Es war der erwartete Empfang: FC-Coach Holger Stanislawski kehrte am Montag erstmals an seine langjährige Wirkungsstätte zurück und wurde von den St. Pauli-Fans natürlich frenetisch gefeiert. Dass aber die Kölner Spieler ihrem Trainer schon in der 3. Minute kollektiv im Arm lagen, war weniger im Sinne des Hamburger Anhangs - Clemens hatte einen Freistoß geschickt um die Mauer gezirkelt. St. Pauli schüttelte sich kurz und ging dann zum Angriff über, allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Als dann Thorandt nach seinem zweiten ungeschickten Foul kurz vor der Pause auch noch Gelb-Rot sah, sprach endgültig alles für einen Sieg des FC. Merkwürdig bloß, dass die Rheinländer das Ergebnis nur zu verwalten versuchten und die Hamburger so weiter im Spiel blieben. Die engagierte Frontzeck-Elf präsentierte sich aber auch in Durchgang zwei zu abschlussschwach, verlor kurz vor dem Abpfiff auch noch Mohr mit der Ampelkarte und musste letztlich die fünfte Partie ohne Sieg quittieren. Die Serie der "Geißböcke", die ihre Konterchancen kläglich vergaben, ist hingegen auf zehn Spiele ohne Niederlage angewachsen (5/5/0).
Großes Lebenszeichen von Dynamo, das sich im Kellerduell gegen Sandhausen eminent wichtige Punkte sicherte. Dresden legte los wie die Feuerwehr und ging früh durch Kitambala in Front. Sandhausen kam erst in der Schlussphase der ersten Hälfte etwas besser auf und erspielte sich erstmals Chancen. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der SVS noch präsenter, investierte mehr und kam durch Wootens herrlichem Schuss nach schlimmen Abwehrfehlern nicht unverdient zum Ausgleich. Die Gäste hatten nun mehr Ballbesitz, die besseren Zweikampfwerte und mehr Torchancen. Dresdens Coach Pacult hatte aber ein glückliches Händchen. Der kurz zuvor eingewechselte Müller traf aus dem Gefühl heraus zum 2:1 für die Sachsen. Und der 19-Jährige hatte in seinem erst zweiten Zweitligaspiel Blut geleckt und schnürte vier Minuten später (75.) den Doppelpack zum 3:1. Kurz darauf flog Sandhausens Kandziora nach hartem Einsteigen gegen Savic mit glatt Rot vom Platz.
Kaiserslautern ließ erstmals 2013 Federn, kam trotz phasenweiser Überzahl in Duisburg nicht über ein torloses Remis hinaus. Von Beginn an entwickelte sich eine höchst intensive, kampfbetonte und mitunter giftige Partie. Der MSV spielte mit großer Leidenschaft, betrieb hohen Aufwand und kaufte Lautern immer wieder den Schneid ab. Die beste Möglichkeit gehörte aber den Pfälzern, doch Bunjaku scheiterte an der Unterkante der Latte. Duisburg agierte ab der 40. Minute zu zehnt, nachdem Sukalo wegen eines Kopfstoßes Rot sah. Nach Wiederanpfiff hatte der FCK in Überzahl naturgemäß ein optisches Übergewicht, der MSV verkaufte sich aber teuer und gestattete Lautern kaum Räume. Zudem lief Idrissou heiß und sah binnen vier Minuten zweimal Gelb - Platzverweis (65.)! Danach neutralisierten sich die beiden Teams weitgehend, verzichteten auf allzu hohes Risiko.
Energie Cottbus wartet nach der 0:1-Niederlage in Frankfurt nun schon seit sieben Spielen auf einen Sieg. Cottbus dominierte in Durchgang eins klar, vergab aber auch die besten Möglichkeiten (Sanogo, Börner, Möhrle). Der unterlegene FSV machte es besser und ging mit der ersten Chance überhaupt durch Neuzugang Jönsson in Front. In Hälfte zwei setzten die Hessen zunächst brandgefährlich Konter und fanden immer besser ins Spiel. Die Lausitzer konntem nicht an die offensivstarke Vorstellung der ersten 45 Minuten anknüpfen. Nach einer Notbremse von Gaus an Ludwig war Frankfurt aber nur noch zu zehnt (68.). Cottbus hatte gegen die jetzt sehr tief stehenden und abwartenden Frankfurter große Feldvorteile, entwickelte aber kaum Durchschlagskraft.
Lange verlief die Partie am Samstag in Aalen ohne große Höhepunkte, dann schlug Hertha eiskalt zu und nahm die Punkte mit in die Hauptstadt. Das zähe Ringen auf dem zunehmend schwerer zu bespielenden Rasen verlief ohne große Höhepunkte, ehe Ndjeng eine knappe Viertelstunde vor Schluss eine Ramos-Hereingabe über die Linie bugsierte. Die "Alte Dame", die auf den gelbgesperrten Kluge verzichten musste, bleibt auswärts das Schwergewicht der Liga schlechthin (8/3/1), unterstrich die Ambitionen mit Blick auf das Oberhaus und bleibt auf zwei Zähler an Braunschweig dran.
