
Wegen des 1. Mai pausierte der Profi-Fußball komplett am Sonntag, das Montagabendspiel fand aber wie gewohnt statt. Dabei hatte der FC Augsburg in Cottbus die große Chance, die Tür zum Aufstieg ganz weit aufzustoßen. Das schaffte die Luhukay-Elf aber nur zur Hälfte. Mit dem 1:1-Remis in der Lausitz haben die zweitplatzierten Augsburger die Versetzung ins Oberhaus weiterhin voll im Blick, doch der angestrebte Dreier wurde verpasst. Zunächst lief für den FCA alles nach Plan, denn die Schwaben agierten defensiv souverän und schlugen durch Rafaels Elfmetertor eiskalt zu - den Strafstoß hatte der Ex-Cottbuser Thurk gegen Hünemeier rausgeholt. Doch ab der 30. Minute legte der FC Energie seine Zurückhaltung ab und drängte immer energischer auf den Ausgleich. Dieser fiel durch den zuletzt verbannten Jula. Nach dem 1:1 hatte Cottbus Oberwasser und war dem Siegtreffer deutlich näher, wobei auch die Fuggerstädter in der Schlussphase noch den einen oder anderen gefährlichen Konter setzten. Durch die Punkteteilung muss Cottbus den erhofften Platz drei abschreiben, die Ausgburger brauchen theoretisch noch einen Dreier zum Aufstieg - dieser soll nun zuhause gegen Frankfurt geholt werden.
Die Partie in Fürth zwischen der SpVgg und der Arminia stand zunächst unter keinem guten Stern. Die Trainer mussten noch vor dem Ende der ersten Hälfte drei verletzungsbedingte Wechsel vornehmen. Daneben wurde aber auch Fußball gespielt. Die Spielvereinigung hatte die deutlicheren Möglichkeiten und ging folgerichtig auch in Führung. Müller musste nach toller Vorarbeit des eingewechselten Pektürk und von Onuegbu aus sechs Metern nur noch einschieben. Wenig später hatte Onuegbu noch die Chance zu erhöhen, vergab allerdings leichtfertig. Nach dem Wechsel drängte das Team von Mike Büskens auf die Entscheidung, ließ dabei aber beste Chancen ungenutzt. Durch den Erfolg bleibt Fürth (57 Punkte) an Bochum (59) dran.
Ingolstadt durfte völlig entspannt in die Partie gegen Aue gehen. Die Ergebnisse vom Vortag stellten den Klassenerhalt bereits sicher. Dagegen hatten die Sachsen vor dem Spiel noch Platz drei im Hinterkopf, doch nachdem Aue nach einer umstrittenen Ampelkarte für Lachheb früh in Unterzahl bestehen musste, fuhr dieser Zug ab. Die Gäste kämpften zwar aufopferungsvoll und hatten durch Klingbeil (Pfosten und Latte) die besten Chancen, mussten sich letztlich aber mit dem torlosen Remis begnügen. Bei sechs Punkten Rückstand und dem schlechteren Torverhältnis wohl zu wenig, um noch auf den dritten Platz zu klettern.
Zwischen Frankfurt und Duisburg ging es rein sportlich um nichts mehr. Der FSV ist bereits gerettet und der MSV fiebert ohnehin nur noch dem Pokalfinale am 21. Mai in Berlin gegen Schalke 04 entgegen. Yilmaz war's egal und legte richtig los. Zunächst besorgte er per Kopfball die Führung, strapazierte dann sein Fußgelenk und lupfte den Ball sehenswert zur 2:0-Pausenführung über Keeper Langer ins Tor. Banovic und Schäffler erhöhten in der Schlussphase der Partie auf 4:0.
Im Rennen um Platz drei legte der VfL Bochum, bei dem der wieder genesene Azaouagh nach ausgeheiltem Bänderriss in der Startelf stand, am Freitagabend durch ein 3:0 gegen den 1. FC Union vor. Zudem setzten die Funkel-Schützlinge auch den FC Augsburg unter Druck, dessen Vorsprung zunächst auf zwei Punkte geschrumpft ist. Die Gäste aus Berlin versteckten sich beim Tabellendritten keineswegs, spielten mutig nach vorne und agierten auch nach der VfL-Führung durch Aydin (10.) auf Augenhöhe. Erst als Freier zehn Minuten nach dem Wechsel erhöhte, hatten die Bochumer das Spiel klar im Griff und ließen nichts mehr anbrennen.
