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03.10.2011, 22:05

Überblick: Duisburg rutscht weiter ab, Dynamo furios

Zwei Elfer, kein Sieger: Düsseldorf verpasst Platz eins

Hitziger Zweitliga-Spieltagsabschluss in Braunschweig: Die Fortuna verpasste beim 1:1 die Tabellenführung und haderte ein wenig mit dem Referee - die Serie der Unbesiegbarkeit geht aber weiter. Erster bleibt Fürth trotz des 2:2 beim KSC. Duisburg steckt im Keller fest, während Dresden bei den "Löwen" einen Auswärtscoup landete. Bochum feierte am Samstag einen spektakulären Erfolg in Ingolstadt. Klare Siege gab's für Eintracht Frankfurt und St. Pauli.

Marc Pfitzner trifft per Elfmeter zum 1:0
Nervenstark: Marc Pfitzner zeigt zwei Braunschweiger Kollegen, wie es aus elf Metern geht.
© picture alliance

2009, beim letzten Duell zwischen Braunschweig und Düsseldorf, hatte es in der 3. Liga ein 5:5-Spektakel gegeben, vier Elfmeter inklusive. Ein nicht unähnliches Bild auch am Montagabend: viele Zweikämpfe, hohes Tempo und ein Schiedsrichter-Team im Mittelpunkt. Erst verwandelte Pfitzner nach den jüngsten Fehlschüssen von Kruppke und Kumbela einen berechtigten Elfer zur frühen Eintracht-Führung. Kurz vor der Pause gab Markus Wingenbachs Gespann dann den vermeintlichen Ausgleich nicht, weil Rösler bei Beisters Versuch aus der Distanz im Abseits und dabei der Schussbahn strafwürdig nahe gestanden haben soll.

Die Fortunen protestierten vehement und wurden kurz vor Schluss doch noch belohnt: Wieder zeigte Wingenbach, diesmal auf der anderen Seite, zu Recht auf den Punkt, Kapitän Langeneke ließ sich nicht beirren und hielt die nun schon sechseinhalb Monate währende Düsseldorfer Serie der Unbesiegbarkeit aufrecht. Für Platz eins reichte der Punkt jedoch nicht.

Fürth zieht noch den Kopf aus der Schlinge

Olivier Occean gegen Dennis Kempe (KSC, re.)
Rustikales Duell mit einem schmeichelhaften Punkt für Fürth: Olivier Occean gegen Dennis Kempe (KSC, re.).
© Getty ImagesZoomansicht

Bogdan Müllers Pfostenschuss in der 2. Minute zeichnete den Verlauf des Südduells am Sonntag zwischen Karlsruhe und Fürth vor. Die kriselnden Badener spielten forsch, gewannen den Löwenanteil der Zweikämpfe und hatten Chancen. Die ersatzgeschwächten Franken kamen kaum zum Zug. Doch wie so oft kam es dann erst einmal anders aus Sicht des frechen Außenseiters. Schmidtgal ging im Messi-Stil durch die KSC-Reihen und schoss flach mit links zum 1:0 ein. Die Pausenführung war schmeichelhaft in einer phasenweise ruppig geführten Begegnung.

Nach dem Wiederanpfiff kämpfte sich die Scharinger-Elf zurück und drehte den Spieß zwischenzeitlich verdientermaßen um. Nachdem Müller erneut Alu-Pech verzeichnete, schoss Krebs Sekunden später zum 1:1 ein (69.). Karaslavov sah in der Schlussphase Gelb-Rot, bei der folgenden Standardsituation war die Fürther Defensive nicht auf der Höhe, Aquaro köpfte ein (85.). Doch in Unterzahl kam die SpVgg mit dem letzten Angriffsversuch durch Mavraj noch zum Ausgleich und ist damit auch nach neun Spielen in Serie ungeschlagen - und weiter Erster.

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Fromlowitz patzt: Paderborn räubert weiter in der Fremde

Bereits den vierten Auswärtssieg der Saison feierte der SC Paderborn per 1:0 in Duisburg und verschärfte damit die Krise der "Zebras". Proschwitz traf im zweiten Abschnitt aus der Distanz, wobei MSV-Schlussmann Fromlowitz keine gute Figur machte. Dabei hätte die Sasic-Elf nach 15 Minuten in Führung gehen müssen: Kruse parierte gegen Domovchiyski, der aus fünf Metern frei zum Schuss gekommen war.

Debakel zur Wiesn! Die Heimmacht 1860 München (null Punktverluste) geriet gegen das bislang so auswärtsschwache Dresden (null Punkte) mit 2:4 unter die Räder. Potés Doppelschlag vor der Pause legte den Grundstein für Dynamo, das in der Allianz-Arena von rund 15.000 Fans begeistert gefeiert wurde. Volland verpasste den Anschlusstreffer, und nach Bucks mit Rot bestrafter Notbremse (55.) hatten die Sachsen leichtes Spiel im Norden Münchens.

