Die Rückkehrer mahnte Luhukay zur Geduld, "sie heben die Qualität, aber sie müssen sich jetzt noch unterordnen". Kein Zweifel: Das Team, das vor Weihnachten die famose Serie von 17 ungeschlagenen Spielen in Folge ablieferte, hat die Nase vorn - auch wenn in der Türkei mit Sandro Wagner und Hany Mukhtar zwei Reservisten und mit Christoph Janker ein Rückkehrer nachhaltig auf sich aufmerksam machten. Luhukay muss angesichts des üppigen Angebots gerade in der Offensive die Härtefälle so geschickt moderieren, dass das Binnenklima nicht leidet - und zugleich trotz des Vorsprungs auf Lautern die Spannung hochhalten. "Wir dürfen keinerlei Leichtfertigkeiten zulassen", betont Manager Michael Preetz. "Wir haben eine sehr gute Ausgangsposition, aber noch nichts geschafft."
Um beim aktuellen Hertha-Jahrgang - anders als in früheren Spielzeiten - keinerlei Phlegma aufkommen zu lassen, setzt Luhukay stets neue Reizpunkte. Im Sommer verkündete er, Hertha werde "ab Oktober nur schwer zu schlagen sein" - und behielt recht. Ende Oktober gab er den Seinen den (knapp verfehlten) Auftrag mit auf den Weg, zur Winterpause die Nummer eins zu sein. Jetzt kitzelt Luhukay die für Zweitliga-Verhältnisse luxuriös besetzte Offensivabteilung. "Mehr als 60 Tore" fordert der Coach am Saisonende - und eine Steigerung im Angriffsspiel: "Da können wir zulegen. Wir müssen in der Offensive noch schärfer, noch zielstrebiger, noch schneller sein."
Die Physis als Basis des Erfolgs stimmt ohnehin. 13 Tore in der Schlussviertelstunde sind ligaweit Bestwert, die Mitbewerber Braunschweig und Lautern kommen auf je sieben. "Wenn wir uns bei unserer Qualität diesen Vorsprung noch nehmen lassen, haben wir den Aufstieg nicht verdient", sagt Stürmer Wagner. "Aber wir schaffen unser Ziel, wir werden nicht leichtsinnig."