Am Montagabend konnte das Top-Spiel des Zweiten Hertha BSC gegen den Dritten aus Kaiserslautern die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Die Partie begann spektakulär, Sippel verursachte schon in der 3. Spielminute einen Foulelfmeter, wehrte den von Ronny nicht platziert geschossenen Ball anschließend aber ab. Die Berliner beherrschten die Partie, gute Möglichkeiten hatte die Luhukay-Elf allerdings kaum. Mitentscheidend für den Ausgang der Partie war dann die 33. Minute: Baumjohann ging mit der Sohle voran in einen Zweikampf mit Pekarik, Schiedsrichter Tobias Welz zog sofort Rot, was beide Trainer nach der Partie als zu hart bewerteten. In der zweiten Hälfte drängten die Herthaner auch mit der Hereinnahme von Lasogga und Wagner verstärkt auf den Siegtreffer. Den markierte dann mit Kluge ein Mittelfeldspieler (68.). Der FCK blieb bis zum Schluss zu ungefährlich und prüfte Hertha-Keeper Kraft kein einziges Mal ernsthaft. Durch den Dreier schafft Berlin den Sprung auf Platz eins, Kaiserslautern hat im Kampf um Platz drei nun den 1. FC Köln im Nacken.
68, 65 und gar 64 Punkte reichten in den vergangenen drei Jahren zum direkten Aufstieg ins Oberhaus. Deren 51 hat weiterhin Tabellenführer Braunschweig, der am Sonntag im Duell der "Löwen" gegen 1860 München mit 1:2 unterlag. Die Gäste hatten schon vor der Pause einige gute Chancen (Friend-Fallrückzieher, 22.), während Boland bei den Niedersachsen mit einem Knaller an die Lattenunterkante eröffnete (10.). Den Bann brach Kumbela per Kopf nach Reichel-Flanke (56.) - es war zum einen das 14. Saisontor des Goalgetters, zum anderen das 500. Eintracht-Tor im eingleisigen Unterhaus. Gut sah es aus für die Niedersachsen, doch die Oberbayern gaben sich nicht auf. Friend erzielte nach 77. Minuten sein erstes Tor im neuen Dress, Neuzugang Kamara hatte die Vorarbeit geleistet. Den Glanzpunkt setzte dann Lauth mit seinem frechen Chip an Keeper Davari vorbei zum Sieg für die Gäste (85.). "Das war heute richtig stark", sagte Matchwinner Lauth nach dem Spiel via Sky. Braunschweig unterlag erstmals vor eigenem Publikum und droht die Tabellenführung an Hertha BSC zu verlieren. Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht beklagte einen "komischen Bruch" nach der Führung.
Die beiden Kellerkinder Sandhausen und Regensburg hatten sich im Abstiegskampf drei Zähler fest vorgenommen. Und beide führten auch zur Pause. Doch weder der SVS noch der Jahn gingen am Ende als Sieger vom Platz.
Paderborn drehte das Spiel am Hardturm - der ehemalige SC-Profi Löning hatte die Hausherren früh nach vorn gebracht - in der zweiten Hälfte. Das Signal zum Drehen gab Brückner mit einem energischen Antritt durch die Sandhäuser Defensive. Danach gab Keeper Ischdonat keine allzu gute Figur mehr ab. Mit dem dritten Sieg in Reihe kann sich Paderborn wieder nach oben orientieren.
Was nicht für das nun punktgleiche Cottbus gilt. Die Lausitzer konnten auch im achten Spiel in Folge nicht gewinnen. Leverkusen-Leihgabe Carlinhos sorgte nach Börner-Fehler für die Regensburger Führung und viel Krampf im Energie-Spiel. Die Pausenansprache von Rudi Bommer ließ die Wände wackeln und zeigte Wirkung. Denn immerhin gelang noch der Ausgleich und damit das erste Tor nach achteinhalb Stunden Flaute. Bickel hätte sogar noch das 2:1 bejubeln können, doch Jahn-Keeper Ochs lenkte den Ball an die Latte. Am Ende sah Börner an einem "gebrauchten" Tag noch Rot.
Der 1. FC Köln zeigte am Samstag gegen Union Berlin eine überzeugende Vorstellung und gewann im Schneetreiben völlig verdient mit 2:0. McKenna traf früh für den FC, der das Spiel beinahe nach Belieben dominierte. Dass nur noch ein Treffer von Maierhofer heraussprang, lag an dem leichtfertigen Umgang der Kölner mit ihren Torgelegenheiten. Union fand bei schwierigen Platzverhältnissen keine Mittel, die überzeugenden Kölner in Verlegenheit zu bringen. Eine Viertelstunde vor Schluss unterbrach Schiedsrichter Willenborg sogar das Spiel, weil die Linien freigeräumt werden mussten. Der Sieg bringt den FC auf Tuchfühlung zum 1. FC Kaiserslautern.