Spektakel mit Chong Tese in der Hauptrolle

Chong Tese
Mann des Tages in Ingolstadt: Bochums Chong Tese legte einen Galaauftritt hin.
© imago

Der VfL Bochum hat beim FC Ingolstadt einen Zwei-Tore-Rückstand noch umgebogen und am Ende durch drei Treffer von Chong Tese mit 5:3 (!) gewonnen. Zunächst sah Ingolstadt lange Zeit wie der sichere Sieger aus, führte 2:0 und 3:1. Doch auch der Doppelpack von Buddle verhinderte nicht, dass Bochum mit einer Energieleistung in der zweiten Hälfte nochmal zurückkam. Vom Start weg bot die Partie viel Unterhaltung und Chancen hüben wie drüben. Buddle zeigte sich dabei treffsicher. Der US-Amerikaner erzielte seine Saisontore vier und fünf. Dagegen ließ der VfL seine durchaus guten Chancen zunächst allesamt liegen. Als Chong Tese Özcan, der sich für Kirschstein versuchen durfte, überwand, hatte Buchner nach schönem Angriff sofort die Antwort parat und schob zum 3:1 ein. Der Knock-out? Nein. Chong Tese hatte einen Sahnetag erwischt, ließ seinem ersten Saisontor gleich den zweiten Treffer folgen und machte die Partie nochmal spannend. Als Bochum sogar ausglich, taumelte die Möhlmann-Truppe von Verlegenheit zu Verlegenheit. Die Folge: Chong Tese markierte mit seinem dritten Treffer das 4:3. In der Nachspielzeit erhöhte Inui gar noch und sorgte für Bochums ersten Auswärtssieg.

Ebbers erzielt Doppelpack

Die Talfahrt für Cottbus hielt auch gegen St. Pauli an. Die Lausitzer blieben zum fünften Mal in Serie ohne Sieg und verloren gar die letzten drei Partien. Energie wirkte komplett verunsichert. Das Team ließ viele Wünsche offen. Nach einer Ecke stand zudem die Defensive völlig neben der Spur, gewährte den Gästen aus Hamburg ausreichend Platz und Schachten durfte aus drei (!) Metern völlig unbedrängt einköpfen. Erst nach einer halben Stunde hatten die Lausitzer durch Fenin eine gute Chance. Doch das war deutlich zu wenig, mit einem Schuss in den Torwinkel vergrößerte Kruse kurz vor der Pause die Sorgen der Wollitz-Truppe noch. Ein Doppelpack von Ebbers besiegelte die klare 1:4-Pleite.

Gekas bricht den Bann

Alex Meier beesorgte die 2:0-Führung für Eintracht Frankfurt.
Alex Meier beesorgte die 2:0-Führung für Eintracht Frankfurt.
© Getty ImagesZoomansicht

Trotz der kurzen Pause zwischen dem Sieg am vergangenen Montag in Dresden (4:1) und dem Spiel am Freitagabend gegen Union Berlin waren die Frankfurter sofort hellwach. Vom Anpfiff weg war der Eintracht anzumerken, dass sie unbedingt Platz 1 ergattern und somit die Konkurrenz aus Fürth und Düsseldorf unter Druck setzen wollte. Nachdem Meier und Idrissou noch beste Chancen liegen ließen, war kurz darauf Gekas zur Stelle und durchbrach den Berliner Abwehrwall mit einem Abstauber. Kurz darauf legte Meier per Kopf nach - womit die Partie scheinbar entscheiden war. Die Eisernen spielten lange Zeit zu ängstlich gegen den Bundesliga-Absteiger, doch nach einer Leistungssteigerung Mitte der zweiten Halbzeit sprang für Union der Anschlusstreffer heraus: Quiring machte aus kurzer Entfernung das 1:2 und sorgte für neue Hoffnung bei etwa 1000 mitgereisten Union-Fans. Nun wurde das Spiel ein offener Schlagabtausch, Frankfurt wollte den dritten Treffer und schaffte diesen auch durch den eingewechselten Hoffer. Die Hessen behalten damit auch im zehnten Zweitliga-Spiel ihre weiße Weste. Mit dem 1:3 bleiben die Hauptstädter dagegen saisonübergreifend zum achten Mal in Folge auswärts ohne Erfolg.

König ist Aues Held - Rostock rutscht ohne Fans in den Keller

Hansa Rostock wartet auch nach dem Auswärtsspiel in Aue auf den ersten Saisonsieg. Der FC Hansa, der wegen der Fan-Ausschreitungen in Frankfurt ohne Anhang ins Erzgebirge reisen musste, verlor gegen die Sachsen mit 0:1. Für den FC Erzgebirge war König der gefeierte Held: Der bullige Mittelstürmer, der in Hälfte eins schon mal am Pfosten gescheitert war, traf kurz nach Wiederbeginn zum 1:0-Siegtreffer. Die Auer schieben sich mit dem dritten Saisonsieg ins gesicherte Mittelfeld, wohingegen der Aufsteiger von der Ostsee mit bislang nur sechs Zählern im Keller festhängt.

Chrisantus versetzt der Funkel-Elf den nächsten Tiefschlag

Der Luca Toni vom Bornheimer Hang: Chrisantus traf dreimal für den FSV in Aachen.
Der Luca Toni vom Bornheimer Hang: Chrisantus traf dreimal für den FSV in Aachen.
© Getty Images

Neben Rostock wartet auch Alemannia Aachen als einziges Team in dieser Saison weiterhin auf den erlösenden ersten Dreier. Im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt war dieser fest eingeplant, doch am Ende gab es beim bitteren 1:3 einen weiteren Tiefschlag. Zwar ging die Alemannia durch ein nur kurz umstrittenes Tor durch Feisthammel in Führung (sein Kopfball war hinter der Linie), aber diesen Vorsprung brachte das Funkel-Team nicht über die Zeit. FSV-Torjäger Chrisantus markierte kurz nach der Pause den Ausgleich und weckte damit die Boysen-Elf. Diese konnte sich dann abermals auf Chrisantus verlassen, der den 3:1-Endstand im Alleingang herausschoss. Durch die sechste Saisonniederlage bleiben die Westdeutschen am Tabellende hängen.

03.10.11
 
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