
| Vorname: | Jos |
| Nachname: | Luhukay |
| Nation: | Niederlande |
| Verein: | FC Augsburg |
Er gilt als ehrlich, höflich und hilfsbereit, lebt für seinen Beruf und besitzt zudem enormen Sachverstand. Für Journalisten, die ja in der Regel nicht immer als die großen Freunde der Trainer gelten, ist Jos Luhukay fast rund um die Uhr erreichbar. In der Szene gilt er deshalb als eine sympathische Erscheinung. Ausgerechnet im Faschingsendspurt war allerdings Schluss mit lustig. Denn es gibt auch den Herrn Luhukay. Den Konsequenten, der knallhart durchgreifen kann, der keine Freunde mehr kennt, wenn er den gemeinsamen Erfolg, das Kollektiv in Gefahr sieht. Dann macht er mit seinen Entscheidungen auch vor den großen Namen nicht halt.
Als Jos Luhukay in der vergangenen Woche Michael Thurk, sowie dessen Kollegen Daniel Baier und Jonas de Roeck für das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf suspendierte, sorgte er bei den Augsburger Anhängern für einige Irritationen und Wasser auf die Mühlen derer, die den FCA immer noch als ein fragiles Gebilde betrachten. Überhaupt, vor der Partie gegen Düsseldorf war die Stimmung der Fans wegen der mäßigen Heimauftritte gegen Duisburg (0:0) und Aue (2:1) recht angespannt.
Doch das ist Schnee von gestern. Nach dem überzeugenden 5:2-Sieg gegen die Fortuna hat der FCA seinen Vorsprung auf den dritten Platz nicht nur auf vier Punkte ausgebaut, sondern dürfte sich auch den Großteil seiner als sehr kritisch bekannten Anhänger wieder zurückerobert haben.
„Ich lege großen Wert auf Disziplin. Schluss, aus.“Augsburgs Trainer Jos Luhukay
Trainer Jos Luhukay machte mit seinen personellen Rochaden alles richtig. Die Spieler, die neu in die Mannschaft kamen, erfüllten das Vertrauen des Trainers. Marcel Ndjeng bereitete nach langer Verletzungspause zwei Treffer vor, Axel Bellinghausen beackerte die linke Seite unermüdlich. Mit Lukas Sinkiewicz, zur zweiten Halbzeit eingewechselt, zog er einen gut neun Monate verletzten "Joker" aus dem Ärmel. Hajime Hosogai, der japanische Winterneuzugang, feierte ebenfalls sein Debüt vor den eigenen Fans. Zwei Spieler von denen der Niederländer in höchsten Tönen schwärmte: "Was sie boten war Fußball pur."
Die harte Hand des stets so freundlich wirkenden Niederländers bekamen in der vergangenen Saison vor der Partie in Oberhausen schon Sandor Torghelle, mittlerweile in Düsseldorfer Diensten, Ibrahima Traoré und Andrew Sinkala zu spüren. "Ich lege großen Wert auf Disziplin. Schluss, aus", begründete Luhukay die Verbannung der drei auf der Tribüne, weil sie zu Mahlzeiten zu spät kamen.
Der Teamgeist war auch gegen Düsseldorf der Schlüssel zum Erfolg. Die Mannschaft drehte wieder einen Rückstand in einen Sieg um. Doch vor der Partie bei den "Eisernen" in Berlin warnt Luhukay sein Team: "Auch dort müssen wir konzentriert und diszipliniert spielen". Eine klare Ansage. Denn schert einer aus, bekommt er es mit dem Trainer zu tun.
Herbert Schmoll