Der FC Ingolstadt verpasste gegen Dynamo Dresden den Dreier. Nach einem Fehler von Dresdens Keeper Kirsten brachte Moritz Hartmann die Oberbayern in Führung. Ingolstadt war in der ersten Hälfte noch das bestimmende Team, nach dem Wechsel übernahm Dynamo mehr und mehr das Heft des Handelns. Deshalb war der 1:1-Ausgleich durch Ouali, den Müller gekonnt eingeleitet hatte, absolut verdient. Die Ingolstädter müssen sich nach dem Punktverlust von allen Aufstiegsträumen verabschieden.
Nach nur zwei Punkten aus den letzten fünf Spielen beendete St. Pauli am Freitagabend die Negativserie mit einem 3:0 gegen den FSV Frankfurt. Held des Abends war Ginczek, der für alle drei Tore verantwortlich zeichnete und den zuvor schlechtesten Sturm der Liga wiederbelebte. Coach Michael Frontzeck musste zwar auf Mohr und Thorandt (beide Gelb-Rot-Sperre), Boll (Grippe) und Bartels (Muskelfaserriss) verzichten, die "Kiez-Kicker" erarbeiteten sich aber auch ohne das Stammpersonal ein Chancenübergewicht. Ginczek visierte zunächst den Pfosten an (12.), ehe er in schöner Regelmäßigkeit zuschlug. Die "Kiez-Kicker" atmen im Abstiegskampf auf, der FSV konnte seine schlechte Bilanz am Millerntor nicht aufpolieren (0/1/4) und kann keinen Boden auf Rang drei gutmachen.
Im Westen trafen sich die Tabellennachbarn Bochum und Duisburg zum Revierderby. "Ganz klar, wir wollen dieses Spiel gewinnen", erklärte VfL-Coach Karsten Neitzel. Bis kurz vor dem Ende sah es auch ganz danach aus. Dann riss Perthel mit einem fulminanten Schuss ins Tordreieck den VfL aus allen Sieg-Träumen. Dabei hatte Bochum das Spiel nach einem feinen Solo von Kramer zum 2:1 gedreht und schien sich vom MSV und von der Abstiegszone absetzen zu können.
Nach drei Pleiten zum Jahresauftakt durfte sich Aue gegen Aalen zumindest über den ersten Punkt 2013 freuen. Hensels frühes Führungstor spielte Erzgebirge zunächst in die Karten, doch der VfR versteckte sich im Schneetreiben nicht. Klauß, der zunächst binnen weniger Sekunden Pfosten und Latte getroffen hatte, sorgte in der zweiten Hälfte dann für das 1:1. Das hatte auch nach 90 Minuten Bestand. Aue bleibt in den hinteren Regionen stecken, das 2013 ebenfalls noch sieglose Aalen steckt im Tabellenmittelfeld fest.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Hertha BSC | 45:18 | 52 |
| 2 | ![]() | Eintracht Braunschweig | 40:19 | 51 |
| 3 | ![]() | 1. FC Kaiserslautern | 33:22 | 39 |
| 4 | ![]() | 1. FC Köln | 27:22 | 36 |
| 5 | ![]() | 1860 München | 26:21 | 33 |
| 6 | ![]() | FSV Frankfurt | 30:29 | 33 |
| 7 | ![]() | SC Paderborn 07 | 32:28 | 32 |
| 8 | ![]() | 1. FC Union Berlin | 36:33 | 32 |
| 9 | ![]() | Energie Cottbus | 27:25 | 32 |
| 10 | ![]() | VfR Aalen | 24:21 | 31 |
| 11 | ![]() | FC Ingolstadt 04 | 27:26 | 31 |
| 12 | ![]() | FC St. Pauli | 22:27 | 26 |
| 13 | ![]() | VfL Bochum | 29:39 | 25 |
| 14 | ![]() | Erzgebirge Aue | 29:35 | 24 |
| 15 | ![]() | MSV Duisburg | 23:37 | 24 |
| 16 | ![]() | Dynamo Dresden | 23:34 | 21 |
| 17 | ![]() | SV Sandhausen | 27:49 | 18 |
| 18 | ![]() | Jahn Regensburg | 26:41 | 17 |
| 1. Kumbela, Domi | Eintracht Braunschweig | ![]() |
| Spiele: 30 | Tore: 19 | |
| 2. Ginczek, Daniel | FC St. Pauli | ![]() |
| Spiele: 31 | Tore: 18 | |
| 3. Ronny | Hertha BSC | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 18 | |
| 4. Idrissou, Mohamadou | 1. FC Kaiserslautern | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 17 | |
| 5. Sanogo, Boubacar | Energie Cottbus | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 15 | |