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17.02.2012, 13:40

Fürth: Für den Ex-Nationalspieler zählt nur der Aufstieg

Asamoah: "Lüdenscheid ist nur ein Bonus"

Vom Ruhrpott in den Ronhof: Gerald Asamoah (33) ist die Symbolfigur für die Aufbruchstimmung bei der SpVgg Greuther Fürth. Mit den "Unaufsteigbaren" will der Ex-Schalker in die Bundesliga. Der ehemalige Nationalspieler - Daueroptimist - ist bei den als Pessimisten bekannten Franken bereits bestens angekommen.

In Fürth bestens angekommen: Neuzugang Gerald Asamoah will mit den Franken in die Bundesliga.
In Fürth bestens angekommen: Neuzugang Gerald Asamoah will mit den Franken in die Bundesliga.
© imagoZoomansicht

kicker: Herr Asamoah, werden Sie in Fürth jetzt unaufsteigbar?

Gerald Asamoah: Nein. Die Unaufsteigbar-Geschichte hört sich zwar lustig an, aber ich bin hier, um das zu ändern.

kicker: In der Saison 1998/99, Ihrer bislang einzigen in Liga 2, sind Sie mit Hannover 96 Vierter geworden. Passiert das wieder?

Asamoah: Ich kann mich noch gut daran erinnern - hätte Fürth damals am letzten Spieltag in Ulm gewonnen, wäre 96 aufgestiegen und ich noch ein Jahr geblieben. So aber bin ich gleich auf Schalke gegangen. Aber jetzt werde ich nicht wieder Vierter - die Mannschaft hat einfach Qualität, Fürth ist reif für den Aufstieg.

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kicker: Sie sagten unlängst, dass viele Ihrer Mitspieler gar nicht wissen, wie gut sie sind. Wen meinten Sie?

Asamoah: Sercan Sararer oder Edgar Prib zum Beispiel. Es gibt hier generell viele Jungs, die zuletzt zwar auf der Bank saßen, aber Großes erreichen können - wenn sie für ihre Karriere leben.

kicker: Sie haben bei Ihrer Vorstellung geunkt, dass es nach sieben Monaten Pause schwer für Sie werden wird, mitzuhalten. In Hoffenheim beim 1:0 im Pokal haben Sie nach Ihrer Einwechslung ordentlich gespielt, beim Startelf-Debüt zwei Tore zum 5:1 über Paderborn erzielt - sind Sie über sich selbst überrascht?

Die Mannschaft hat einfach Qualität, Fürth ist reif für den Aufstieg.Gerald Asamoah

Asamoah: Ich wusste nicht, wo ich stehe, auch wenn ich viel trainiert hatte. Dass es gleich so gut läuft, überrascht mich schon ein wenig. Wobei ich bei meinen Toren nur den Fuß hinhalten musste.

kicker: Sie haben auch viel geackert - auch wenn Sturmkollege Occean weitere Wege ging.

Asamoah: Klar, muss er auch, er ist jünger (30, Anm. d. Red.).

kicker: Haben Sie Bedenken, dass Sie wegen der langen Pause noch in ein körperliches Tief kommen?

"Ich war so kaputt, dass ich im Hotel blieb"

Asamoah: Eigentlich wollte ich abends nach dem Spiel mit den Jungs essen gehen, war dann aber so kaputt, dass ich im Hotel blieb. Die Gefahr besteht also sicherlich, aber ich werde nicht immer von Beginn an spielen und im Training Pausen bekommen. Mike Büskens kennt mich so gut, dass er das steuern kann.

kicker: Wären Sie ohne Büskens, Ihren Ex-Mitspieler und -Trainer auf Schalke, überhaupt in Fürth?

Asamoah: Wahrscheinlich nicht. Fürth sagte mir natürlich etwas, aber meine Detailkenntnisse waren doch sehr beschränkt. Mike hat angerufen und mich richtig heiß auf die Aufgabe hier gemacht. Kaum hatte er aufgelegt, rief schon SpVgg-Präsident Helmut Hack an - und hat dies dann wiederholt und wiederholt. Das imponierte mir sehr.

kicker: Sie waren lange im großen Fußball zu Hause. Ist die kleine SpVgg ein Kulturschock für Sie?

Asamoah: Nein, auch wenn hier alles im Vergleich zu Schalke ein, zwei Nummern kleiner ist und mich an meine Anfänge erinnert, vermisse ich nichts. Die Bedingungen sind top.

kicker: Und wie passt dies? Sie, der Daueroptimist, und die Franken, denen man einen Hang zum Pessimismus nachsagt?

Asamoah: Einige hatten mich tatsächlich gewarnt: Da kannst du nicht hin, die sind hier nie zufrieden, selbst wenn man 3:0 führt, pfeifen sie nach Fehlpässen. Nur, ich habe bisher das genaue Gegenteil erlebt. Die Leute sind sehr offen und freundlich. Und auch wenn gegen Paderborn nicht so viele Fans kamen: Die da waren, haben bewiesen, dass sie feiern können.

kicker: Eine Wohltat nach den letzten Eindrücken bei St. Pauli?

Asamoah: Die waren in der Tat enttäuschend. Erst war von der großen Gemeinschaft die Rede, als aber die Ziele verfehlt wurden, sollte ich der Alleinschuldige gewesen sein. Dass bis auf Helmut Schulte keiner für mich Partei ergriff, war sehr bitter. Ich hatte schließlich immer alles gegeben. Aber das ist abgehakt.

kicker: Fürth steht im Pokalhalbfinale, trifft zu Hause auf den BVB - für viele ein Jahrhundertspiel. Besteht die Gefahr, dass dadurch die Liga vernachlässigt wird?

Die Liga hat Priorität, der Aufstieg ist das große Ziel. Lüdenscheid ist nur ein Bonus.Gerald Asamoah

Asamoah: Mit dem 5:1 über Paderborn vier Tage nach dem Sieg in Hoffenheim haben wir die Antwort darauf doch schon gegeben. Die Liga hat Priorität, der Aufstieg ist das große Ziel. Lüdenscheid ist nur ein Bonus.

kicker: Lüdenscheid?

Asamoah: Auch wenn ich für die SpVgg selbstverständlich alles gebe, bin ich im Herzen Schalker, das ist mein Verein - somit erklärt sich das mit Lüdenscheid.

kicker: Am Sonntag geht es gegen Ingolstadt. Was muss die SpVgg machen, um dort zu siegen?

Asamoah: Wir müssen im Gegensatz zum 1:3 in Dresden sofort den Kampf annehmen. Dort wollten wir übers Spielerische kommen. Den Fehler dürfen wir nicht wiederholen, zumal in Ingolstadt alle einen Sieg erwarten.

Interview: Christian Biechele/David Bernreuther

17.02.12
 
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Vorname:Michael
Nachname:Büskens
Nation: Deutschland
Verein:SpVgg Greuther Fürth

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Vorname:Gerald
Nachname:Asamoah
Nation: Deutschland
Verein:SpVgg Greuther Fürth
Geboren am:03.10.1978

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