"Ralf Loose erfüllt zu 100 Prozent unser Anforderungsprofil und war unser Wunschkandidat. Er ist ein ambitionierter Trainer, der trotz seines jungen Alters über große Erfahrung als Spieler und Trainer verfügt", sagte FCA-Präsident Walther Seinsch. Loose selbst erklärte, er habe "den FC Augsburg schon seit längerer Zeit verfolgt. Dort wird perspektivisch gearbeitet. Das riesige Zuschauerpotenzial und der Ausblick auf das neue Stadion waren für meine Zusage ebenso wichtig wie die ehrgeizigen Ziele des Vereins." In der vergangenen Saison hatte der FCA im Aufstiegsjahr Rang sieben belegt, nach acht Spielen der laufenden Saison haben die Schwaben aber erst acht Punkte auf dem Konto und stehen auf einem Abstiegsplatz.
Auch wenn die Verhandlungen mit Loose seit Tagen liefen, war die Überraschung bei den Sportfreunden Siegen groß, als der Coach am Samstagmorgen seinen Abschied verkündete. Rund um das Heimspiel der Siegener gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern (1:1) am Freitagabend ahnte offenbar noch niemand, dass Loose den Klub verlässt. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Hansen trug die Nachricht aber mit Fassung. "Uns war klar, dass unser Trainer auch für andere Vereine jederzeit ein interessanter Mann ist. Aufgrund der Ausstiegsklausel, die Ralf Loose in seinem Vertrag vereinbart hatte, mussten wir mit einer solchen Nachricht irgendwann rechnen", meinte Hansen, der Loose "alles erdenklich Gute und viel Erfolg bei seinem neuen Verein" wünschte.
Auch Vorgänger Hörgl, der nach dem 2:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück am Dienstag aus persönlichen Gründen ("mir fehlt das Feuer") seinen Rücktritt erklärt hatte und die Mannschaft beim 1:1 am Freitag beim SC Paderborn zum letzten Mal betreute, war in den Entscheidungsprozess eingebunden und ist mit der Wahl seines Nachfolgers zufrieden. "Ich bin mir sicher, dass Ralf Loose in Augsburg Erfolg haben wird. Er ist kein Schaumschläger, sondern jemand, der mit seiner sachlichen und ruhigen Art hier gute Arbeit abliefern wird", sagte Hörgl der Augsburger Allgemeinen.
Für Loose, der als Spieler 211 Erstligaspiele bestritt, ist es die erste Trainerstation im deutschen Profi-Fußball. Zuvor trainierte er bereits die Nationalmannschaft Liechtensteins und den Schweizer Erstligisten FC St. Gallen. 2004 hatte er Siegen in seiner ersten Amtszeit zwar zum Aufstieg geführt, war danach aber nach St. Gallen gewechselt. Sein Nachfolger in Siegen soll nach Angaben des sportlichen Leiters Heinz Knüwe bis Dienstag präsentiert werden. Interimsmäßig leitet der bisherige Assistent Sascha Franz das Training.
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