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31.10.2011, 14:33

Karlsruhe: Nach dem 1:5-Debakel von Dresden

KSC entlässt Scharinger - Kauczinski übernimmt

Eine Überraschung war es nicht mehr: Der Karlsruher SC hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Rainer Scharinger getrennt. Das gab KSC-Präsident Ingo Wellenreuther am frühen Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt. Markus Kauczinski wird beim Zweitligisten einmal mehr als Übergangstrainer fungieren, bis ein Nachfolger für Scharinger gefunden ist.

Rainer Scharinger
Aus und vorbei: Rainer Scharinger ist nicht mehr Trainer des Karlsruher SC.
© imagoZoomansicht

"Das tut weh, es war eine sehr schwierige Entscheidung. Deshalb haben wir auch erst einmal eine Nacht darüber geschlafen", sagte Wellenreuther. Die Vertragaufhebung sei in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt. Nach elf sieglosen Pflichtspielen in Folge hatte sich Scharingers Entlassung abgezeichnet. Das 1:5 in Dresden brachte das Fass zum Überlaufen. "Wir sind im Guten auseinandergegangen", sagte Wellenreuther: "Nach der sportlichen Entwicklung der letzten Wochen waren wir als Verein gezwungen, zu handeln."

Nun springt vorerst wieder einmal Kauczinski ein, es ist bereits sein drittes Intermezzo als Übergangstrainer beim KSC. Vor fast genau einem Jahr war er nach der Trennung von Markus Schupp eingesprungen, auch nach der Entlassung des langjährigen Trainers Edmund Becker im Herbst 2009 hatte er als Interimscoach fungiert. Auch diesmal wird es nur ein kurzes Gastspiel sein: Der 41-Jährige besitzt weiterhin nicht die notwendige Lizenz, um dauerhaft als Trainer arbeiten zu dürfen. Damit kan er die Badener nach den DFL-Statuten maximal 15 Werktage betreuen.

Favorit Peter Neururer?

Als Nachfolger Scharingers sind Peter Neururer und der erst am vergangenen Freitag beim MSV Duisburg entlassene Milan Sasic im Gespräch. Als Favorit gilt allerdings "Feuerwehrmann" Neururer. Noch einmal Wellenreuther: "So konnte es nicht weitergehen. Wir fragen uns immer noch, wo dieser Leistungseinbruch herkam. Jetzt brauchen wir einen Trainer, der die richtige Ansprache an die Mannschaft findet."

Auch der mit Scharinger privat befreundete Manager Kreuzer sagte nach der für ihn nicht leichten Trennung ("Unser Verhältnis geht weit über den Fußball hinaus"): "Erfahrung ist in dieser Situation sehr wichtig, die Verpflichtung eines jungen Trainers wäre der falsche Weg."

Aufbruchstimmung ade: Dem guten Start folgt die Ernüchterung

Scharinger, der vertraglich noch bis 2012 an den KSC gebunden war, hatte im Wildpark am 2. März dieses Jahres übernommen, nachdem Uwe Rapolder gehen musste. Der zuvor beim Drittligisten VfR Aalen entlassene 46-Jährige rettete den Verein vor dem Abstieg. Im Sommer tauschten die Badener dann fast den kompletten Kader aus, Aufbruchstimmung und Euphorie machten sich breit.

Doch die Ernüchterung folgte schnell. Nach einem ordentlichen Saisonstart mit sechs Zählern aus den ersten drei Partien schien der KSC, der vergangene Saison gerade noch den Kopf aus der Abstiegsschlinge gezogen hatte, auf einem guten Weg zu sein. Aber die Badener setzten zur Talfahrt an und haben sich im Tabellenkeller festgesetzt. Zehn sieglose Liga-Auftritte in Serie und 29 Gegentore in 13 Spielen lautet die Negativbilanz, die Scharinger letztlich seinen Job kostete.

Die Toleranz den Spielern gegenüber ist vorbei. So eine Leistung wie in Dresden will ich nie wieder sehen. Die Spieler müssen verstehen, dass sie bei einem Abstieg alle arbeitslos sind.
KSC-Manager Oliver Kreuzer

Am Sonntag hatte Präsident Wellenreuther seinen Trainer und Manager Oliver Kreuzer zum Rapport bestellt. "Ich möchte eine Erklärung dafür haben. Am Sonntag wird Tacheles geredet. Ich möchte wissen, was der Sportdirektor Oliver Kreuzer dazu zu sagen hat. Und ich möchte wissen, was der Trainer dazu zu sagen hat. In so einem wichtigen Spiel kann man so nicht auftreten", so der Klubchef: "Es muss eine Entscheidung gefällt werden. So geht es nicht weiter."

Die Entscheidung ist nun gefallen - und zwar gegen Scharinger. Der hatte nach dem Debakel von einer "enttäuschenden Leistung" gesprochen: "Die große Diskrepanz zwischen unseren Heim- und schwachen Auswärtsauftritten ist nur schwierig zu erklären". Beim Kellerduell gegen Ingolstadt am Freitag sitzt Scharinger nicht mehr auf der KSC-Bank.

 
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