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25.08.2009, 11:47

Berlin: Kooperation mit Hauptsponsor geplatzt

Union verzichtet auf Millionen

Der FC Union Berlin hat die Zusammenarbeit mit seinem Hauptsponsor International Sport Promotion ISP beendet. Der Vertrag bis 2014 hätte den Köpenickern insgesamt 10 Millionen Euro eingebracht. Wegen der von "spiegel online" aufgedeckten Stasi-Vergangenheit des ISP-Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Czilinsky wird der Vertrag aber nicht erfüllt. Die DFL will die Sache nun näher betrachten.

Dirk Zingler
Weitere Zusammenarbeit ausgeschlossen: Unions Präsident Dirk Zingler äußerte sich klar zur Trennung mit Hauptsponsor ISP.
© imagoZoomansicht

Zwar hatte der 51 Jahre alte frühere Stasi-Hauptmann Czilinsky am Montag seinen Rücktritt vom Posten des Aufsichtsratschefs erklärt, um möglichen Imageschaden vom Verein abzuwenden. Doch die Entscheidung der Eisernen war trotzdem unabwendbar. Auch heftige Fan-Proteste dürften dazu beigetragen haben. Denn schon zu DDR-Zeiten sah sich der Verein immer als Alternative zum vom Ministerium für Staatssicherheit geführten BFC Dynamo.

Als Begründung vonseiten Unions werden "falsche Angaben des Vertragspartners beim Zustandekommen des Vertrages" genannt. "Eine weitere Zusammenarbeit war unter diesen Umständen, auch unter Berücksichtigung der rechtlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen für den Verein, nicht möglich", so Präsident Dirk Zingler.

Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass mein Engagement mit der ISP zur Belastung für den Verein werden könnte.ISP-Geschäftsführer Dieter Fietz

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"Ich bedauere diese Entwicklung sehr, denn ich wollte mit der ISP dazu beitragen, dass der 1. FC Union sich sportlich stabilisieren und wirtschaftlich auf ein gesundes Fundament bauen kann", erklärte ISP-Geschäftsführer Dieter Fietz. Der ehemalige Union-Trainer sagte außerdem: "Für mich waren die Eisernen immer eine Herzensangelegenheit. Daran wird sich auch zukünftig nichts ändern. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass mein Engagement mit der ISP zur Belastung für den Verein werden könnte."

DFL will Fall überprüfen

Inzwischen hat sich auch die DFL zu dem geplatzten Deal geäußert. "Wir müssen uns jetzt mal anschauen, welche finanziellen Folgen die Kündigung hat. Wir waren mit Union in ständigem Kontakt, weil der Hauptsponsor in der Darstellung seines Geschäftsfeldes Fragen aufgeworfen hat", so Christian Müller, DFL-Geschäftsführer Finanzen und Lizenzierung, gegenüber der Berliner Morgenpost. Laut Union werde der laufende Spielbetrieb von den Vorgängen nicht betroffen, da "die im Lizenzierungsverfahren eingereichte Etatplanung den ISP-Vertrag nicht beinhaltete".

Die ISP ist im Government of Ajman, eines von sieben Emiraten der United Arabian Emirates, eingetragen. Dieter Fietz hält laut der Lizenz mit der Nummer 4818 sämtliche Anteile des Unternehmens persönlich, das auch in die Finanzierung und Umsetzung eines neuen Sportthemenparks eingebunden ist.

25.08.09
 
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