Augsburg: Ernüchternede Bilanz des neuen Trainers
Was nun, Herr Loose?
Allerdings, nach 13 Spieltagen steht der FCA auf einem Abstiegsplatz. Hörgl nahm vor einigen Wochen seinen Hut, sein Nachfolger Ralf Loose wirkt ratlos. Denn bei seinem Amtsantritt bekam er neben viel Vorschusslorbeer auch eine lange Verletztenliste in die Hand gedrückt. So fiel die komplette Offensivabteilung wochenlang aus. "Dies war mir so nicht bekannt", sagt Loose heute. Er musste sogar mit Landesliga-Spielern im Sturm antreten.
Aber auch in der Abwehr konnte er seine Vorstellung von modernem Fußball mit Vierer-Kette bisher mit dem vorhandenen Personal nicht zu seiner Zufriedenheit umsetzen. So wird derzeit kräftig experimentiert. Mal mit Dreier-, Vierer- oder Fünferkette, Mal mit zwei oder drei Stürmern, Loose zieht alle taktischen Register. Bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Drei Unentschieden, zwei Niederlagen lautet seine Bilanz. Die Spieler wirken verunsichert, weit von ihrer Bestform entfernt und die Stimmung wird immer schlechter.
"Kritik am Trainer ist ein Witz"
Manager Andreas Rettig stellt sich vor seinen Trainer: "Kritik an ihm ist ein Witz." Er könne nichts für das Verletzungspech. Ansonsten zieht Rettig die Zügel an: "Im Innenverhältnis gehen wir offen und schonungslos mit der Kritik um. Nach außen werden wir aber Geschlossenheit demonstrieren." Eine Maßnahme: Die Spieler dürfen sich nicht mehr über andere Mitspieler äußern. Wenigstens melden sich die verletzten Spieler langsam zurück. So hofft Loose, dass in den nächsten Tagen auch wieder Froylan Ledezma, Imre Szabics und Elton da Costa ins Training einsteigen können.
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Trainersteckbrief
Ralf LooseGut möglich, dass die Augsburger in der Winterpause auch auf dem Transfermarkt tätig werden. "Der Manager beobachtet den Markt", sagt Loose, der sich derzeit mehr auf das Tagesgeschäft konzentriert. Auf jeden Fall hat er sich auf einen langen Abstiegskampf eingerichtet. "Der wird bis zum letzten Spiel gehen." Um die 40 Punkte, so seine Hochrechnung, werden benötigt, um nicht abzusteigen. "Das sind acht oder neun Siege und ein paar Unentschieden. Wir haben noch 21 Spiele, das ist machbar." Auch Rettig gibt sich kämpferisch: "Es ist nicht entscheidend, wo wir am 13. Spieltag stehen. Entscheidend ist, dass wir im nächsten Jahr in der Zweiten Liga spielen, und davon bin ich überzeugt."
Robert Götz
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