Am Ostermontag hatte Hertha BSC den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga in Duisburg perfekt gemacht. Ein Ziel gab Trainer Markus Babbel trotzdem noch aus: "Wir können zu Hause Meister werden. Etwas Schöneres gibt es doch nicht." Im nicht ganz ausverkauften Olympiastadion sah es gegen 1860 nach Lasoggas 13. Saisontreffer so aus, als ob Platz eins unter Dach und Fach gebracht werden könnte. Doch die Löwen wollten da nicht mitspielen, drehten die Partie mit zwei Treffern und verhinderten die vorzeitige Meisterparty der Berliner.
Im Abstiegskampf sah der Karlsruher SC lange Zeit wie der große Gewinner des Abends aus. Die Konkurrenz im Hintertreffen, der KSC gegen Düsseldorf vorne: Das hätte der große Befreiungsschlag für die Scharinger-Elf Richtung Klassenerhalt werden können. Doch mit zwei Treffern binnen sieben Minuten entriss die über weite Strecken enttäuschende Fortuna dem KSC noch den sicher geglaubten Sieg. Ilsö erzielte in letzter Minute den 2:2-Ausgleich.
So bauten die Karlsruher den Vorsprung auf die Konkurrenz nur um einen Zähler aus. Den Relegationsplatz belegt weiterhin der VfL Osnabrück, der in Paderborn trotz der Unterstützung von über 3000 mitgereisten Fans den Kürzeren zog. Brandy bescherte dem SCP mit einem Kopfballtor den ersten Erfolg nach zehn sieglosen Auftritten in Serie und damit auch den vorzeitigen Klassenerhalt! Wieder einmal kassierten die Osnabrücker nach einer Standardsituation, diesmal eine Ecke, einen entscheidenden Gegentreffer. In den Schlussminuten warf der VfL alles nach vorne, hatte aber Pech, als Schnetzler mit einem fulminanten Freistoß an der Unterkante der Latte scheiterte.
Ohne den gelbgesperrten Terranova, der beim 2:1 gegen den KSC zuletzt beide Treffer erzielt hatte, trat RWO in Aachen an. Dort konnten die Oberhausener im Profibereich bislang noch nie gewinnen - und dabei blieb es. Beim 4:0-Erfolg der Alemannia trafen Auer und Stieber doppelt. Letzterer stellte mit einem herrlichen Lupfer über Pirson beim 2:0 mal wieder unter Beweis, warum er in der kommenden Saison für Mainz eine Klasse höher spielt.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Hertha BSC | 65:27 | 68 |
| 2 | ![]() | FC Augsburg | 55:24 | 62 |
| 3 | ![]() | VfL Bochum | 43:33 | 59 |
| 4 | ![]() | SpVgg Greuther Fürth | 42:25 | 57 |
| 5 | ![]() | Erzgebirge Aue | 38:35 | 53 |
| 6 | ![]() | Energie Cottbus | 60:47 | 52 |
| 7 | ![]() | MSV Duisburg | 49:34 | 49 |
| 8 | ![]() | 1860 München | 47:32 | 49 |
| 9 | ![]() | Fortuna Düsseldorf | 45:37 | 49 |
| 10 | ![]() | Alemannia Aachen | 56:56 | 47 |
| 11 | ![]() | 1. FC Union Berlin | 33:40 | 39 |
| 12 | ![]() | FSV Frankfurt | 41:50 | 38 |
| 13 | ![]() | FC Ingolstadt 04 | 39:44 | 36 |
| 14 | ![]() | SC Paderborn 07 | 28:42 | 36 |
| 15 | ![]() | Karlsruher SC | 42:68 | 30 |
| 16 | ![]() | VfL Osnabrück | 38:59 | 28 |
| 17 | ![]() | Rot-Weiß Oberhausen | 28:58 | 28 |
| 18 | ![]() | Arminia Bielefeld | 25:63 | 13 |