"Abgehakt, jetzt zählt nur Ingolstadt", hatte Union-Trainer Uwe Neuhaus nach dem 2:2 bei Hertha seinen Mannen mit auf den Weg gegeben, doch so ganz bekam sein Team das Stadtderby und den verspielten 2:0-Vorsprung nicht aus den Köpfen. Am Ende rettete Nemec gegen seinen Ex-Klub FCI beim 1:1 zumindest einen Zähler, den letztlich auch Ingolstadts Micanski mit einem lässig getretenen und an die Latte gesetzten Elfmeter in der Nachspielzeit den "Eisernen" schenkte. Union bleibt so vor Ingolstadt.
Nach dem Sieg in Bochum (2:0) und dem Ende einer Negativserie von zwölf Spielen ohne Dreier ging Regensburg am Freitagabend gegen Braunschweig wieder leer aus. Im Duell Letzter gegen Erster begann der Jahn engagiert, bekam allerdings nach einer Viertelstunde die Kaltschnäuzigkeit der Eintracht zu spüren. Torjäger Kumbela - nach Gelbsperre zurück - stand richtig, die Oberpfälzer lagen zurück. Mit dem 13. Saisontreffer von Kumbela im Rücken agierte die Lieberknecht-Elf in der Folge souverän, der zuvor frech spielende Jahn kam nicht zur Entfaltung. Im zweiten Durchgang zeigte sich Regensburg bemüht, doch der Tabellenführer ließ sich nicht überraschen. Vielmehr verpasste Kumbela das 2:0. Braunschweig marschiert unaufhaltsam Richtung Bundesliga, Regensburg bleibt am Tabellenende.
Paderborn landete nach fünf Niederlagen am Stück nun den zweiten Dreier in Folge, setzt sich ins Mittelfeld ab und verstärkt die Sorgen von Gegner Aue. Feisthammel, der den gelbgesperrten Strohdiek ersetzte, brachte die Ostwestfalen in die Spur, die noch vor der Pause per Elfmeter erhöhten. Erzgebirge kämpfte im zweiten Durchgang um den Anschluss, blieb aber weitestgehend harmlos und machte den Fehlstart 2013 mit der dritten Niederlage in Serie perfekt.
1860 ging zu Hause wie schon gegen Kaiserslautern (0:1) auch gegen das abstiegsbedrohte Bochum ohne Punkte vom Feld. Dabei hatten die "Löwen", die mit Lauth (nach Rotsperre) und Friend zwei Stürmer aufboten, über 70 Minuten einen Spieler mehr auf dem Platz. Die Münchner wussten davon aber keinen Gebrauch zu machen, denn Bochum igelte sich nach dem frühen Führungstreffer und dem irrtümlichen Rot gegen Eyjolfsson (Maltritz hatte Lauth unsanft gestoppt, nicht der Isländer) hinten ein. Der VfL kämpfte um jeden Zentimeter Boden, brachte in Unterzahl den Sieg trotz mehrerer Aufreger im eigenen Strafraum über die Zeit und rehabilitierte sich für das 0:2 gegen Regensburg.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Eintracht Braunschweig | 39:17 | 51 |
| 2 | ![]() | Hertha BSC | 44:18 | 49 |
| 3 | ![]() | 1. FC Kaiserslautern | 33:21 | 39 |
| 4 | ![]() | FSV Frankfurt | 30:26 | 33 |
| 5 | ![]() | 1. FC Köln | 25:22 | 33 |
| 6 | ![]() | 1. FC Union Berlin | 36:31 | 32 |
| 7 | ![]() | Energie Cottbus | 26:24 | 31 |
| 8 | ![]() | 1860 München | 24:20 | 30 |
| 9 | ![]() | VfR Aalen | 23:20 | 30 |
| 10 | ![]() | FC Ingolstadt 04 | 26:25 | 30 |
| 11 | ![]() | SC Paderborn 07 | 29:27 | 29 |
| 12 | ![]() | VfL Bochum | 27:37 | 24 |
| 13 | ![]() | Erzgebirge Aue | 28:34 | 23 |
| 14 | ![]() | FC St. Pauli | 19:27 | 23 |
| 15 | ![]() | MSV Duisburg | 21:35 | 23 |
| 16 | ![]() | Dynamo Dresden | 22:33 | 20 |
| 17 | ![]() | SV Sandhausen | 26:46 | 18 |
| 18 | ![]() | Jahn Regensburg | 25:40 | 16 |
| 1. Kumbela, Domi | Eintracht Braunschweig | ![]() |
| Spiele: 30 | Tore: 19 | |
| 2. Ginczek, Daniel | FC St. Pauli | ![]() |
| Spiele: 31 | Tore: 18 | |
| 3. Ronny | Hertha BSC | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 18 | |
| 4. Idrissou, Mohamadou | 1. FC Kaiserslautern | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 17 | |
| 5. Sanogo, Boubacar | Energie Cottbus | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 15 | |