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15.03.2010, 22:05

Überblick: St. Pauli rückt wieder ran

Rakic schockt die Zebras

1860 München entführte etwas glücklich die Punkte in Duisburg. Die Kiez-Kicker vom FC St. Pauli haben gegen RWO die Trendwende erkämpft und den Rückstand auf Augsburg nach dessen Niederlage beim KSC verkürzt. Der 1. FCK hat nach einem klaren Sieg gegen Cottbus die Bundesliga weiter im Visier. Rostock musste in Paderborn spät den Ausgleich hinnehmen, Frankfurt ist nach dem Sieg über Düsseldorf nun punktgleich.

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Matchwinner: Münchens Rakic, hier rechts im Luftkampf gegen Duisburgs Tiago, erzielte den goldenen Löwen-Treffer.
Matchwinner: Münchens Rakic, hier rechts im Luftkampf gegen Duisburgs Tiago, erzielte den goldenen Löwen-Treffer.
© imago Zoomansicht

Der MSV Duisburg wollte am Montagabend mit einem Sieg bis auf vier Punkte an St. Pauli heran rutschen, patzte aber einmal mehr vor eigenem Publikum und verliert die Aufstiegsplätze ein wenig aus den Augen. Nach zuletzt zwei Auswärtssiegen haperte es zu Hause erneut, aus den letzten vier Spielen gab's nur zwei Punkte!

Nach ausgeglichenem Beginn steigerten sich vor allem die Duisburger, die nach Standards für viel Betrieb im Sechziger-Strafraum sorgten. Allerdings muss sich der MSV eine mangelhafte Chancenverwertung ankreiden lassen. Die "Löwen" versprühten nur selten Gefahr auf dem schwer bespielbarem Platz. Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Der MSV investierte deutlich mehr in die Offensive, 1860 lauerte auf Gegenstöße, insgesamt fehlte aber beiden Teams die Durchschlagskraft. Bis kurz vor dem Ende MSV-Keeper Starke patzte. Ein etwas glücklicher Sieg für die Löwen.

Torfestival am Millerntor

St. Paulis Matthias Lehmann jubelt nach seinem 2:1 gegen RWO. Es sollte nicht der letzte Treffer der Partie bleiben.
St. Paulis Matthias Lehmann jubelt nach seinem 2:1 gegen RWO. Es sollte nicht der letzte Treffer der Partie bleiben.
© imago Zoomansicht

Nach drei Niederlagen in Folge musste St. Pauli am Sonntag hart für eine Trendwende kämpfen. Am Ende konnten die "Kiez-Kicker" aber Augsburgs Ausrutscher am Samstag nutzen und bis auf einen Punkt an den FCA heranrücken. Nach den jeweiligen Führungstreffern von Ebbers (5.) und Matthias Lehmann (24.) konnten Stoppelkamp (18.) und Gordon wieder ausgleichen. Nach der Pause brachte Oczipka unter tatkräftiger Mithilfe von RWO-Keeper Semmler mit seinem ersten Ligatreffer die Paulianer schließlich auf die Siegerstraße. Nach einem umstrittenen Treffer von Bruns in der 74. Minute (Eger hatte zuvor Semmler bei dem Versuch einer Parade gestört) schien die Partie entschieden, ehe Miletic drei Minuten später die heimischen Anhänger noch einmal zittern ließ. Den Schlusspunkt setzte Boll in der 85. Minute zum 5:3-Endstand.

Währenddessen marschiert der 1. FC Kaiserslautern mit großen Schritten in Richtung Bundesliga-Comeback. Rodnei (3.) sorgte für eine schnelle Führung der Pfälzer gegen Energie Cottbus, die Sam mit einem Doppelpack noch vor der Pause ausbaute. In der 24. Minute verwandelte er souverän einen Foulelfmeter, in der 39. Minute erhöhte er völlig ungedeckt auf 3:0. Jendrisek erhöhte nach dem Wechsel (61.), ehe die Cottbuser durch einen von Kruska verwandelten Foulelfmeter den Ehrentreffer erzielten (69.), wenige Minuten später aber Jula mit einer Gelb-Roten Karte verlor (75.). Acht Punkte beträgt nun der Vorsprung des FCK auf den Relegationsplatz.

