin McKenna (33) hatte die Kölner gegen Union Berlin mit einem Kopfballtreffer auf die Siegerstraße gebracht und hatte auch ansonsten eine gute Leistung abgeliefert (kicker-Note: 2). "Wir haben gesagt, wir setzen den Umbruch jetzt anders, dass wir nur noch alte Spieler nehmen - und McKenna ist alt, der staubt schon", scherzte Stanislawski und betonte, dass er künftig voll auf "alt, erfahren und langsam setzen möchte".
Stanislawski war gut sichtlich gelaunt nach dem 2:0-Erfolg über die Eisernen, durfte er auch sein - zum elften Mal unbesiegt, wieder zu null. "So sind wir schwer zu schlagen", erklärte der Trainer zum kompakten Auftritt. Rang 3 ist erstmals in Schlagdistanz, zumindest bis zum heutigen Spitzenspiel zwischen Hertha und dem FCK. Verteidiger Dominic Maroh: "Jetzt kann man sich beruhigt auf die Couch legen und Lautern anschauen."
Zurücklehnen und genießen - so weit ist Stanislawski noch nicht. Dafür entwickelt sein FC noch zu wenig Durchschlagskraft. Klarer als mit zwei Toren Differenz gewann Köln diese Saison noch nicht. Dennoch präsentierte sich die Elf so abgeklärt wie vielleicht noch nie in dieser Spielzeit. Folgte dem obligatorischen Vollgas-Fußball zum Start diesmal nicht der oft zu beobachtende Ausfall aller Systeme. "Der Erfolg war zu keinem Zeitpunkt gefährdet", analysierte Torhüter Timo Horn zufrieden, "wir haben das sehr souverän runtergespielt." Der FC kontrollierte die Partie - anders als auf St. Pauli - problemlos. Die Umstellung auf eine Raute und somit ein starkes Zentrum zahlte sich aus. Ein Auftritt, nach dem endlich einmal nicht nur durch das Ergebnis Platz 3 realistisch erscheint.
„Wir haben uns den Gegebenheiten angepasst“Holger Stanislawski
Bemerkenswert: der Kölner Stilwechsel. "Wir haben uns den Gegebenheiten angepasst. Wenn man sieht, wie viele Spiele Hertha über Standards gewinnt", erklärt Stanislawski zur Wahl einfacher, aber effektiver Mittel. So bescherten die Männer fürs Grobe den Sieg: die Innenverteidiger Kevin McKenna und Maroh.
Am Donnerstags hatte der kicker exklusiv berichtet, dass McKenna seinen Vertrag bis 2014 verlängert. Am Freitag bestätigte dies der FC. Am Samstag bewies der Kanadier, warum. Defensiv mit Maroh eine Bank, traf er per Kopf. Ähnliches Bild beim 2:0, als Maroh erneut einen Freistoß Lehmanns zu Sturm-Riese Stefan Maierhofer köpfte. In der Luft war der FC nicht nur in diesen Szenen schwer zu verteidigen. Kopfball-Dominanz - ein Stilmittel, das ausgerechnet im Duell mit dem FCK zum Trumpf werden könnte, der schon zu Rehhagels Zeiten diese Karte extrem ausreizte.
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