Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
05.10.2010, 09:23

Bochum: Turbulente Mitgliederversammlung

Vereinsboss Altegoer tritt zurück

Aufregung auf der Mitgliederversammlung des VfL Bochum: Der Aufsichtsrat des Zweitligisten wurde am Montagabend nicht entlastet, worauf einige Aufsichtsratsmitglieder ihren Rücktritt ankündigten - unter anderem auch der langjährige Vereinsboss Werner Altegoer. Vorstand und Aufsichtsrat suchen nun gemeinsam nach Lösungen. Finanzvorstand Ansgar Schwenken hatte zuvor eine positive wirtschaftliche Bilanz präsentiert.

VfL-Vereinsboss Werner Altegoer
Abgang mit Knalleffekt: VfL-Vereinsboss Werner Altegoer.
© imagoZoomansicht

Mit Altegoer geht einer der letzten Vereinspatrone im deutschen Profifußball. Bei der Mitgliederversammlung bekam er den Widerstand der Basis zu spüren - und zog sofort die Konsequenzen. Nachdem der Aufsichtsrat nicht entlastet wurde, sagte der 75-Jährige, der den Verein seit 1993 geführt hatte: "Somit ist für mich persönlich die Arbeit für den VfL beendet." Weitere Aufsichtsratsmitglieder werden seinem Beispiel wohl folgen.

Neu im Aufsichtsrat sitzt Frank Goosen, der von den Ereignissen förmlich erschlagen wurde. "Ich bin jetzt ratlos und von der Situation überfordert. Dieser Verein ist gerade dabei, sich selbst um die Ohren zu fliegen. Ich würde es mir sehr wünschen, wenn die Leute, die gerade zurückgetreten sind, es sich nochmal überlegen."

VfL macht Gewinn - Ernst nimmt Mannschaft in die Pflicht

Die Versammlung hatte zumindest aus finanzieller Sicht positiv begonnen. Der bilanzielle Gewinn des Vereins liegt bei 230.000 Euro. Diese Zahl resultiert aus den Aufwendungen in Höhe von rund 39,1 Mio. Euro, denen Erträge von etwa 39,3 Mio. Euro gegenüberstehen. Die Lizenzspielerabteilung schloss die Spielzeit mit einem positiven Saldo in Höhe von rund 1,8 Mio. Euro ab. Seit dem 30. Juni 2010 weist der VfL ein positives Eigenkapital in Höhe von 109.000 Euro aus und ist bilanziell somit erstmals seit acht Jahren schuldenfrei.

Weniger rosig wird es nach dieser Spielzeit aussehen, Schwenken rechnet mit einer Unterdeckung in Höhe von rund 2,65 Mio. Euro, da die Einnahmen im deutschen Unterhaus deutlich geringer sind als in der Bundesliga. "Wir stehen nicht vor existenziellen Schwierigkeiten. Die Liquidität ist zu jeder Zeit gegeben", versicherte er jedoch.

Unmut machte sich jedoch wegen der sportlichen Situation breit, der VfL belegt nach sieben spieltagen den elften Platz. "Der Frust ist verständlich", erklärte VfL-Sportvorstand Thomas Ernst. "Wir haben den Spielern klar zu verstehen gegeben, dass sie in der Pflicht stehen."

 
Seite versenden
zum Thema

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein Voice & VR eMagazine