Immerhin einen Zähler konnte Hansa Rostock beim SC Paderborn ergattern, wurde aber dennoch vom FSV Frankfurt nach dessen Sieg gegen Düsseldorf nach Punkten eingeholt. Immerhin traf das Team von Thomas Finck erstmals seit dem 5. Februar (1:2 bei RWO) wieder ins Tor. Einen Dreier verhinderte SCP-Joker Krause, der nur eine Minute nach seiner Einwechslung den Ausgleich zum 2:2 erzielte. Bartels (7.) und Dahlen (44.) hatten zuvor für Rostock getroffen, Löning (12.) für Paderborn zwischenzeitlich ausgeglichen.

Stindl beendet FCA-Serie

FCA-Torjäger Michael Thurk (li., gegen KSC-Akteur Matthias Zimmermann)
Jubel im Wildpark: Torschütze Stindl bedankt sich bei Vorbereiter Chrisantus.
© picture alliance Zoomansicht

Das 1:0 in Bielefeld hat dem Karlsruher SC Auftrieb gegeben. Am Samstag stellte der KSC dem nächsten Aufstiegsaspiranten ein Bein und beendete die Serie des zuvor zehnmal in Folge ungeschlagenen FC Augsburg. Nach 515 Minuten ohne Gegentor musste Jentzsch nach einem Kopfball von Stindl erstmals wieder hinter sich greifen (27.). Der FCA, der auf seinen gelbgesperrten Kapitän Möhrle verzichten musste, blieb das gesamte Spiel über ungewohnt harmlos, was auch daran lag, dass der KSC geschickt verteidigte und dem zweiten Treffer über Konter näher war als die Gäste dem Ausgleich.

Auch Fortuna Düsseldorf musste im Aufstiegsrennen einen Dämpfer hinnehmen. Beim FSV Frankfurt präsentierten sich die Rheinländer wieder einmal auswärtsschwach. Vor allem nach Standards brannte es im Strafraum der Fortuna lichterloh. Cidimar nutzte dies zweimal aus und schoss den FSV, der nun schon seit sieben Spielen nicht verloren hat, für einen Tag aus der Abstiegszone. Düsseldorf verpasste es, vorübergehend am FC St. Pauli vorbei auf den Relegationsplatz zu ziehen.

Krontiris packt den Hammer aus

Sein "Hammer" lässt Koblenz wieder hoffen: Emmanuel Krontiris (re. Gratulant Gunkel).
Sein "Hammer" gibt Koblenz Hoffnung: Emmanuel Krontiris (re. Gratulant Gunkel).
© picture alliance Zoomansicht

Die TuS Koblenz lebt noch! Das Team von Trainer Petrik Sander gewann den Abstiegsgipfel am Freitagabend bei Rot Weiss Ahlen dank eines Traumtores von Krontiris kurz vor der Pause und Glockners Last-Minute-Schuss ins leere Tor mit 2:0. Das Führungstor im Wersestadion fiel wie aus dem Nichts: Krontiris nahm einen hohen Abpraller gut 30 Meter vor dem Kasten von Kirschstein volley und jagte die Bogenlampe ins linke Tordreieck. Auf dem holprigen Geläuf blieb vieles dem Zufall überlassen. Jenner hätte Ahlen in Führung schießen müssen. Die aktivere Heimelf brachte den Ball jedoch nicht im Tor unter und wurde ihrem Ruf als offensivschwächster Zweitligist (16 Tore) somit gerecht. Die TuS gewann zum zweiten Mal nach einem 2:1 in Fürth am 23. Oktober auswärts und belegt nach zuvor drei Niederlagen nun punktgleich vor dem neuen Schlusslicht Ahlen Rang 17.

Etwas im Schatten dieses Kellerduells stand der erste Auftritt der Bielefelder Arminia nach der Entlassung von Trainer Thomas Gerstner. Unter Interimscoach und Sport-Geschäftsführer Detlev Dammeier setzte es für die Ostwestfalen eine 1:2-Niederlage im neuen Tivoli, die das Projekt Wiederaufstieg weiter erschwert. Benjamin Auer war mit zwei Toren vor der Pause Mann des Abends. Er beantwortete Forts zwischenzeitlichen Ausgleich prompt mit dem Siegtreffer (43.). "Wir haben insgesamt ein ordentliches Spiel gemacht, aber zu leichte Gegentreffer bekommen. So laufen wir ständig hinterher", klagte Dammeier.

Keinen Sieger gab es hingegen im Fürther Ronhof. Das "Kleeblatt" kam gegen Union Berlin zu einem 0:0, dem ersten Heimunentschieden in dieser Spielzeit. Die "Eisernen" blieben zum achten Mal in Folge auswärts ohne Dreier. Beide Teams werden mit Auf- wie Abstieg wohl nichts mehr zu tun haben.

15.03.10
 
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